KIT unterstreicht führende Rolle in der Fusionsforschung

Zwei Forschungsteams des KIT waren bei der diesjährigen SOFT-Konferenz mit neuen Technologien erfolgreich – SOFT-Innovationspreis für Messsystem von Wasserstoffisotopen
Die Finalistinnen und Finalisten des diesjährigen SOFT-Innovationspreises. Hélène Roche Photography
Die Finalistinnen und Finalisten des diesjährigen SOFT-Innovationspreises.

Die Bundesregierung zählt die Fusionsenergie in ihrer Hightech Agenda zu den sechs Schlüsseltechnologien der Zukunft. Als eine der in Deutschland und weltweit führenden Fusionsforschungseinrichtungen ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) deshalb auch Standort eines Forschungshubs für Fusionstechnologie des Bundes. Seine führende Rolle unterstrich das KIT nun auch mit Auszeichnungen beim diesjährigen Symposium on Fusion Technology (SOFT).

Ein kompaktes Messsystem und eine effiziente Plasmaheizung 

Die Europäische Kommission zeichnete das microRaman-Team des Tritiumlabors Karlsruhe (TLK) mit dem SOFT-Innovationspreis aus. Die Forschenden entwickelten ein Messsystem, das kontaktlos und während des laufenden Prozesses alle sechs Moleküle analysiert, die aus den Wasserstoffisotopen Protium, Deuterium und Tritium gebildet werden können. Mit benutzungsfreundlicher Software und kompakter Hardware erreichte microRaman (µRa) unter mehr als 20 renommierten Einreichungen aus verschiedenen Ländern weltweit den dritten Platz. Das System ist bereits international auf dem Markt verfügbar und bietet der wachsenden Fusionscommunity zuverlässige Messtechnik von der Stange.

Dr. Benjamin Ell vom Institut für Hochleistungsimpuls- und Mikrowellentechnik des KIT war ebenfalls mit seinem Team erfolgreich. Den siebten Platz erhielten die Forschenden für ihren Beitrag zur Plasmaheizung. Damit ein Fusionskraftwerk überhaupt arbeiten kann, muss das Plasma auf mehr als 100 Millionen Kelvin erhitzt werden. Im Projekt GyroMDC entwickelte das Team einen neuartigen mehrstufigen Kollektor für Gyrotrons, die das Fusionsplasma mithilfe von Mikrowellen aufheizen. Die neue Technologie kann den Wirkungsgrad von Gyrotrons deutlich verbessern, indem sie den Stromverbrauch senkt und damit bessere Voraussetzungen für einen wirtschaftlicheren Betrieb zukünftiger Fusionskraftwerke schafft.

era, 07.10.2026