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Schnelles Zeichnen von komplexen Beziehungen

Informatiker des KIT veröffentlichen Graphzeichnungstool "KaDraw", das komplexe Graphen etwa 30 Mal schneller zeichnet als bislang verfügbare Werkzeuge.
Schnelles Zeichnen von komplexen Beziehungen
KaDraw zeichnet komplexe Graphen effizienter und optimiert deren Darstellung. (Grafik: Dr. Christian Schulz, KIT)

Ob im Liniennetzplan von Verkehrsunternehmen, bei der Routenplanung im Auto oder bei der Dynamik von Freundschaftsbeziehungen in sozialen Netzwerken: Detailreiche Informationen können vom Menschen am besten visuell erfasst werden. Doch damit entsprechende Graphen gut lesbar sind, müssen Computer ein gutes Layout – also eine optimale Positionierung aller Knotenpunkte und Verbindungen berechnen. Bei großem Detailreichtum ist dafür eine enorme Rechenleistung notwendig. Um diesen Zeichenprozess zu beschleunigen, haben Informatiker des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) das Graphzeichnungstool "KaDraw" entwickelt, welches ab sofort unter einer General Public License zum Download bereitsteht.

Qualitätskriterien für graphische Darstellungen sind hoch

Die Qualitätskriterien für eine lesbare graphische Darstellung komplexer Beziehungen sind hoch. Beispielsweise müssen die Knotenpunkte weit genug auseinander liegen, um als solche erfasst werden zu können. Gleichzeitig muss das Graphzeichnungstool alle Kanten so anordnen, dass sie für den Betrachter erkennbar bleiben und nicht willkürlich übereinander liegen. Alle zu beachtenden Kriterien werden deshalb in einer Zielfunktion formuliert. Um diese zu optimieren und gleichzeitig die Effizienz bei der Berechnung zu steigern, hat das Team um Christian Schulz, Henning Meyerhenke und Martin Nöllenburg vom Institut für Theoretische Informatik am KIT das Graphzeichnungstool "KaDraw" entwickelt.

"KaDraw": dynamische Graphen schneller zeichnen

Nicht nur statische Graphen können durch "KaDraw" schneller gezeichnet werden. Auch dynamische Graphen, also Graphen, deren Beziehungen sich im Laufe der Zeit verändern, können mit dem Karlsruher System deutlich effizienter bearbeitet werden. Ein Beispiel für dynamische Graphen sind die Freundschaftsbeziehungen in sozialen Netzwerken. Diese unterliegen - etwa durch hinzukommende Freundschaften - einer stetigen Veränderung. "Bei dynamischen Graphen kann man eine bereits vorhandene Zeichnung in unser System eingeben und daraus ein neues Layout mit neuen Beziehungen zeichnen lassen", erklärt Henning Meyerhenke.

Ab sofort steht das Graphenzeichnungstool unter einer General Public License (GPL) zur Verfügung. Zeitgleich präsentieren die Wissenschaftler ihr Tool auf der Fachtagung „Graph Drawing and Network Visualization“.

Ausführliche Informationen zu dem neuen Tool in der Pressemitteilung


ses, 24.09.2015