Coronavirus: Von der Grundlagenforschung zu effizienten Luftreinigungssystemen

Europäisches Konsortium untersucht Tröpfchen- und Aerosolausbreitung
Wolkensimulationskammer AIDA
In der Wolkensimulationskammer AIDA am KIT untersuchen Forschende die Aerosolwechselwirkung und -dynamik in der Atmosphäre. (Markus Breig, KIT)

Neben Tröpfchen- und Schmierinfektionen ist der Transport durch Aerosole in der Luft nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand der häufigste Übertragungsweg von SARS-CoV-2. Ein europäisches Team, darunter Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), beschäftigt sich im Forschungsvorhaben CORAERO mit dem grundlegenden Verständnis der Tröpfchen- und Aerosolausbreitung und entwickelt technische und administrative Maßnahmen, die die Ausbreitung verhindern sollen. „Luftreinigungssysteme schränken Menschen weniger ein als Masken und eignen sich besonders für den Einsatz im Personennahverkehr, in Schulen oder Restaurants“, sagt Horst Hahn vom Institut für Nanotechnologie des KIT. Hahn und seine Arbeitsgruppe konzentrieren sich auf den am Institut entwickelten Aerobuster, ein intelligentes Luftreinigungssystem, das sie im Projekt weiter verbessern.

Vier Arbeitsgruppen des KIT beteiligt

Darüber hinaus sind drei weitere Arbeitsgruppen des KIT an CORAERO beteiligt. Am Institut für Meteorologie und Klimaforschung untersuchen Forschende in der Aerosol- und Wolkenkammer AIDA die Thermodynamik sowie die Struktur und Zusammensetzung von Aerosolen und Tröpfchen. Am Institut für Hochleistungsimpuls- und Mikrowellentechnik wird das Potenzial von Mikrowellen zur Inaktivierung von Viren in speziellen Filtern untersucht. Das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse beschäftigt sich unter anderem mit sozioökonomischen und ethischen Aspekten sowie der Nutzerakzeptanz bezüglich der Maßnahmen, die eine Ausbreitung von Aerosol- und Tröpfcheninfektionen verhindern. Die Helmholtz Gemeinschaft fördert das Projekt mit etwa sechs Millionen Euro.

ase, 11.05.2021