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Presseinformation 150/2010

In der Vielfalt liegt die Stärke

EU-Projekt RENDER erfasst die Verschiedenheit der Informationen im World Wide Web
EU-Projekt RENDER
Die ganze Vielfalt des World Wide Web nutzen – RENDER will den Usern einen möglichst umfassenden Zugang zu den Informationen ermöglichen. (Bild: photocase)

Das World Wide Web stellt enorme Mengen an Information bereit. Doch häufig gehen dem Nutzer wertvolle Inhalte verloren, die ein differenziertes Bild ermöglichen würden. Die europaweite Forschungsgruppe RENDER – Reflecting Knowledge Diversity – widmet sich dem großen Ganzen: In dem am KIT koordinierten Projekt entwickeln Wissenschaftler Methoden, Software und Datenmodelle, um die Vielfalt des Webs als Quelle für Innovation und Kreativität zu nutzen. Partner sind unter anderem Google und Wikipedia.

Dank World Wide Web lassen sich Informationen veröffentlichen und austauschen wie nie zuvor – überall auf der Welt, zu fast jedem Thema und aus vielen verschiedenen Perspektiven. Der einzelne Nutzer aber bekommt wichtige Sichtweisen häufig gar nicht mit. „Mit der immer größer werdenden Flut an Informationen im Internet steigt die Zahl der Mechanismen, die dem User vorgefilterte Inhalte nach seinen Präferenzen liefern”, erklärt Dr. Elena Simperl vom Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) des KIT. Dadurch entgehen dem Nutzer wertvolle Inhalte, mit denen er sich ein differenzierteres Bild vom jeweiligen Sachverhalt machen könnte, wie die Wissenschaftlerin weiter erklärt. Als Beispiele nennt sie die tagespolitische Berichterstattung, Blogs und andere Wissensmedien.

Elena Simperl hat gemeinsam mit Dr. Denny Vrandecic vom AIFB das Projekt RENDER initiiert, um die bisher für den Nutzer häufig unzugängliche Pluralität der vertretenen Sichtweisen auf bestimmte Sachverhalte zu erfassen und besser nutzbar zu machen. Das EU-geförderte Projekt startete im Oktober dieses Jahres und ist auf insgesamt drei Jahre angelegt. Sieben Partner aus sechs europäischen Ländern sind beteiligt, die Leitung obliegt Elena Simperl. Das Konsortium verfügt über ein Budget von insgesamt 4,4 Millionen Euro. Zu den Partnern gehören auch Google und Wikipedia. RENDER befasst sich mit Möglichkeiten, die großen Mengen an Daten und Nutzern zu erfassen, sowie mit Methoden, Software und Datenmodellen, die es erlauben, die vielen verschiedenen Standpunkte im Web zu beschreiben, zu verstehen und auszuwerten.

Logo RENDER

Das KIT übernimmt neben der Koordination des Projekts vor allem die Entwicklung von Open-Source-Software. Diese soll kollaborative Web-2.0-Anwendungen erweitern, beispielsweise so beliebte Dienste wie Wikipedia, die Blogsoftware WordPress und bekannte soziale Netzwerke. „Geplant ist, Tools und Features, welche die Diversität eines Themas wiedergeben und für die Online-Kollaboration nutzbar machen, zu implementieren und auf ihren konkreten Nutzen für die User zu testen“, erläutert Denny Vrandecic. In drei Fallstudien unter der Leitung von Wikimedia Deutschland, Google Ireland Ltd., und Telefonica I+D werden die Wissenschaftler die neu entwickelten Methoden anwenden, um die Skalierbarkeit und den Nutzen ihrer Forschungsergebnisse zu prüfen.

Weitere Informationen unter www.render-project.eu.
Das Projekt RENDER wird im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU gefördert.

 


Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

or, 03.12.2010