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Presseinformation 037/2010

Neuartiges Speicherkonzept für die Wissenschaft

Large Scale Data Facility am KIT stellt systembiologische Daten weltweit zur Verfügung
 Embryo des Zebrabärblings (Foto: Institute für Toxikologie und Genetik / KIT)
Embryo des Zebrabärblings (Foto: Institute für Toxikologie und Genetik / KIT)

In enger Kooperation mit dem Institut für Toxikologie und Genetik (ITG) und dem Institut für angewandte Informatik (IAI) entwickelt das Steinbuch Centre for Computing (SCC) am Karlsruher Institut für  Technologie (KIT) eine neuartige Large Scale Data Facility (LSDF) für die Speicherung von wissenschaftlichen Daten. Die Anlage wird in den nächsten Jahren mit  vielen Petabyte an Platten- und Bandspeicher-Volumen ausgebaut und steht weltweit für die Systembiologie zur Verfügung.  

Im ITG entstehen im Forschungsfeld „Rekonstruktion der embryonalen Entwicklung von Zebrafischen unter Einsatz der Hochdurchsatzmikroskopie“  in einem Zeitintervall von 36 Stunden  etwa 300.000 Bilder, was einer Datenmenge von 2-3 Terabyte entspricht. „Das SCC ist für unsere Anforderung   der Speicherung und Verwaltung von großen Datenmengen mit seiner langjährigen Erfahrungen auf diesem Gebiet der ideale Partner“  so  Professor  Uwe Strähle, Institutsleiter am ITG.

Der Aufbau der LSDF-Infrastruktur  umfasst nicht nur die Bereitstellung von großen Mengen an Datenspeicher- und Computer-Ressourcen, sondern liefert auch neue Forschungsaspekte, die das SCC zusammen mit den Instituten für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik (IPE), sowie für Angewandte Informatik (IAI) bearbeiten wird.

Im Fokus von Forschung und Entwicklung stehen der  Hochleistungs orientierte und sichere Zugriff auf die Facility, automatisierte Workflows zur Verschiebung der Daten in unterschiedliche Speicherklassen, die Langzeitarchivierung unter Wahrung der Integrität, die Analyse der Daten, sowie die Entwicklung von komplexen Bildverarbeitungsalgorithmen und Schnittstellen zur LSDF.  „Wir sehen in dem Thema LSDF ein langfristig tragfähiges Forschungsgebiet für das SCC, mit dem wir neben der Systembiologie auch andere Wissenschaften effektiv unterstützen wollen“, beschreibt Professor Wilfried Juling, Geschäftsführender Direktor  den neuen Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt im SCC.

Das ITG, das sich mit der Identifizierung und Charakterisierung von Molekülen beschäftigt, die das Zellverhalten steuern, benutzt die Süßwasserfische Zebrabärbling und Medaka als Tiermodelle.  Dazu betreibt das ITG eine der größten experimentellen Anlagen zur Haltung dieser Fische. Geplant ist, diese Anlage  zum europäischen Ressourcenzentrum auszubauen.  Die Verknüpfung dieses Ressourcenzentrums mit der LSDF eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Erforschung von Entwicklungsmechanismen und wird in dieser Form eine weltweit einzigartige Anlage darstellen. Ein Ziel ist es durch Einbindung der LSDF und Verwendung großer Datensätze Modelle zu erstellen, mit denen man die Organentwicklung und -regeneration simulieren kann. „Wir wollen langfristig durch Computersimulation virtuelle Embryonen und Organe erstellen, um somit die Natur besser verstehen zu können“, so die beiden ITG-Professoren Strähle und Wittbrodt.     
 
Das SCC blickt  auf zehn Jahre Erfahrung beim Management von großen Datenmengen zurück. Beim Worldwide Large Hadron Collider Computing Grid (WLCG) Projekt bei CERN in Genf hat das SCC mit seinem Tier1 Rechenzentrum GridKa, also einem Rechenzentrum, das die Daten direkt von CERN erhält, die Rolle eines führenden Datenproviders für die Experimente der Hochenergiephysik übernommen. Zurzeit sind  10 Petabyte an Platten-  und Bandspeicher aufgebaut.

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

lg, 08.04.2010

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Monika Landgraf
Pressesprecherin
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