Presseinformation 052/2024

Extremismus vorbeugen: Tagung „Was heißt hier ‚Nie wieder‘?“ am KIT

Veranstaltung anlässlich der Umbenennung des Scientific Computing Center am KIT
Ausschnitt aus der Gedenktafel für die im Nationalsozialismus verfolgten Angehörigen der Technischen Hochschule Karlsruhe im Ehrenhof des KIT. (Foto: Markus Breig, KIT)
Ausschnitt aus der Gedenktafel für die im Nationalsozialismus verfolgten Angehörigen der Technischen Hochschule Karlsruhe im Ehrenhof des KIT. (Foto: Markus Breig, KIT)

Ein Blick auf die deutschen Hochschulen im 20. Jahrhundert zeigt, dass Extremismus nicht nur in Politik und Gesellschaft, sondern auch in der Wissenschaft Raum finden kann. Die Hinwendung des Karlsruher Informatik-Pioniers Karl Steinbuch zum Rechtsextremismus ist ein Beispiel dafür. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat sich von Steinbuchs politischer Haltung distanziert und das nach ihm benannte Informationstechnologie-Zentrum in „Scientific Computing Center“ umbenannt. Vor diesem Hintergrund veranstaltet das KIT am 17. Juli 2024 eine Tagung zur Frage „Was heißt hier ‚Nie wieder‘?“.

Die Öffentlichkeit ist zum Abendprogramm der Tagung eingeladen. Anmeldung hier

„Wissenschaft basiert auf Offenheit, Toleranz und Vielfalt. Diese Werte sowie auch die freiheitliche Ordnung und die Grundrechte zu leben und zu verteidigen, gehört zu einer verantwortungsbewussten Wissenschaftskultur“, sagt Professorin Kora Kristof, Vizepräsidentin Digitalisierung und Nachhaltigkeit des KIT. „Deshalb ist es wichtig und Teil der Kultur des KIT, auch die eigene Geschichte zu betrachten, wissenschaftlich aufzuarbeiten und sich aktiv mit ihr auseinanderzusetzen.“

Tagung zur Prävention von politischem Extremismus

Mit den historischen Erscheinungsformen von Extremismus am KIT beschäftigt sich das KIT-Archiv, das auch die Tagung veranstaltet. Dabei stehen Themen wie aktuelle Erscheinungsformen von Extremismus in Deutschland, individuelle Radikalisierungsprozesse sowie Handlungsfelder professioneller Prävention im Vordergrund.

„Mit der Veranstaltung wollen wir die Botschaft nach außen senden, dass sich das KIT kritisch mit Extremismus auseinandersetzt und ihn ablehnt“, so Dr. Klaus Nippert, Leiter des KIT-Archivs und Organisator der Veranstaltung. „Extremismus wendet sich gegen die freiheitliche Ordnung unseres Landes und gegen Grundrechte. Es ist wichtig, das eigene Verständnis der institutionellen Verantwortung als Wissenschaftsorganisation gegenüber Extremismus zu überprüfen und weiterzuentwickeln sowie Anregungen für die institutionelle Prävention zu sammeln.“

Zum 1. Januar 2024 benannte das KIT sein Informationstechnologie-Zentrum in „Scientific Computing Center“ um. Zuvor trug es seit 2008 den Namen „Steinbuch Centre for Computing“.

https://www.kit.edu/kit/pi_2023_092_kit-benennt-informationstechnologie-zentrum-um.php

Was heißt hier ‚Nie wieder‘?
Fragen und Antworten zum Umgang des KIT mit politischem Extremismus
Tagung aus Anlass der Umbenennung des Scientific Computing Center am KIT

Öffentliches Abendprogramm

Teilnahme nur nach Anmeldung

19:00-19:15     Begrüßung
Professor Oliver Kraft, in Vertretung des Präsidenten des KIT

19:15-20:00     Keynote: Die politische Auseinandersetzung mit dem Extremismus in Baden-Württemberg. Rückblick, Sachstand und Perspektiven
Rüdiger Soldt, Frankfurter Allgemeine Zeitung

20:00-21:30     Podiumsrunde: Politischer und religiöser Extremismus – ein Thema für Wissenschaftsorganisationen?
Mathieu Coquelin, Fachstelle Extremismusdistanzierung Stuttgart
Dr. Rolf Frankenberger, Institut für Rechtsextremismusforschung an der Universität Tübingen
Dr. Désirée Schauz, Institut für Technikzukünfte, Department für Geschichte des KIT
Rüdiger Soldt, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Dr. Felix Steinbrenner, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

anschließende Diskussion mit dem Publikum

Moderation:   Dr. Klaus Nippert

Weitere Informationen inklusive Anmeldung für das Abendprogramm

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 10 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 22 800 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversitäten.

swi, 27.06.2024
Kontakt:

 

Margarete Lehné
Pressesprecherin (kommissarisch)
Tel: +49 721 608-41105
Fax: +49 721 608-43658
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Kontakt für diese Presseinformation:

Sandra Wiebe
Pressereferentin
Tel.: +49 721 608-41172
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