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Presseinformation 143/2010

Vielschichtiger Blick auf Innovation

Vierte Konferenz des Netzwerks Technikfolgenabschätzung in Berlin – Hauptorganisator ist das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Dem vorausschauenden Blick der Technikfolgenabschätzung ist die NTA4-Konferenz in Berlin auf der Spur (Foto:photocase)
Dem vorausschauenden Blick der Technikfolgenabschätzung ist die NTA4-Konferenz in Berlin auf der Spur (Foto:photocase)

Trends in Wissenschaft und Technik beobachten und analysieren, Potentiale und Risiken der Technologien diagnostizieren, gesellschaftliche und ökologische Folgewirkungen beurteilen. Und daraus politische Handlungsempfehlungen oder Richtlinien entwickeln – das sind Aufgaben der Technikfolgenabschätzung. Vom 24. bis 26. November trifft sich in Berlin das Netzwerk Technikfolgenabschätzung zu seiner vierten Konferenz „Der Systemblick auf Innovation“, deren Organisation und Durchführung maßgeblich das am KIT beheimatete Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse trägt.

Das seit 2004 bestehende Netzwerk Technikfolgenabschätzung, ein Zusammenschluss aus Wissenschaftlern, Experten und Praktikern aus dem Themenfeld Technikfolgenabschätzung (TA) haben sich zum Ziel ihrer vierten Konferenz NTA 4 im Berliner Tagungszentrum „Neue Mälzerei“ gesetzt, den „vorausschauenden Blick der Innovations- und Technikanalyse auf von ihr zu untersuchende Systeme wie zum Beispiel Energieinfrastrukturen oder Mobilitätsinfrastrukturen zu reflektieren und Möglichkeiten und Grenzen ihrer Gestaltung zu erkennen“, so Professor Michael Decker, Sprecher des Netzwerkes. Dazu sollen nicht nur Anwendungen und Beispiele aus der Praxis präsentiert, sondern auch methodische und konzeptionelle Herausforderungen diskutiert werden. Ein Beispiel sind Anforderungen an elektrische Hochspannungsnetze durch neue Strukturen im Energiebereich. „Dass systemanalytische Betrachtungen auch in der Industrie eine zentrale Rolle spielen, wird in den Plenarvorträgen transparent, in denen Wissenschaftler die Ökoeffizienzanalyse wie sie zum Beispiel BASF in ihrer Nachhaltigkeitsbewertung einsetzt, vorstellen“, so Decker.

Eröffnet wird die Konferenz mit rund 40 eingeladenen und eingereichten Vorträgen sowie Postern am Abend des 24.11.2010 um 18:00 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Parlamentarische Technikfolgenabschätzung“ anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik. Mit dabei sind der stellvertretende TAB-Leiter Thomas Petermann, Wolf-Michael Catenhusen, bis 2005 Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Ulla Burchardt, SPD-Politikerin, MdB und Vorsitzende des Forschungsausschusses des Deutschen Bundestages, sowie Professor Wolfgang van den Daele, bis 2007 Mitglied des deutschen Ethikrates. Die Konferenz endet mit einer Plenarsitzung am Freitagvormittag in der Professor Frieder Meyer-Krahmer, bis Ende 2009 Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), über die Umsetzung systemanalytischer Forschung in der Politik spricht.

In thematisch fokussierten Sektionen werden zwei relevante Typen von 'Systemblick' behandelt. Die erste Sektion befasst sich mit dem Systemblick „Infrastrukturelle Innovation – Transition Management“, also dem Übergangsmanagement von alten in neue Infrastrukturen. Aufgeworfen wird hier zum Beispiel die Frage, ob etablierte Mobilitätsmuster eine Umsetzungshürde für die Elektromobilität als Antriebsenergie der Zukunft darstellen. Die zweite Sektion beschäftigt sich mit „Schlüsseltechnologien - zwischen Anwendungsoffenheit und Innovation“. Hierbei wird der Tatsache Rechnung getragen, dass Schlüsseltechnologien wie Materialwissenschaften oder Nanotechnologien als „ermöglichende“ Technologien viele Anwendungsbereiche finden. Zur Innovation werden sie erst in einem  konkreten Anwendungsbereich – und nur dieser kann als Kontext einer systemanalytischen Betrachtung dienen. Die Sektion „Systemanalyse – methodische Herausforderungen für Technikanalyse“ rundet das Programm ab.

Erwartet werden neben Wissenschaftlern und Praktikern Vertreter der Natur- und Technikwissenschaften sowie der Sozial- und Kulturwissenschaften. Auch Diskussionspartner aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, zum Beispiel aus Nichtregierungsorganisationen wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub oder der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche, nehmen teil.

Gefördert wird die Konferenz vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Hauptorganisator, das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), veranstaltet die Konferenz mit dem Institut für Technikfolgen-Abschätzung in Wien (ITA), dem Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld (IWT), dem Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin (ZTG) und dem Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung der Schweiz (TA-SWISS). Rund 20 ITAS-Mitarbeiter nehmen mit acht Vorträgen teil, das Institut gibt den Tagungsband heraus.

Prof. Michael Decker, Sprecher des Netzwerkes Technikfolgenabschätzung und Dr. Martin Knapp, Organisator der Konferenz, stehen am 2. Konferenztag am 25.11.2010 zwischen 09:30 Uhr und 11:00 Uhr für Fragen den Journalisten zur Verfügung. Das Gespräch findet im Seminarraum 3 (5.OG) des Tagungszentrums statt.

Veranstaltungsort:

Tagungszentrum „Neue Mälzerei“
Friedenstr. 91
10249 Berlin, Friedrichshain
Tram M5, M6, M8 „Platz der Vereinten Nationen“
U5, Haltestelle „Strausberger Platz“


Weitere Informationen zu den NTA4-Konferenzen und dem Netzwerk Technikfolgenabschätzung: http://www.itas.fzk.de/v/nta4.

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

tr, 22.11.2010