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Presseinformation 050/2009

Wetter für den Nürburgring

KIT-Wissenschaftler macht minutengenaue Wettervorhersagen beim 24-Stunden-Rennen
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Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring lässt die vorläufige Vorhersage in
der Nacht von Samstag auf Sonntag leichten Niederschlag erwarten.
(Foto: Wetterzentrale)

Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr, Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie, unterstützt am 23. und 24. Mai 2009 beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring das VW-Team mit seinen Wetterprognosen. Minutengenau sagt er voraus, wo an der Strecke mit Regen zu rechnen ist. Für die Rennfahrer sind solche präzisen Vorhersagen entscheidend: Kann die nächste Runde noch mit Slicks gefahren oder müssen Regenreifen aufgezogen werden?

Regen und Nebel sind die Wetterparameter, die ein Autorennen am stärksten beeinflussen. Die Wahl der richtigen Reifen entscheidet über Sieg oder Niederlage: Kann man noch mit den schnelleren, aber profillosen Slicks fahren, ohne aus der nächsten Kurve zu fliegen? Oder sind Regenreifen die bessere Wahl? Die sind zwar bei trockener Strecke viel langsamer, sorgen aber bei Nässe für den nötigen Grip.

„Wann genau ein Regenschauer über der Rennstrecke niedergeht, ist eine entscheidende Information für die Fahrer“, stellt der Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr, Wissenschaftler am Institut für Meteorologie und Klimaforschung im Karlsruher Institut für Technologie (KIT), fest. „Bei einer so langen Strecke wie der Nordschleife am Nürburgring kann die falsche Reifenwahl in einer Runde viel Zeit kosten oder sogar zu einem Unfall führen.“

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wird auf der 20,8 Kilometer langen Nordschleife ausgetragen. Die besten Rundenzeiten aus dem letzten Jahr lagen bei achteinhalb Minuten – im Training und bei trockener Fahrbahn.

In der VW-Lounge ist ein fester Platz für den Meteorologen reserviert. Langfristige, aber noch sehr unsichere Vorhersagen gibt er schon jetzt. „Wirklich zuverlässige Prognosen sind etwa drei Tage vor dem Rennen möglich. Die aktuellsten Aussagen zu Regenbeginn und -ende gibt es während des Rennens auch mal im Minutentakt, das hängt von der Wetter- und Wolkenlage ab; ein Schauer oder ein Gewitter bildet sich gern mal innerhalb weniger Minuten.“ Für die Vorhersagen nutzt Bernhard Mühr Modellprognosen, aktuelle Messdaten, Satellitenbilder und die kontinuierliche Beobachtung durch ein Niederschlagsradar. Nicht zuletzt ist die Augenbeobachtung der Wolken um den Nürburgring enorm wichtig – und natürlich sehr viel Erfahrung mit den Gegebenheiten vor Ort.

Bernhard Mühr war auch bei anderen Rennen schon erfolgreich tätig: Regelmäßig bei der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und dieses Jahr auch bei der Rallye Dakar, die wegen der politischen Lage in Westafrika nach Argentinien und Chile verlegt wurde.

„Wegen seiner exponierten Lage stellt der Nürburgring aber eine besondere Herausforderung dar: Bei vorherrschender West- oder Südwestströmung der Luft und dem kontinuierlichen Anstieg auf fast 700 Meter Höhe treten sehr überraschende und kurzfristige Veränderungen in der Wolkenstruktur auf“, beschreibt Bernhard Mühr die Aufgabe. „Da kommt es schnell mal zu Nebel oder Sprühregen – und das vielleicht auch nur auf Teilen der Strecke – und auf dem Regenradar sieht man davon überhaupt nichts!“

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner für die Wirtschaft.

 

jh, 19.05.2009

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Inge Arnold
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