Presseinformation 027/2020

KIT unterstützt Karlsruher Kliniken mit Schutzausrüstung

Corona-Hilfe: Masken und Visiere gehen unter anderem an Städtisches Klinikum und ViDia Kliniken – zentrale Koordination von Hilfsanfragen und -angeboten am KIT
Etwa drei Stunden pro Stück dauert die Produktion eines Visiers per 3-D-Druck. (Foto: wbk, KIT)
Etwa drei Stunden pro Stück dauert die Produktion eines Visiers per 3-D-Druck. (Foto: wbk, KIT)

Die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen liegt in Deutschland aktuell bei mehr als 130.000, weltweit steigt sie von Tag zu Tag. Auch in und um Karlsruhe sind beispielsweise Kliniken auf ausreichende Schutzausrüstung angewiesen. Bei der Bewältigung der Corona-Krise will das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit Sachbeiträgen und wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen unterstützen. Entsprechende Hilfsanfragen und -angebote werden zentral koordiniert. Bislang wurden für die ViDia Kliniken in einem gemeinsamen Projekt mit der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft 200 Visiere per 3-D-Druck hergestellt, weitere sollen folgen. Zudem wurden mehrere Kartons mit Atemmasken, Handschuhen und Schutzkitteln an die Branddirektion der Stadt Karlsruhe zur Weiterverteilung geliefert. Weiterhin hat ein chinesisches Partnerinstitut zugesagt, dem KIT 20.000 Atemschutzmasken schenken zu wollen, die dann an das Städtische Klinikum und weitere Einrichtungen der Stadt gehen sollen.

„Am KIT sehen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung nicht nur in unseren Aufgaben in Forschung und Lehre. Wir sind fest in der Region Karlsruhe verwurzelt – und es steht außer Frage, dass wir zur Bewältigung der Corona-Krise hier vor Ort unseren Beitrag leisten wollen“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. „Ich freue mich ganz besonders, dass wir unter anderem Schutzmasken und -visiere an Karlsruher Kliniken weitergeben können. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz und die große Solidarität.“ Hilfsanfragen und -angebote werden am KIT zentral gebündelt, koordiniert vom Vizepräsidenten für Innovation und Internationales, Professor Thomas Hirth.

Aus dem 3-D-Drucker: Visiere für ViDia Kliniken

Für den direkten Kontakt mit Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind, sind Kunststoffvisiere sehr hilfreich, die Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal zusätzlich zu den vorgeschriebenen Atemmasken tragen sollten. Solche Visiere sind derzeit kaum noch erhältlich und auch dann nur zu stark überhöhten Preisen. Hier baten die Karlsruher ViDia Kliniken um Unterstützung. Kurzfristig gründeten das Institut für Produktionstechnik (wbk) und das Institut für Produktentwicklung (IPEK) des KIT zusammen mit der Hochschule Karlsruhe einen „Produktionsverbund“, der die ViDia Kliniken in der Ausstattung mit Visieren aus dem 3-D-Drucker unterstützt.

Gemeinsam haben die Partner nach einer Online-Vorlage ein Herstellungsverfahren für 3-D-Drucker entwickelt, die normalerweise im Prototypenbau und zu Forschungszwecken im Bereich der additiven Fertigung eingesetzt werden. Die Visiere werden mit etwa 30 Druckern gefertigt, die Druckdauer liegt im Moment bei drei Stunden pro Stück. Bislang konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 200 Visiere an die ViDia Kliniken ausliefern, weitere sollen demnächst folgen. Inzwischen sind weitere Institute des KIT, wie das Institut für Strömungsmechanik (ISTM) und Physikalische Institut, beteiligt.

„Wir freuen uns sehr und sind dankbar für die gute und unbürokratische Kooperation mit dem KIT und der Hochschule Karlsruhe. In dieser außergewöhnlichen Situation ist es ermutigend zu erleben, wie eine schnelle Unterstützung durch lokale Einrichtungen möglich ist“, freut sich Richard Wentges, Vorstandsvorsitzender ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe.

20.000 Atemschutzmasken für Einrichtungen der Stadt

Zudem erhält das KIT 20.000 Atemschutzmasken als Geschenk des South Western Institute of Physics der Chinese Academy of Engineering Physics in Chengdu, einem Partnerinstitut des KIT innerhalb eines Forschungsprogramms der Helmholtz-Gemeinschaft. Sobald die Masken in Karlsruhe eintreffen, wird das KIT sie an das Städtische Klinikum und weitere Einrichtungen der Stadt weitergeben, ebenso wie Atemschutzmasken und Handschuhe aus internen Beständen des KIT.

„Im Namen der Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Karlsruhe, die diese Materialien jeden Tag bei der Therapie von Covid-19 Patienten einsetzen, danke ich dem KIT für diese Soforthilfe“, sagt der Medizinische Geschäftsführer des Städtischen Klinikums, Professor Uwe Spetzger.

Darüber hinaus konnte das wbk 140 Visiere an das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Karlsruhe, ausliefern, welches damit seine 80 Notfallhilfen ausstatten möchte.

 


An 15 3-D-Druckern stellen auch die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Automation und angewandte Informatik (IAI) des KIT Visiere her. Damit wollen sie die deutschlandweite Initiative Maker vs. Virus unterstützen, die Menschen und Organisationen, die auf Schutzausrüstung angewiesen sind, mit „Machern“ zusammenbringt, die diese herstellen können.

Eine weitere Gruppe um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FZI Forschungszentrums Informatik, eines Innovationspartners des KIT, hat gemeinsam mit dem ZKM insgesamt 275 Visiere an das Städtische Klinikum geliefert.

„Dieses hohe ehrenamtliche und Institutionen übergreifende Engagement ist großartig“, so Professor Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales, der die Unterstützungsaktion für das gesamte KIT koordiniert. „Wir wollen die Einrichtungen in der Region sowohl mit Sachbeiträgen als auch mit wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen unterstützen. Unser Ziel ist, schnell, effektiv und zielgerichtet zu helfen – deshalb bündeln wir die externen Anfragen und die internen Hilfsangebote zentral.“ Ein Projektteam vermittele dann – in Abstimmung mit dem Krisenstab des KIT – die wissenschaftlich-technische Unterstützung und den gezielten Transport der Sachbeiträge an die externen Empfänger.

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 10 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 22 800 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversitäten.

le, 14.04.2020
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