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Presseinformation 010/2010

Verbrechen kennt keine Grenzen

Organisierte Kriminalität ist Thema der 14. Karlsruher Gespräche – Vorträge, Diskussionen und Kulturprogramm vom 5. bis 7. Februar
Kriminelle Netzwerke sind auf dem Vormarsch – Gegenstrategien diskutieren Experten bei den 14. Karlsruher Gespräche am KIT (Bild: Hans-Georg Meister)
Kriminelle Netzwerke sind auf dem Vormarsch – Gegenstrategien diskutieren Experten bei den 14. Karlsruher Gespräche am KIT (Bild: Hans-Georg Meister)

Eine globale Wirtschaftsordnung begünstigt grenzüber-schreitende Kriminalität. Deren Erscheinungsformen und die Möglichkeiten, sie zu bekämpfen, sind Thema der 14. Karlsruher Gespräche „Organisierte Kriminalität – Schatten-seiten der Globalisierung“. Vom 5. bis 7. Februar präsentiert das ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am KIT hierzu Vorträge, Diskussionen und Kulturveranstaltungen. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu den meist kostenlosen Programmpunkten eingeladen.

Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen. Anmeldung unters heneka-petersFzv8∂zak kit edu und Tel.: 0721 608 8027

Kriminelle Netzwerke operieren weltweit. Schätzungen zufolge gehen bis zu 20 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts auf illegale Geschäfte zurück. Dass Organisierte Kriminalität dabei vor keinem politischen System halt macht, demonstrierte nicht zuletzt der Wirtschaftsskandal um das badische Unternehmen FlowTex Ende der 90er Jahre. „Organisierte Kriminalität ist ein weit verbreitetes, aber unterschätztes Phänomen“, sagt Professorin Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin des ZAK. „Die Akteure bilden weltweite Netzwerke und agieren dadurch immer professioneller“. In der Öffentlichkeit, so Robertson-von Trotha, werde diese brisante Problematik, die das demokratische Staatswesen in seinen Grundfesten erschüttert, jedoch nicht ausreichend wahrgenommen.

Die 14. Karlsruher Gespräche thematisieren die politischen, strafrechtlichen, soziologischen, psychologischen und ökonomischen Aspekte Organisierter Kriminalität. Im Zentrum stehen mögliche Gegenmaßnahmen, Zusammenhänge mit der Globalisierung und die Balance zwischen Sicherheitserfordernissen und demokratischer Freiheit. Darüber hinaus soll der Einfluss  Organisierter Kriminalität auf Wirtschaft und Politik diskutiert werden. Drogen- und Waffenschmuggel, Produktpiraterie und Menschenhandel sowie die ambivalente Rolle von Frauen und Neuen Medien bei organisiertem Verbrechen sind weitere Themen des Symposiums, das die Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg eG und die Stadt Karlsruhe finanziell unterstützen.

Organisierte Kriminalität ist Thema der 14. Auflage der Karlsruher Gespräche (Bild: ZAK)


Die Eröffnung findet am Freitag, 5. Februar, um 19:30 Uhr im Karlsruher SpardaEvent-Center, Baumeisterstraße 21, statt. In diesem Zusammenhang ist die Vorpremiere des Dokumentarfilms „Mein Leben – Roberto Saviano“ von Victor Grandits (ARTE/ZDF 2009) zu sehen. Saviano, italienischer Journalist und Schriftsteller, beschäftigt sich seit Jahren mit der neapolitanischen Mafia, berühmt wurde er mit seinem 2006 erschienenen Enthüllungsbuch „Gomorrha“.

Das Symposium am Samstag, 6. Februar, findet ab 9:30 Uhr in der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, Saal Baden, Lammstraße 13-17 statt. Über „Triaden – die chinesische Mafia in Hongkong und international“ spricht dort Adrian Kim-Fai Kwan, Kriminalkommissar für Organisierte Kriminalität der Polizei Hongkong. Dr. Wolfgang Hetzer, Berater des Generaldirektors des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF) im Bereich Korruptionsbekämpfung, beschäftigt sich mit Organisierter Kriminalität in Europa. Professorin Alessandra Dino, Dozentin für Rechtssoziologie, Devianz und sozialen Wandel an der Universität Palermo, referiert über „Die Wandlung der Rolle der Frauen in der Cosa Nostra“. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Es wird simultan gedolmetscht.

Begleitend zum analytischen Diskurs über Organisierte Kriminalität findet eine Reihe kultureller Veranstaltungen statt: In Kooperation mit ARTE und dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe organisiert das ZAK am Samstag, 6. Februar 2010, eine lange Filmnacht zur Thematik mit zahlreichen Dokumentationen und dem Spielfilm „Kurz und Schmerzlos“ des Hamburger Regisseurs Fatih Akin. Am Sonntag, 7. Februar, zeigt die INSEL des Badischen Staatstheaters Karlsruhe um 20 Uhr eine szenische Lesung aus Maxim Billers „Kühltransport“ – einer dramatischen Bearbeitung des Themas Menschenhandel.

Zum Abschluss des Kongresses diskutiert eine international besetzte Diskussionsrunde am Sonntag, 7. Februar, über künftige Strategien gegen das internationale Verbrechen. Beginn ist 11 Uhr, im SpardaEvent-Center.

Die Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 5. Februar, ist ausgebucht! Für die weiteren Veranstaltungspunkte wird um Anmeldung gebeten (Tel.: 0721 608 4384 oder www.zak.kit.edu). Weitere Informationen und das vollständige Programm unter www.zak.kit.edu.

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

jm, 28.01.2010