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Navigationshilfe für Sehbehinderte und Sehende: "Annäherungshut" macht Räume spürbar

Tragbares System informiert Benutzer mittels Druck auf den Kopf über die räumliche Umgebung und hilft Hindernisse wahrzunehmen
Sensoren und Druckstempel des ProximityHat vermitteln Informationen über die Umgebung (Abb.: KIT)
Sensoren und Druckstempel des ProximityHat vermitteln Informationen über die Umgebung (Abbildung: KIT)
 Aufbau des ProximityHat (Foto: KIT)
Aufbau des ProximityHat (Foto: KIT)

Ultraschallsensoren, Batterien und Druckstempel stecken in dem neuartigen System, das sich wie ein Hut oder Stirnband auf den Kopf setzen lässt. Seinem Träger übermittelt es durch schwächeren oder stärkeren Druck Information darüber, wie nah sich Wände, Durchgänge oder Gegenstände befinden. Das System mit dem Namen ProximityHat - deutsch etwa Annäherungshut - vermisst die jeweilige Umgebung in Echtzeit und könnte Sehbehinderte ebenso bei der Orientierung im Raum unterstützen wie Feuerwehrleute in einem verrauchten Gebäude.

Ziel der Entwicklung von ProximityHat ist ein präzise arbeitendes Hilfsmittel, das dem Nutzer Distanzinformation liefert, ohne ihn zu irritieren, wie dies bei der Kommunikation über Tonsignale oder Vibration der Fall sein kann. Der neue Ansatz, den der Diplomarchitekt Florian Braun für seine Bachelor-Arbeit im Fach Informatik am Lehrstuhl für Pervasive Computing Systems des KIT gewählt hat, nutzt die Reizwahrnehmung durch Druck.

Das Feedback durch Druck könnte Sehbehinderte und Blinde unterstützen, ihre Umgebung sicher, schnell und umfassend einzuschätzen. In Helme eingebaut könnte ProximityHat Feuerwehrleuten helfen, sich in verrauchten Räumen zurechtzufinden und Estrichlegern oder Monteuren solche Arbeiten zu erleichtern, die sie rückwärts gehend ausführen. Die Information per Druck habe gegenüber anderen Lösungen den Vorteil, keine anderen Sinne zu beeinträchtigen, so der Autor der Arbeit.



Ausführliche Informationen in der Pressemitteilung.


afr/del, 08.01.2016