Energiewende: Natrium-Ionen-Speicher erweitert das Energy Lab des KIT

Neuartige Batterie schafft zusätzliche Möglichkeiten für die Erforschung zukünftiger Energiesysteme – hohe Rohstoffverfügbarkeit und Sicherheit
Geöffneter Natrium-Ionen-Speicher am Campus Nord des KIT. Marvin Dorn, KIT
Der neue Natrium-Ionen-Speicher im Energy Lab des KIT ermöglicht Untersuchungen zu Betrieb, Sicherheit und Integration dieser innovativen Batteriesysteme.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erweitert das Energy Lab, Europas führende Forschungsinfrastruktur für erneuerbare Energien, um einen Natrium-Ionen-Speicher. Dort erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den neuartigen Energiespeicher unter realitätsnahen Bedingungen. So stärkt das KIT seine Arbeiten zu sicheren, nachhaltigen und leistungsfähigen Speichertechnologien für die Energieversorgung der Zukunft.

„Spannende Forschungsfragen, denen wir nachgehen wollen, sind das Wärmemanagement und das Verhalten der Natrium-Ionen-Speicher unter verschiedenen Lasten“, erläutert Marvin Dorn vom Institut für Automation und angewandte Informatik des KIT. Darüber hinaus solle die Anlage als Testumgebung für neue Komponenten dienen, ergänzt Felix Schofer vom Elektrotechnischen Institut des KIT: „Wir können neue Zell- und Moduldesigns schnell integrieren und in der kontrollierten Infrastruktur des Energy Lab erproben.“

Europäische Wertschöpfungskette für höhere Versorgungssicherheit

Mit einer Kapazität von 100 Kilowattstunden und einer Leistung von 50 Kilowatt entspricht die Größenordnung des Speichers Anwendungen in Gewerbe und Industrie. Das Speichersystem hat ein Volumen von rund fünf Kubikmetern und wiegt etwa drei Tonnen.

Natrium-Ionen-Speicher gewinnen in Forschung und Industrie zunehmend an Bedeutung. Die benötigten Rohstoffe sind weltweit in großen Mengen verfügbar und kostengünstiger als jene für Lithium-Ionen-Batterien. Zudem lässt sich die gesamte Wertschöpfungskette in Europa aufbauen, was die Versorgungssicherheit stärken kann. Ein weiterer Vorteil ist die höhere chemische und thermische Stabilität der Technologie, wodurch sie sich besonders für Anwendungen mit hohen Sicherheitsanforderungen eignet.

jho, 03.08.2026