Lithium-Ionen-Batterien: Innovatives Schutztextil bringt Brände unter Kontrolle

Ausgezeichnete Kooperation von KIT und Mittelständler macht den Umgang mit Batterien sicherer
Abgebranntes Smartphone mit Netzteil
Ausgebrannt: Forschende des KIT haben gemeinsam mit der Planex GmbH ein Schutztextil entwickelt, mit dem Batteriebrände effektiv bekämpft werden können. (Foto: justoomm - stock.adobe.com)

Vom Smartphone bis zum Elektrofahrzeug – Lithium-Ionen-Batterien sind allgegenwärtig. Weniger bekannt sind die Gefahren, die vom Brand solcher Energiespeicher ausgehen. Die entstehenden Rauchgase etwa sind akut gesundheitsgefährdend, allen voran die Flusssäure. Neue Optionen der Brandbekämpfung eröffnet ein von der Forschungsstelle für Brandschutztechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gemeinsam mit der Ludwigshafener Planex GmbH entwickeltes Schutztextil.

Dieses Schutztextil wird wie eine Tasche über ein entflammtes Kleingerät gezogen. Die gasdurchlässigen Schichten der Tasche verhindern den Flammenaustritt, ein Kern aus Mineralerde bindet den giftigen Rauch. Bei Bedarf kann die Tasche auch als Decke entfaltet werden. In der XXL-Version lassen sich damit E-Fahrzeuge, deren Batterien nicht mehr gelöscht werden können, komplett abdecken.

„Aus mehr als 50 Textilien und Absorber-Materialien haben wir auf unseren Prüfständen diejenigen ermittelt, die den Anforderungen am besten entsprechen“, berichten die Leiter der Forschungsstelle, Dietmar Schelb und Ilian Dinkov. Versuchsreihen mit dem so konfigurierten Schutztextil zeigten, dass bis zu 97 Prozent der Rauchgase zurückgehalten werden. Bei Feuerwehren, Fluggesellschaften, Parkhausbetreibern und Autobauern stößt das auf großes Interesse. Die zweijährige Kooperation wurde durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert und als „Erfolgsbeispiel“ ausgezeichnet.

jha, 16.04.2021