Karlsruher Institut für Technologie

Presseinformation 57/2008

Sturmumtoste Gipfel und windstille Täler

Forscher im Programm „Herausforderung Klimawandel“ ziehen Zwischenbilanz – neue Berechnungen am KIT verbessern Verständnis regionaler Unterschiede
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Den Folgen des Klimawandels auf der Spur: KIT-Wissenschaftler
ermitteln die Risiken von Sturmschäden. (Foto: Universität Karlsruhe)

Wird sich der Klimawandel beschleunigen? Bestätigen neue Modellsimulationen mit Supercomputern die globalen Trends? Diesen und anderen Fragen gehen Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und anderer Forschungseinrichtungen seit zwei Jahren in dem Programm „Herausforderung Klimawandel“ intensiv nach. Am Montag haben sie im Beisein der Umweltministerin Tanja Gönner eine Zwischenbilanz gezogen. Ort der Tagung war die Universität Karlsruhe.

Das Land Baden-Württemberg fördert das Programm mit Mitteln aus der Zukunftsoffensive, die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz koordiniert es. Ein Beitrag des KIT besteht in umfangreichen Simulationsrechnungen zum regionalen Klima auf den Supercomputern in Stuttgart (HLRS) und Karlsruhe (SCC). Die Wissenschaftler um Professor Christoph Kottmeier und Dr. Gerd Schädler beziehen dabei erstmals mehrere Szenarien globaler Klimamodelle als Ausgangsdaten in die detaillierten Rechnungen für Baden-Württemberg ein. „Mit einer Maschenweite von nur sieben Kilometern und mehrfachen Simulationen mit verschiedenen Modellvarianten betreten wir Neuland“, sagt Schädler. Das betrifft sowohl die benötigte Rechnerleistung als auch die Anforderungen an die Realitätsnähe der Modelle. „Wir sehen jetzt erstmals alle Details, wie sie aus den täglichen Wetterabläufen bekannt sind: Steigungsregen und sturmumtoste Gipfelregionen im Schwarzwald, windstille und trockene Gebiete in den tieferen Lagen und im Osten des Landes.“ Die vorliegenden umfangreichen und detaillierten Ergebnisse stellten eine hervorragende Datenbasis für die Planung von Maßnahmen dar.

Nicht nur die Leiter der Forschungsprogramme zeigen sich angesichts der bisherigen Ergebnisse sehr zuversichtlich. „Wir verbreitern die Wissensbasis über den Klimawandel und seine Folgen in unserem Land mit diesem Programm ganz erheblich“, sagt Umweltministerin Tanja Gönner. „Regionale Klimasimulationen in diesem Umfang und in dieser Detailschärfe gibt es noch für kein anderes Bundesland. Das ist auch notwendig, um die Folgen für viele Bereiche der Gesellschaft realistisch einschätzen zu können.“

Dafür untersuchen zum Beispiel Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Karlsruhe das Sturmschadensrisiko von Wäldern. So hat Dr. Michael Kunz vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT herausgefunden, dass auch in Zukunft Stürme von der Stärke des „Lothar“ 1999 oder des „Kyrill“ 2007 in kaum geringerer Zahl auftreten werden. Und Professor Bodo Ruck vom Institut für Hydromechanik am KIT hat über Versuche im Grenzschichtwindkanal und numerische Simulationsberechnungen Einflussfaktoren auf die Sturmstabilität von Wäldern quantifiziert, die sich auf den Bestand und das Gelände beziehen.

Die Forschergruppe will alle Ergebnisse zusammenführen und mögliche Maßnahmen skizzieren, die dazu beitragen sollen, die Gefahren von Stürmen für Wälder in Baden-Württemberg zu reduzieren.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner für die Wirtschaft.


29.09.2008
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