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Nordkoreanischer Atomtest erschüttert Südwesten

Karlsruher Geophysiker messen nach Bombenzündung Erdstoß – Seismische Wellen brauchen zwölf Minuten für die Strecke von Ostasien nach Mitteleuropa.
Der Nordkoreanische Atomtest vom Sonntag hat Karlsruhe um einen Mikrometer angehoben (Grafik: KIT-GPI)
Der nordkoreanische Atomtest vom Sonntag hat Karlsruhe um einen Mikrometer angehoben (Grafik: KIT-GPI)

Der jüngste Atomtest des Regimes in Nordkorea war auch im Südwesten Deutschlands messbar. Zwei seismische Stationen, die Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in der Karlsruher Innenstadt und in Durlach betreiben, verzeichneten in der Nacht zum Sonntag Erschütterungen mit einer Raumwellenmagnitude von 6,3. „Das entspricht etwa einem mittleren Erdbeben“, sagt Toni Zieger vom Geophysikalischen Institut (siehe auch  Presseinformation 122/2017). „Zu spüren waren die Detonationen bei uns freilich nicht“, erklärt Zieger.

Bei den Stationen, die Teil des Karlsruher Breitband Arrays (KABBA) sind, welches vom GPI betrieben wird, handele es sich um hochsensible Messinstrumente, die weltweit Erschütterungen wahrnehmen können, so Zieger. Laut dem Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam erfolgte die Detonation in Nordkorea in der Nacht auf Sonntag um 5.30 Uhr (MESZ). Etwa zwölf Minuten später erreichten die seismischen Wellen Karlsruhe. Dabei kam es in Karlsruhe zu einer Anhebung beziehungsweise Absenkung des Bodens um fast einen Mikrometer.


mex, 05.09.2017