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Fakten und Hintergründe
Die Sicherheitslage in Europa und in der Welt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Diese Entwicklungen sind auch in Deutschland deutlich zu spüren und erfordern Antworten von Staat, Politik und Gesellschaft. Bestehende Strukturen und Positionen kommen auf den Prüfstand – auch beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Sicherheitsrelevante Forschung gewinnt an Bedeutung. Sie beinhaltet Forschung für mehr IT-Sicherheit, Cybersecurity und sicherheitsbezogene Robotik, Schutz von Kommunikation und kritischen Infrastrukturen, sowie die technische Weiterentwicklung im Bereich der Drohnenabwehr und Sensorik. Die sich daraus ergebenden Veränderungsprozesse sollen transparent und nachvollziehbar kommuniziert werden. Diese Seite dokumentiert diesen Prozess und informiert über Fakten und Hintergründe.

„Mit seiner Forschung und Innovation stärkt das KIT gezielt Deutschlands und Europas Sicherheit und Souveränität.“
Jan S. Hesthaven, Präsident des KIT
Das Präsidium des KIT unterstreicht im Positionspapier „Sicherheitsrelevante Forschung @ KIT“ die Bereitschaft des KIT, durch Forschung und Innovation die innere und äußere Sicherheit zu stärken. Es trägt damit zur Resilienz der Demokratie bei. „Wir haben gegenüber der Gesellschaft Verpflichtungen. Deshalb sind wir entschlossen, durch unsere Arbeit als öffentliche Forschungseinrichtung auch beim Thema Sicherheit zum Gemeinwohl beizutragen“, sagt Professor Jan S. Hesthaven, Präsident des KIT.
Das KIT verfügt als Universität und Helmholtz-Zentrum über einzigartige Voraussetzungen für verantwortungsvolle Sicherheitsforschung. Diese hat die Sicherung des Friedens sowie die Verteidigung von Demokratie und Freiheit als Kernaufgabe. Der Einsatz für demokratische Werte und wissenschaftliche Prinzipien ist dabei der Leitgedanke. Darüber steht das Bekenntnis zur Wissenschaftsfreiheit. Das KIT begleitet seine Forschenden und unterstützt sie dabei, fundierte Entscheidungen über den Schutz und die Weitergabe ihrer Ergebnisse zu treffen. Ihre Beteiligung an verteidigungsbezogener Forschung ist grundsätzlich freiwillig.
Themenfelder und ethische Begleitung
Seit Anfang Herbst 2025 hatten Forschende mit dem Präsidium ausgewählte Forschungsansätze mit Sicherheitsbezug analysiert. Es ging u.a. um den Schutz kritischer Infrastruktur mit dem Ziel, die Versorgungssicherheit zu stärken, sowie die Bedeutung digitaler Souveränität und die Abwehr von Cyberangriffen. Diskutiert wurde auch sicherheitsbezogene Robotik zum Schutz von Menschen, Sensorik und Kommunikation, u.a. um Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen und zu warnen. Systems Engineering spielte ebenso eine Rolle wie die Entwicklung von Drohnen und Drohnenabwehrtechnologie.
Bei der Umsetzung des Positionspapiers ist die Ethikkommission des KIT eingebunden, um auch Risiken und ethische Fragen sicherheitsrelevanter Forschung im Blick zu behalten. Die Ethikkommission entwickelt Leitlinien für einen ethisch verantwortungsvollen Umgang mit Rüstungsforschung und prüft damit zusammenhängende Forschungsvorhaben. Bei daraus entstehenden Wertekonflikten ist es ihre Aufgabe zu vermitteln. Unter der Prämisse der Wissenschaftsfreiheit sorgt sie für Transparenz und zeigt mögliche Risiken und Missbrauchsgefahren, aber auch Chancen sicherheitsrelevanter Forschung auf.
Im Interview erläutern der Präsident des KIT, Professor Jan S. Hesthaven, und der Vizepräsident Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten, Professor Oliver Kraft, die Hintergründe des Positionspapiers. Sie gehen auf Sorgen ein, die seit der Veröffentlichung laut geworden sind. So werde man am KIT nicht an konkreten Waffensystemen und schon gar nicht an Massenvernichtungswaffen arbeiten. Selbst wenn man das wollte, könnte man es als Universität nicht, da die Sicherheits- und Geheimhaltungsvoraussetzungen nicht gegeben seien. Daran werde man nichts ändern, da das KIT nie seinen Charakter als offene Universität aufgeben werde. Im nächsten Schritt werde es jetzt darum gehen zu analysieren, wo das KIT seine Expertise am besten einbringen könne, und rote Linien zu markieren, die man nicht bereit sei zu überschreiten.
Nach Auffassung der HRK leisten Hochschulen einen zentralen Beitrag zu Sicherheit und Frieden. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, müssen Hochschulen und Politik die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen.
Stellungnahme der HRK:
"Zur sicherheitsrelevanten Forschung und Entwicklung an Hochschulen"
Ein Beitrag der League of European Research Universities (LERU) beschreibt die Herausforderungen sicherheitsrelevanter Forschung an Universitäten. Dabei geht es insbesondere um Grundwertekonflikte und deren mögliche Lösungsansätze. LERU ist ein Netzwerk führender europäischer Universitäten, die sich der Spitzenforschung verschrieben haben.
Positionspapier:
Defence Research in European Universities: A Conceptual Framework