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Presseinformation 007/2009

Leuchttürme des Faches

Hector Stiftung II ernennt erstmals Professoren zu Hector Fellows
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Josefine und Hans-Werner Hector (Mitte) mit den ersten Hector-Fellows:
Professor Peter Gumbsch (links), Professorin Doris Wedlich und Professor Martin Wegener.
(Foto: Mathias Boltmann)


Ein knappes Jahr nach der Einrichtung eines Wissenschaftsfonds in Höhe von 200 Millionen Euro durch Josefine und Hans-Werner Hector an der Universität Karlsruhe hat die Hector Stiftung II drei Professoren der Fridericiana zu Hector Fellows ernannt. Die Auszeichnung und den damit verbundenen Förderpreis in Höhe von 150 000 Euro erhalten die Zoologin Professor Doris Wedlich, der Physiker Professor Martin Wegener und der Werkstoffwissenschaftler Professor Peter Gumbsch.

Die Hector Stiftung II würdigt damit das Engagement und die herausragenden Leistungen in Wissenschaft, Forschung und Lehre der drei Professoren. „Sie sind als die Besten erwählt worden aus dem Kreis außerordentlicher Hochschullehrer“, betonte Hans-Werner Hector bei der Ernennung in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal-Söllingen. „Sie sind Leuchttürme Ihres Faches. Ich bin tief beeindruckt von Ihren Forschungsgebieten.“

Es ist das erste Mal, dass das Kuratorium der im März 2008 gegründeten Hector Stiftung II qualifizierte Hochschullehrer zu Hector Fellows ernennt. Die Fellows wählen unter sich einen zeitlich befristeten Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Durch die Vernetzung der Fellows, die einmal im Jahr ernannt werden, soll eine Tafelrunde von Spitzenwissenschaftlern entstehen, die sich in ihrer Arbeit und Forschung unterstützen, austauschen und anregen. Hans-Werner Hector bezeichnet den Kreis der Hector Fellows als einen „demokratisch orientierten Olymp moderner Wissenschaftler“.

Anders als in Amerika herrsche in Deutschland eine erstaunliche Skepsis gegenüber der Wissenschaft, insbesondere der Naturwissenschaft, kritisierte Hector. „Im Land der Dichter und Denker fristet die Naturwissenschaft ein bedauerliches Dasein.“ Dies sei eine gefährliche Entwicklung. „Denn aus Unverständnis folgt Ablehnung“, so Hector. Aufgabe der drei ernannten Hector Fellows sei es deshalb, die Naturwissenschaft der Allgemeinheit verständlich zu machen und zu vermitteln.

Professor Horst Hippler, Rektor der Universität Karlsruhe, freut sich: „Die Ernennung der ersten Hector-Fellows ist für unsere Universität eine große Ehre“, so Hippler. „Ich begrüße es, dass durch die Fellowship-Auszeichnung Netzwerke geschaffen und Forschungsvorhaben exzellenter und etablierter Hochschullehrer unterstützt werden.“

Aus dem Hector Wissenschaftsfonds, der im März vergangenen Jahres eingerichtet wurde, stehen der Universität jährlich insgesamt fünf Millionen Euro zu Verfügung, um Zusagen für wissenschaftliche Ausstattung und Gehalt bei Berufs- und Bleibeverhandlungen herausragend qualifizierter und aktiver Hochschullehrer-Persönlichkeiten zu finanzieren. Der erste Erfolg zeige sich bereits, so Hippler. „Wir führen Gespräche mit dem Physik-Professor Gerd Ulrich Nienhaus von der Universität Ulm, den wir nach Karlsruhe holen möchten. Außerdem wird Prof. Mehdi Baradaran Tahoori, renommierter Wissenschaftler im Bereich der Nanobiologie, von Boston nach Karlsruhe wechseln“, so Hippler. „Ohne die Hector Stiftung II wären wir nicht in der Lage gewesen, diesen beiden Professoren ein wettbewerbsfähiges Angebot zu machen.“

Zu den Hector-Fellows:

Doris Wedlich kam 2001 an die Universität Karlsruhe und arbeitet im Bereich Zell- und Nanobiologie. Sie hat international bedeutsame Beiträge geliefert, wie die Verankerung und das Ablösen der Zellen im Gewebe molekular gesteuert werden (beispielsweise bei der Krebsentstehung und –streuung). Die Landesforschungspreisträgerin war von 2002 bis 2005 Prorektorin für Forschung der Universität Karlsruhe und ist heute Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien, wie dem DFG-Senatsausschuss für Sonderforschungsbereiche, dem Kuratorium des Geoforschungszentrums Potsdam sowie der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie.

Martin Wegener zählt zu den weltweit führenden Vertretern der Nanowissenschaften. Sein Forschungsschwerpunkt in der Nanophotonik ist die Herstellung künstlicher Materialien für die optische Datenverarbeitung und Telekommunikation. Wegener ist Träger zahlreicher Forschungs- und Lehrpreise, unter anderem des Landeslehrpreises und des Landesforschungspreises Baden-Württemberg sowie des René Descartes-Preises der EU für Kooperative Forschung, den er für die Entwicklung künstlicher Strukturen mit völlig neuartigen optischen Eigenschaften erhielt. Im Jahr 2000 wurde Wegener mit dem hochdotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet.

Peter Gumbsch, der seit 2001 in Karlsruhe forscht und lehrt, arbei-tet auf dem Grenzgebiet zwischen Physik und Ingenieurwissen-schaften. Sein Schwerpunkt ist die Werkstoffmechanik. Er befasst sich vor allem mit der Dynamik von Verformungsprozessen und Unregelmäßigkeiten in der Gitterstruktur fester Werkstoffe. Gumbsch hat in grundlegenden Untersuchungen neue Aspekte des Brechens atomarer Bindungen erforscht und hat für seine Arbeiten 2007 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis erhalten. Neben seiner Professur an der Universität Karlsruhe leitet er das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik in Freiburg und Halle.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner für die Wirtschaft.

lg, 23.01.2009

Weiterer Pressekontakt:

Monika Landgraf
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