Pilze als Baustoff: KIT prüft neuartige Werkstoffe

Neuer Sonderforschungsbereich MYCO-BUILD erforscht und entwickelt pilzbasierte Baumaterialien – DFG-Förderung über 10 Millionen Euro
Zwei große Materialblöcke auf Pilzbasis Martin Weinhold, TU Berlin
Die erste interdisziplinäre Erforschung von Pilzwerkstoffen soll mehr solcher Pilzkompositbausteine hervorbringen.

Rund 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen stammen aus der Baubranche. Im Kampf gegen die Klimakrise spielt daher die Entwicklung nachhaltiger Baustoffe eine zentrale Rolle. Der neu bewilligte Sonderforschungsbereich 1743 „MYCO BUILD“ untersucht mit Beteiligung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) neuartige Baumaterialien auf Pilzbasis. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben in den kommenden vier Jahren mit rund 10,3 Millionen Euro.

Interdisziplinäres Vorhaben von der Bauphysik bis zur Nachhaltigkeitsbewertung

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Biologie, Chemie, Physik, Materialwissenschaften und Architektur erforschen dabei Strukturen von der Mikroebene bis zu großen Bauteilen. Im Fokus stehen die mechanischen, thermischen, akustischen und bautechnischen Eigenschaften der Werkstoffe. 

Das Institut für Massivbau und Baustofftechnologie (IMB) des KIT beteiligt sich mit einem Teilprojekt zu den bauphysikalischen Eigenschaften – einschließlich des Brandschutzes – der Werkstoffe an dem Verbund. „Wir wollen verstehen, wie sich die Materialien im realen Bauumfeld verhalten und welche Standards sie künftig erfüllen können“, so Professor Frank Dehn vom IMB. Ziel ist es, langfristig die Basis von Produkten für die Bauindustrie zu entwickeln. 

Die Forschenden untersuchen außerdem unter anderem, welche Pilzarten sich als Baumaterial am besten eignen, welche Pflanzenabfälle als Ausgangsstoffe dienen können und wie ein effizienter Herstellungsprozess aussieht – ergänzt um KI-gestützte Nachhaltigkeitsbewertungen.

iha, 27.01.2026