Neue Forschungsplattform zu effizientem Düngemitteleinsatz
Der Einsatz von Stickstoffdüngern ist zentral für die globale Nahrungsmittelproduktion, doch auf den Feldern wird durchschnittlich weniger als die Hälfte des ausgebrachten Stickstoffs von Pflanzen aufgenommen – der Rest belastet weltweit Klima, Böden und Gewässer. Mit der neugegründeten Forschungsplattform AgNUE (Agricultural Nitrogen Use Efficiency) wollen Forschende aus Europa und den USA Wege entwickeln, dieses globale Problem anzugehen und Verluste zu minimieren. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt sich an der von der Aarhus University in Dänemark koordinierten Initiative.
Bessere Daten für verlässliche Modelle
„Wenn wir Stickstoffverluste wirksam reduzieren wollen, brauchen wir Modelle, die die auf dem Feld ablaufenden Prozesse realistisch abbilden“, sagt Dr. Ralf Kiese vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung, dem Campus Alpin des KIT in Garmisch-Partenkirchen. „Unser erstes Ziel ist es deshalb, die Datengrundlage und Modellierung von Stickstoffflüssen deutlich zu verbessern. Darauf aufbauend wollen wir dann Lösungen zur Minderung der Verluste entwickeln, die sich landwirtschaftlich umsetzen lassen.“
Dafür erfasst AgNUE Stickstoffflüsse an intensiv überwachten Feldstandorten unter unterschiedlichen Klima-, Boden- und Bewirtschaftungsbedingungen. Die Forschenden bündeln die standardisiert erhobenen Daten und werten sie mit neuen Mess- und Analysemethoden aus. Auf dieser Grundlage sollen Modelle präziser vorhersagen, wie sich Bewirtschaftungspraktiken auf Emissionen und Erträge auswirken. Die Ergebnisse könnten eine belastbare Basis für Politik, Landwirtschaft und Industrie liefern, um wirksame Maßnahmen umzusetzen.
mhe, 22.04.2026
