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Endlagersuche: Bundestag beruft Grunwald

Armin Grunwald, Physiker, Philosoph und Experte für Technikfolgenabschätzung, von Bundestag in Nationales Begleitgremium für die Endlagersuche berufen

Armin Grunwald wurde vom Bundestag in das Begleitgremium gemäß dem Standortauswahlgesetz gewählt. Zentrale Aufgaben des Nationalen Begleitgremiums sind die vermittelnde Begleitung und Überwachung des Standortauswahlverfahrens für die Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe. Eine besondere Stellung hat dabei die Umsetzung der Partizipation im Verfahren.

„Die Suche nach einem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit wird nur erfolgreich sein, wenn ein gesellschaftlicher Konsens erreicht werden kann“, unterstreicht Armin Grunwald. Der Physiker und Philosoph ist Experte für Technikfolgenabschätzung und befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen technischem Fortschritt, gesellschaftlicher Entwicklung und kulturellem Wandel. Als Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) schafft er faktenbasierte Grundlagen für politisches Handeln. Am KIT leitet er das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS). Grunwald war bereits Mitglied der Kommission "Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe" des Bundestages.

Dem Nationalen Begleitgremium für die Endlagersuche kommt eine relevante Rolle zu, die Standortsuche als ein sich selbst hinterfragendes System zu realisieren. Seine Aufgabe ist es, die Sicherheits- und Selbstreflexionskultur in den beteiligten Institutionen und im gesamten Auswahlverfahren kritisch zu beobachten und an der Etablierung einer kritikfreundlichen Kultur mitzuwirken. Das Nationale Begleitgremium soll im Dialog und Austausch mit der Öffentlichkeit und allen Akteuren des Standortauswahlverfahrens stehen und setzt sich bei Konflikten vermittelnd ein. Es besteht zunächst aus drei Bürgerinnen und Bürgern sowie sechs anerkannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Neben Armin Grunwald sind das etwa der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer, der Präsident des Deutschen Naturschutzrings Kai Niebert oder Klaus Brunsmeier vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Ihre Berichte werden öffentlich sein, abweichende Meinungen inklusive. Die eigentliche Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfallstoffe inklusive Bürgerbeteiligungen und Regionalkonferenzen soll spätestens 2018 beginnen.

Videointerview mit Armin Grunwald zum Abschluss der Endlagerkommission:

 



kes, 24.11.2016