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Presseinformation 034/2010

10 Jahre Kompetenzverbund Kerntechnik

21. Sitzung des Verbunds am 30. März am KIT
Die Teilnehmer der 21. Sitzung des Kompetenzverbunds Kerntechnik am 30. März 2010. (Foto: Markus Breig)
Die Teilnehmer der 21. Sitzung des Kompetenzverbunds Kerntechnik am 30. März 2010. (Foto: Markus Breig)

Am 30. März 2010 feierte der Kompetenzverbund Kerntechnik im Rahmen einer Sitzung am Karlsruher Institut für Technologie seinen 10. Geburtstag. Er wurde im Jahr 2000 gegründet, um zu einer verbesserten bundesweiten Abstimmung der kerntechnischen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten beizutragen und darüber hinaus gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Der Kompetenzverbund unterstützt durch seine Arbeit die staatliche Vorsorgepflicht für den sicheren Betrieb kerntechnischer Anlagen und die Sicherheit der Entsorgungswege.

„Die Arbeit des Kompetenzverbunds Kerntechnik war in den letzten zehn Jahren überaus erfolgreich“, freut sich Dr. Peter Fritz, Sprecher des Kompetenzverbunds. „Wir hatten, um ein Beispiel für die Arbeit unseres Verbunds zu nennen, zunächst den Nachwuchsbedarf für die notwendige Kompetenzerhaltung evaluiert. Der Vergleich mit dem damals vorhandenen kerntechnischen Lehrangebot an den deutschen Hochschulen machte das eklatante Defizit in der Lehre offensichtlich. Der Kompetenzverbund hat in dieser Problematik wesentlich zum Umlenken beigetragen: In den vergangenen Jahren wurde das Lehrangebot in Deutschland – mit Unterstützung von Politik und Energieversorgern – wieder deutlich verbessert. Direkte Auswirkung ist ein stetiges Wachstum der Studierendenzahlen.“

Die Gründung des Kompetenzverbunds fiel in die erste Legislaturperiode der rot-grünen Regierung unter Bundeskanzler Schröder, in deren Koalitionsvertrag der politische Wille formuliert worden war, die Förderung der Reaktorsicherheits- und Endlagerforschung mit öffentlichen Mitteln deutlich zu reduzieren. Eine Evaluierungskommission des BMWi formulierte am 21. Januar 2000: „Unabhängig von den Vorgaben der politischen Entscheidung über die Beendigung der Kernenergie in Deutschland ist für die nächsten Dekaden die Kompetenzerhaltung in kerntechnischer Sicherheit erforderlich. Nur dann kann weiterhin der Schutzauftrag staatlicher Vorsorge erfüllt und die Sicherheit nuklearer Anlagen und Entsorgungswege nach dem internationalen Stand von Wissenschaft und Technik gewährleistet werden.“ Der kurz darauf gegründete Kompetenzverbund Kerntechnik setzt sich seitdem in besonderem Maße für Aktivitäten der Studenten- und Doktorandenausbildung ein. Kolloquien wie „Perspektiven in der Kerntechnik“, in denen sich die angehenden Akademiker mit Vertretern der kerntechnischen Branche über attraktive und sichere kerntechnische Arbeitsplätze informieren konnten, haben inzwischen einen so starken Zulauf, dass Interessenten auf die Folgekurse verwiesen werden müssen.

Die Entwicklung der Zahl an kerntechnischen Professuren, die noch 2002 für das Jahr 2010 mit fünf Professuren prognostiziert worden war, hat sich durch die Arbeit und die vielfältigen Initiativen des Kompetenzverbunds Kerntechnik umgekehrt. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden in Deutschland 15 neue kerntechnische Professuren besetzt – derzeit durchlaufen weitere das Ausschreibungsverfahren. Der regelmäßige Austausch von Fachleuten aus Forschung, Politik und Industrie im Kompetenzverbund Kerntechnik hat auch bewirkt, dass die Industrie die Lehraktivitäten an deutschen Hochschulen zunehmend aktiv unterstützt. Ein Beispiel dafür ist die 2009 gegründete AREVA Nuclear Professional School des KIT. Alle Maßnahmen sind die wesentlichen Bausteine, um den inzwischen außerordentlich gestiegenen Personalbedarf der Industrie und Gutachterorganisationen befriedigen zu können.

Die Intensivierung der Kooperation mit den Hochschulen hat auf regionaler Ebene vier „Tochterverbünde“ des Kompetenzverbunds Kerntechnik entstehen lassen: das Kompetenzzentrum Ost (2004), den Südwestdeutschen Forschungs- und Lehrverbund Kerntechnik (2007), den Kompetenzverbund Strahlenforschung (2007) und das Forum Kerntechnik West (2009).

Auch die Abstimmung von Forschungsarbeiten wurde durch den Kompetenzverbund gestärkt, zum Beispiel durch regelmäßigen Informationsaustausch über aktuelle Forschungsergebnisse und Trends in den kerntechnischen Arbeitsgebieten. Dies wird bestätigt vom internationalen Renommee der deutschen nuklearen Sicherheitsforschung, bei der etwa die innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft durchgeführten Forschungsarbeiten regelmäßig als international führend bewertet werden.

Auf der gestrigen Jubiläumssitzung des Kompetenzverbunds stand zum einen der Rückblick auf die Vergangenheit auf dem Programm. Hierzu waren viele Persönlichkeiten eingeladen, die wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Arbeit gehabt haben. Zum anderen wurden die strategischen Ziele des Verbunds konsequent weiterverfolgt, um für die Gesellschaft einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit der Kerntechnik zu leisten.



In der Energieforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine der europaweit führenden Einrichtungen: Das KIT-Zentrum Energie vereint grundlegende und angewandte Forschung zu allen relevanten Energieformen für Industrie, Haushalt, Dienstleistungen und Mobilität. In die ganzheitliche Betrachtung des Energiekreislaufs sind Umwandlungsprozesse und Energieeffizienz mit einbezogen. Das KIT-Zentrum Energie verbindet exzellente technik- und naturwissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichem sowie rechtswissenschaftlichem Fachwissen. Die Arbeit des KIT-Zentrums Energie gliedert sich in sieben Topics: Energieumwandlung, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Energieverteilung, effiziente Energienutzung, Fusionstechnologie, Kernenergie und Sicherheit sowie Energiesystemanalyse.

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

jh, 31.03.2010

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Inge Arnold
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