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Presseinformation 049/2019

Reallabore erhöhen Sichtbarkeit

Karlsruher Institut für Technologie, Wuppertal Institut, Leuphana Universität Lüneburg und Ecornet gründen „Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit“
Treiber einer nachhaltigeren Gesellschaft: Mit dem neuen Netzwerk erhöhen die deutschen Reallabore ihre Sichtbarkeit (Foto: MWK, Jan Potente)
Treiber einer nachhaltigeren Gesellschaft: Mit dem neuen Netzwerk erhöhen die deutschen Reallabore ihre Sichtbarkeit (Foto: MWK, Jan Potente)

Gemeinsam mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, der Leuphana Universität Lüneburg und dem Ecological Research Network (Ecornet) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das „Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit“ gegründet. Das Netzwerk versteht sich als Plattform über und für Reallabore, die im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung forschen und handeln – und lädt zum Mitmachen ein.    

 

Klima, Energie, Stadtentwicklung, Mobilität, Beschäftigung, sozialer Friede: Auch in Deutschland wächst der Druck, auf existenzielle Herausforderungen zukunftsfähige und gesamtgesellschaftlich getragene Antworten zu finden. Vor diesem Hintergrund werden Reallabore – eine neue, intensive Form der Interaktion und Kooperation von Wissenschaft und Gesellschaft – immer wichtiger. Mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, der Leuphana Universität Lüneburg, dem Ecological Research Network und dem KIT haben insgesamt zehn auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsforschung wie auf dem Gebiet der Konzeption und des Einsatzes von Reallaboren vielfach ausgewiesene Forschungseinrichtungen nun das „Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen.  

 

Das neue Netzwerk versteht sich als Plattform der Information, Kommunikation und Kooperation über und für Reallabore und ist hierzulande das erste seiner Art. „Interessierten wie Aktiven möchten wir eine Heimat bieten und darüber hinaus das, was an Reallabor-Aktivitäten in den letzten fünf Jahren entstanden ist, sichtbar machen“, sagt Dr. Oliver Parodi vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT, der das Netzwerk initiiert hat.

 

Die Mitglieder des Netzwerks orientieren sich an Nachhaltigkeitskonzepten, wie sie der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) oder die Vereinten Nationen in den „Sustainable Development Goals“ vorgelegt haben. Mit lokal unterschiedlichen Schwerpunkten erarbeiten sie Wissen für die großen globalen Herausforderungen und starten konkrete Veränderungsprozesse vor Ort. „‘Forschung und Praxis Hand in Hand für eine nachhaltigere Zukunft‘ – das ist unser Ansatz“, unterstreicht Mitbegründer Professor Uwe Schneidewind vom Wuppertal Institut. 

 

Noch befindet sich das „Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit“ in der Gründungsphase. Umso mehr sind Interessierte willkommen, die sich einbringen wollen: „Vom Austausch und der Zusammenarbeit im Netzwerk können alle profitieren“, betont Mitbegründer Professor Daniel Lang von der Leuphana Universität Lüneburg. So bietet die Webseite www.reallabor-netzwerk.de bereits jetzt eine Fülle an Informationen. Für 2020 ist die erste Tagung geplant.

 

Durch die wissenschaftliche Begleitung der konkreten Reallabore erfahren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr darüber, wie gesellschaftliche Veränderungen ablaufen. Dieses Wissen dient dazu, erfolgreiche Lösungsansätze von einer Region in andere zu übertragen. „Reallabor-Forschung ist auch eine gute Quelle für neue Politikansätze auf der Ebene der Bundesländer, der Bundesregierung oder der Europäischen Union“, erläutern die Ecornet-Sprecher Dr. Camilla Bausch und Thomas Korbun.

 

Dem neuen Netzwerk beitreten können Personen, Organisationen und Reallabore, aber auch vergleichbare transdisziplinäre und transformative Initiativen. Insbesondere Kommunen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteure sind zur Mitwirkung aufgefordert, des Weiteren Unternehmen und staatliche Einrichtungen.

 

Weitere Informationen: www.reallabor-netzwerk.de

 

Stichwort „Reallabor“

Reallabore (englisch: real-world laboratories) sind Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, in denen Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam an praktischen Lösungen für eine zukunftsfähige Lebens- und Wirtschaftsweise arbeiten. Typisch für Reallabore sind ihre transdisziplinäre Anlage, ihr experimentelles, auf Transformation abzielendes Vorgehen und eine Atmosphäre des Voneinander-Lernens. An Reallaboren beteiligen sich Hochschulen, Kommunen und staatliche Institutionen, aber auch Verbände, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen. Zivilgesellschaft und Bürgerschaft sind dabei wichtige und starke Partner. Da ihre Ergebnisse auf kooperative und partizipative Weise zustande kommen, verstehen Reallabore sich als Treiber einer in Nachhaltigkeitsfragen handlungsfähigen Gesellschaft. Schwerpunkt der deutschen Reallabor-Szene ist Baden-Württemberg, daneben Nordrhein-Westfalen.

 

Die Gründungsinstitutionen des „Netzwerks Reallabore der Nachhaltigkeit“ haben sowohl den theoretischen Diskurs als auch die Verwirklichung von Reallaboren maßgeblich mitgeprägt: In Karlsruhe betreibt das ITAS seit 2012 das zuletzt mit dem Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ ausgezeichnete Reallabor „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ sowie das Reallabor 131 (BaWü Lab) und dessen Nachfolgeprojekte. Aktuelle Themenschwerpunkte liegen im Klimaschutz, der Energiewende und im Alltagshandeln. Mit dem im Aufbau befindlichen „Karlsruher Transformationszentrum für nachhaltige Zukünfte und Kulturwandel“ (KAT) institutionalisiert und erweitert das KIT seine Reallaboraktivitäten synergetisch, insbesondere um die Bereiche Bildung, Beratung, Grundlagenforschung und Kontemplation. 

 

Das Wuppertal Institut gründete 2013 zusammen mit der Bergischen Universität das Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent) und ist mit vielen Praxispartnern in verschiedenen Projektkontexten sowohl auf gesamtstädtischer Ebene als auch gezielt in Quartieren und Stadtteilen in Wuppertal aktiv. Innerhalb dieser Konstellation hat zum Beispiel das Reallabor-Projekt „Wohlstands-Transformation Wuppertal (WTW) – Ein urbanes Transformationslabor für nachhaltiges Wirtschaften“ (2015-2018, gefördert durch das BMBF) einen zentralen Grundstein der Reallabor-Arbeit in Wuppertal geliefert.

 

Ecornet ist ein Netzwerk von acht unabhängigen, gemeinnützigen Pionier-Instituten der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland mit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihre gemeinsame Mission: den gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit mitzugestalten und wissenschaftlich zu fundieren. Seit ihrer Gründung forschen die Ecornet-Institute in vielfältigen regionalen und lokalen Kontexten transdisziplinär mit Praxisakteuren. Heute kommen diese Erfahrungen und Methoden in zahlreichen Reallabor-Projekten zur Anwendung.

 

Auch für die Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg ist die Reallaborforschung ein wesentlicher Schwerpunkt. In den vergangenen Jahren haben Forschende der Leuphana Universität die BaWüLabs wissenschaftlich begleitet. In Lüneburg ist in Zusammenarbeit von Hansestadt, Universität und lokalen Akteuren mit dem Projekt „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ ein eigenes Reallabor entstanden, das sich seit 2015 mit Nachhaltigkeitsherausforderungen in Lüneburg auseinandersetzt. Ab September 2019 startet das vom BMBF geförderte Projekt in die Phase 3 – und damit in die Durchführung von mehr als zehn unterschiedlichen Realexperimenten.

 

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

jha, 11.04.2019

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Justus Hartlieb
Redakteur/Pressereferent
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