Presseinformation 115/2021

Hybride Lehre am KIT: Online-Formate sichern Präsenzveranstaltungen

Neue Mischformen flexibilisieren die Hochschullehre in der Corona-Pandemie
Der Hörsaal als Lernort, der Studierende vor Ort und virtuell Teilnehmende beteiligt. (Foto: Markus Breig, KIT)
Der Hörsaal als Lernort, der Studierende vor Ort und virtuell Teilnehmende beteiligt. (Foto: Markus Breig, KIT)

Für das laufende Wintersemester 2021/2022 hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hybride Lehrangebote eingeführt, die Veranstaltungen vor Ort mit digitaler Teilnahme kombinieren. Ziel ist es, einerseits trotz der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen möglichst viel Lehre in Präsenz anzubieten, andererseits aber auch, allen Studierenden in der besonderen Situation einen Studienfortschritt zu ermöglichen.

Seit Beginn des Wintersemesters im Oktober 2021 finden nach drei Online-Semestern wieder viele Lehrveranstaltungen vor Ort auf dem Campus Süd des KIT statt. „Dies war sowohl Studierenden als auch Lehrenden ein wichtiges Anliegen“, sagt der Vizepräsident für Lehre und akademische Angelegenheiten des KIT, Professor Alexander Wanner. Gleichzeitig können Studierende einige Vorlesungen, die in Präsenz stattfinden, auch online von anderen Orten aus besuchen. Diese zeitgleiche, interaktive Live-Teilnahme an Lehrveranstaltungen über verschiedene Medien von unterschiedlichen Orten aus ist das Prinzip der hybriden Lehre. Mit den neuen Mischformaten bleibt die Teilnahme auch für Studierende möglich, die sich aktuell im Ausland befinden, noch nicht vollständig geimpft sind oder aufgrund von Quarantäne oder COVID-19-typischen Symptomen nicht in Präsenz teilnehmen dürfen. Derzeit wird etwa ein Drittel der Vorlesungen am KIT als hybride Veranstaltung angeboten. Sie komplementieren das Portfolio an Lehrangeboten, zu denen weiterhin auch Präsenzformate, ergänzt durch elektronisch bereitgestellte Lernmaterialen, sowie reine Onlineformate zählen.

35 Hörsäle des KIT mit zusätzlicher Technik für hybride Formate ausgestattet

„Mir war es wichtig, in diesem Semester auch wieder präsente Lehre anbieten zu können“, sagt Professor Marc Hiller vom Elektrotechnischen Institut des KIT. Er führt seine Vorlesung „Elektrische Maschinen und Stromrichter“ als Live-Stream über die Videokonferenz-Software Zoom durch und stellt den Studierenden anschließend auch die Aufzeichnung zur Verfügung. Der Hörsaal, in dem die Veranstaltung stattfindet, ist einer von 35 Hörsälen am KIT, die mit zusätzlicher Technik für hybride Formate ausgestattet wurden. Während der gesamten Vorlesung läuft ein Chat mit, in dem sich die Studierenden auch gegenseitig Fragen beantworten können. „Besonders den Chat empfinde ich als bereichernd“, so Hiller. „Die Hemmschwelle ist geringer, und die Studierenden können einfache Fragen rasch untereinander klären.“ Statt der Tafel verwendet er ein Grafik-Tablet, über das er Folien nicht nur zeigen, sondern auch handschriftlich bearbeiten und ergänzen kann. Diese Methode will er auch künftig in all seinen Vorlesungen beibehalten.

Die virtuelle Tafel im Live-Stream. (Bildschirmfoto: Marc Hiller, KIT)
Die virtuelle Tafel im Live-Stream. (Bildschirmfoto: Marc Hiller, KIT)

Gemeinsamkeit und Interaktionsmöglichkeiten schaffen

Auch Professor Shervin Haghsheno vom Institut für Technologie und Management im Baubetrieb führt seine Lehrveranstaltung zum Thema Projektmanagement zum ersten Mal hybrid durch. „Mir war es in diesem Semester aufgrund der besonderen Situation im Hinblick auf die Pandemie sehr wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es allen Studierenden ermöglichen, einen guten Lernerfolg zu haben“, erklärt Haghsheno. Durch eine zweite Projektion der Zoom-Galerieansicht können sich die Studierenden vor Ort und online als Gruppe wahrnehmen. In der Vorlesung werden regelmäßig Fragen an die Studierenden gestellt. „Online-Studierende antworten per Zoom live im Hörsaal“, so Haghsheno, „und um die Fragen aus dem Auditorium vor Ort auch im Live-Stream hörbar zu machen, verwenden wir ein Wurfmikrofon.“

Hybride Konzepte sollen auch künftig zur flexibleren Studienorganisation beitragen

Von den jeweils circa 150 Studierenden, die an den beiden genannten Veranstaltungen teilnehmen, haben bis Mitte November zwei Drittel vor Ort und ein Drittel remote teilgenommen. Seit Ende November hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Das Konzept der hybriden Lehre ermöglicht es den Studierenden, selbst zu entscheiden, wie sie angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens in der Corona-Pandemie teilnehmen wollen. Die Lehrenden können ihre Lehrveranstaltungen trotzdem wie geplant durchführen. „Es zeigt sich, dass es ein Vorteil für alle Beteiligten war, von Beginn des Semesters an auch auf hybride Lehre zu setzen“, so Vizepräsident Wanner.

Hybrid zu lehren, können sich Marc Hiller und Shervin Haghsheno auch über die Pandemie hinaus gut vorstellen. Die neuen Mischformate sollten auch künftig Studierenden eine Teilnahme ermöglichen, wenn sie nicht anwesend sein können. Zudem sei es besser möglich, auf die unterschiedlichen Lernweisen der Studierenden einzugehen. Diese äußerten sich überwiegend positiv zu der hybriden Durchführung. „Den Studierenden erleichtert die flexible Teilnahmemöglichkeit die Organisation ihres Studiums“, berichtet Marc Hiller. Auch die Möglichkeiten zur interaktiven Teilhabe über Chats oder Quiz-Angebote kämen gut bei ihnen an.

„Viele Lehrende am KIT haben die vorhandenen Möglichkeiten mit viel Eigeninitiative und Engagement gezielt weiterentwickelt“, sagt Wanner. Darüber hinaus bleibe jedoch der Austausch zwischen den Lehrenden und den Studierenden sowie unter den Studierenden in Präsenzveranstaltungen von zentraler Bedeutung für deren Lernerfolg und Persönlichkeitsentwicklung. „Die Herausforderung für die Zukunft besteht darin, die jeweils beste Kombination aus Präsenz- und Online-Angeboten zu finden. Auf die bisherigen Erfahrungen mit hybriden Konzepten werden wir in jedem Fall aufbauen können“, so Wanner.

Weitere Informationen zur hybriden Lehre am KIT

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 23 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversitäten.

as-jh, 17.12.2021
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