Geothermie gemeinsam transnational gestalten
Tiefengeothermie reduziert die Abhängigkeit von Energieimporten und stärkt die Resilienz der Energieversorgung, indem sie wetter- und tageszeitunabhängig Energie liefert. Gerade am Oberrhein sind die geologischen Bedingungen gut – es gibt jedoch wissenschaftliche und technische Herausforderungen und in der lokalen Bevölkerung bestehen erhebliche Vorbehalte. Im Interreg-Projekt GeoTresOR haben sich Projektpartner aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz deshalb zusammengeschlossen, um Fachwissen zur Tiefengeothermie am Oberrhein grenzüberschreitend zusammenzuführen, verständlich darzustellen und die Bevölkerung in den Austausch einzubeziehen. Zu den Projektpartnern zählt auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Ein besonderer Fokus liegt auf den vielfältigen Perspektiven der Bevölkerung: „Geothermie-Projekte gelingen besser, wenn Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mitreden und mitgestalten können“, sagt Dr. Christine Rösch vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT, die Dialogveranstaltungen für das Projekt organisiert. „Eine offene Beteiligung, bei der alle fair behandelt und Entscheidungen transparent getroffen werden, schafft Vertrauen und Akzeptanz.“
Neben dem ITAS sind das Deutsch-Französische Institut für Umweltforschung am KIT sowie das Institut für Angewandte Geowissenschaften (AGW) des KIT beteiligt. „Wir möchten, dass kommunale Akteure Kompetenzen zur Tiefengeothermie und ihrer Vermittlung aufbauen. Digitale Werkzeuge wie 3D-Visualisierungen, virtuelle Darstellungen und KI-Anwendungen bieten neue Möglichkeiten, komplexe geowissenschaftliche und technische Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln und Beteiligungsprozesse zu unterstützen“, erklärt Dr. Judith Bremer vom AGW.
Die Projektförderung von rund 2,1 Millionen Euro stammt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Über Interreg
Interreg ist ein europäisches Förderprogramm aus der Region und für die Region, das seit 35 Jahren Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz unterstützt.
era, 13.10.2026
