Neue Methode macht Konjunkturprognosen verständlicher

Forschende des KIT und HITS entwickeln ein transparentes Verfahren, das die Unsicherheit wirtschaftlicher Prognosen sichtbar macht.
Diagramm-Cluster: Sieben Liniendiagramme zu Inflationsraten (2018–2026) für Kanada, Deutschland, Frankreich, UK, Italien, Japan, USA. Friederike Becker, KIT
Prognoseintervalle für die G7-Staaten, die mit dem neuen Verfahren erstellt wurden.

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft interessieren sich dafür, wie sich zentrale Wirtschaftsindikatoren entwickeln. Prognosen zu Wachstum und Inflation sind leicht verfügbar, doch die Unsicherheit dahinter bleibt oft unklar. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigt gemeinsam mit dem Heidelberg Institute for Theoretical Studies (HITS), wie sich diese Unsicherheit unkompliziert messen lässt.

Einfaches Verfahren statt komplexer Modelle

Die Forschenden haben eine Methode entwickelt, die Prognoseintervalle für Wachstum und Inflation der führenden Industrienationen erstellt. Damit können sie Aussagen wie „Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent wird die Inflation in Deutschland im Jahr 2026 zwischen 0,5 Prozent und 3 Prozent liegen“ treffen. Grundlage sind Punktprognosen des Internationalen Währungsfonds und eine Analyse früherer Prognosefehler.

„Das Verfahren ist transparent und leicht anzuwenden“, sagt Friederike Becker, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Statistik des KIT. Melanie Schienle, Professorin am KIT und Senior Researcher am HITS, ergänzt: „Wir nutzen die Expertise des Internationalen Währungsfonds und erzielen Ergebnisse, die mit komplexen statistischen Modellen vergleichbar sind.“

Die Methode eignet sich für alle Arten von Punktprognosen, sofern Daten zu früheren Fehlern vorliegen. Sie ist interpretierbar, transparent und auch ohne statistisches Fachwissen nutzbar. Aktuelle Prognoseintervalle werden auf einer öffentlich zugänglichen Website bereitgestellt.

jho, 09.02.2026