Reisekrankheit könnte autonomes Fahren ausbremsen
Viele kennen das Problem: Übelkeit während längerer Autofahrten. Mit autonomem Fahren könnte Reisekrankheit künftig noch mehr Menschen betreffen. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) untersucht, wie autonome Fahrzeuge solche Beschwerden früh erkennen und reduzieren können. Denn was heute nur Mitfahrende betrifft, könnte beim autonomen Fahren zu einer Herausforderung für nahezu alle werden.
Eva-Maria Knoch vom Institut für Fahrzeugsystemtechnik des KIT erforscht mit ihrem Team Ursachen und Gegenmaßnahmen. „Jede und jeder kann von Reisekrankheit betroffen sein. Beim autonomen Fahren werden wir alle zu Mitfahrenden. Dadurch können Faktoren zunehmen, die das Auftreten begünstigen.“
Sensoren erkennen Symptome frühzeitig
Reisekrankheit entsteht durch widersprüchliche Sinneseindrücke, also wenn das Gehirn unterschiedliche Signale von Augen, Gleichgewichtssinn und Körper nicht mehr richtig zusammenführen kann. „Typische Symptome sind Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen. Im autonomen Fahrzeug könnte das häufiger vorkommen, weil die Insassen ihre Aufmerksamkeit nicht mehr auf die Straße richten, sondern lesen, arbeiten oder Filme schauen“, sagt Knoch. „Wir arbeiten daran, Veränderungen des Wohlbefindens mit Sensoren frühzeitig zu erkennen.“
Zu den Lösungen gehören virtuelle Horizonte auf Displays, die Fahrzeugbewegungen sichtbar machen und so für Orientierung sorgen. Temperatur und Belüftung könnten für mehr Komfort angepasst werden, so Knoch: „Autonom fahren funktioniert grundsätzlich. Die technische Umsetzung ist machbar. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, autonome Fahrzeuge so zu entwickeln, dass Menschen sie komfortabel, sicher und entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse nutzen können.“
mex, 22.09.2026
