Bewegung tut gut

Eine Meta-Analyse von mehr als 60 alltagsnahen Studien belegt den Zusammenhang von körperlicher Aktivität und Wohlbefinden
Korb mit Sportausrüstung in einer Turnhalle; Menschen in Sportkleidung spielen im Hintergrund Ball. Amadeus Bramsiepe, KIT
Die ausgewerteten Studien erfassen körperliche Aktivität nicht im Labor, sondern direkt im Alltag der Teilnehmenden.

Obwohl allgemein bekannt ist, dass sich Bewegung positiv auf die Gesundheit auswirkt, sind viele Menschen unzureichend körperlich aktiv. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und internationale Partner haben in einer Meta-Analyse erstmals ausschließlich Studien berücksichtigt, die körperliche Aktivität und emotionales Wohlbefinden wiederholt im Alltag der Teilnehmenden erfassen. Auf diese Weise entstand ein Datensatz mit mehr als 300 000 Stimmungsabfragen – die bislang umfangreichste Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Bewegung und Stimmung im Alltag.

Unterschiedliche Muster im Stimmungsbild

Das emotionale Wohlbefinden steht dabei allgemein in einem positiven Zusammenhang mit vorausgegangener und nachfolgender körperlicher Aktivität. „Dabei lässt sich zwischen Zusammenhängen innerhalb von Personen – ‚wenn ich mich mehr bewege als sonst, geht es mir besser‘ – und zwischen Personen – ‚wenn ich mich allgemein mehr bewege als andere, geht es mir besser als anderen‘ – unterscheiden“, erklärt Professor Ulrich Ebner-Priemer vom Institut für Sport und Sportwissenschaft des KIT. Lediglich beim Aspekt Ruhe zeige sich ein gegenteiliger Effekt: Vor und nach körperlicher Aktivität fühlten sich die Teilnehmenden im Alltag tendenziell weniger ruhig und entspannt.

Der Meta-Analyse nach profitierten Personen mit niedrigem Wohlbefinden besonders stark von körperlicher Aktivität, was das Potenzial von Bewegung im Alltag für psychisch vulnerable Gruppen unterstreicht. Mehr als 95 Prozent der analysierten Personen fühlten sich vor oder nach körperlicher Aktivität energiegeladener. In den nächsten Jahren wollen die Forschenden personenbezogene und Kontextfaktoren identifizieren, um die beobachteten Zusammenhänge besser erklären zu können. Neben dem KIT waren die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Salzburg und das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim an der Studie beteiligt.

era, 18.05.2026