Studierende mit Sehbeeinträchtigungen stehen im Studienalltag häufig vor großen Hürden: Lehrmaterialien sind oft nicht barrierefrei und digitale Lösungen reichen selten aus. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, baut das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Zentrum ACCESS@KIT zum Dienstleistungszentrum für sehbeeinträchtigte Studierende in Baden-Württemberg aus. Ziel ist eine KI-gestützte Plattform, die Lernmaterialien automatisch in barrierefreie Formate überführt. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördert das Vorhaben mit 2,4 Millionen Euro.
Kernstück des Ausbaus ist die neue KI-basierte Lehrplattform IncluDocs BW: Studierende mit Sehbeeinträchtigungen können hier künftig Skripte, Präsentationen oder andere Vorlesungsunterlagen hochladen und in barrierefreie Dokumente umwandeln lassen. Assistenzen haben die Möglichkeit einzugreifen, sollte die Künstliche Intelligenz keine sinnvolle Lösung anbieten.
Barrierefreie Materialien für Studierende in Baden-Württemberg
„Wir wollen Chancengleichheit für alle Studierenden. Mit der Lehrplattform IncluDocs BW ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur gleichberechtigten Teilhabe von Studierenden mit Sehbeeinträchtigung erreicht“, sagt Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. „Das Karlsruher Zentrum wird zum landesweiten Anlaufpunkt und Pionier inklusiver Bildung in Baden-Württemberg.“
„Mit ACCESS@KIT verfügt das KIT landesweit über eine einzigartige zentrale Einrichtung, die Lehrmaterialien für sehbeeinträchtigte Studierende aufbereitet und in diesem Themenfeld forscht“, sagt Professor Oliver Kraft, Vizepräsident Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten des KIT. „Der Ausbau ist ein wichtiger Schritt, um das Studium für alle zugänglicher zu machen und gleichzeitig neue Standards in der digitalen Barrierefreiheit zu setzen.“
Das Hosting der IncluDocs BW-Plattform übernimmt das Scientific Computing Center (SCC) des KIT. Damit ist sichergestellt, dass sehbeeinträchtigte Studierende aus ganz Baden-Württemberg den Service nutzen können. Alle hochgeladenen Materialien werden auf der Plattform unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben aufbereitet.
Zu ACCESS@KIT
Seit 1987 berät und unterstützt das Zentrum für digitale Barrierefreiheit und Assistive Technologien (ACCESS@KIT) des KIT Studierende und Studieninteressierte mit Sehbehinderung und Blindheit. Es ermöglicht so ein selbstbestimmtes und inklusives Studium am KIT. Zudem erforscht es neue Assistive Technologien und Zugänge zu MINT-Studiengängen. Seit 2020 ist ACCESS@KIT auch Teil des Reallabors „Digitale Barrierefreiheit und Assistive Technologien“, das im Zuge des Zukunftskonzeptes des KIT gefördert wird.

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