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Sichere Entsorgung für gefährliche Baustoffe

Eine von Wissenschaftlern des KIT entwickelte mobile Kompaktpresse ermöglicht die ressourcenschonende Entsorgung künstlicher Mineralfasern. Interessierte können die Presse bei einer Vorführung am 6. Mai erleben.
Blick auf die mobile Kompaktpresse
Mit der mobilen Kompaktpresse können Abfälle vor Ort komprimiert werden. (Foto: KIT)
Vertreter der Europäischen Kommission am Institut TMB des KIT
Vertreter der Europäischen Kommission zu Besuch beim Institut für Technologie und Management im Baubetrieb (TMB) (Foto: KIT)

Jährlich fallen allein in Baden-Württemberg bei Abbrucharbeiten über 700.000 Tonnen Bauschutt an. Unter dem Bauschutt befinden sich große Mengen künstlicher Mineralfasern (KMF). Die meist gesundheitsschädlichen Stoffe müssen über weite Strecken zu speziellen Deponien transportiert werden. Der Einsatz einer am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelten mobilen Kompaktpresse hilft, dabei die Umwelt zu schützen und Kosten zu minimieren.

Den Wissenschaftlern ist es gelungen, eine eigens konstruierte Schneckenpresse in einen speziellen normgerechten Abrollcontainer zu integrieren. Entsorger könnten die Abfälle so direkt vor Ort mit einem Verdichtungsverhältnis von mehr als 10:1 im Vergleich zum Ausgangsstoff komprimieren.

Schadstoffemissionen beim Transport können verringert werden

Das senkt nicht nur die Kosten zur Einlagerung auf der Deponie, sondern vor allem auch die Schadstoffemissionen beim Transport. Ein enormes Einsparpotenzial, bedenkt man, dass in Deutschland jährlich rund 120.000 Tonnen als gefährlich eingestufte KMF-Abfälle anfallen – mit steigender Tendenz, da viele mit KMF gedämmte Bauwerke erst in den kommenden Jahren das Ende ihrer Nutzungszeit erreichen.

Auch im Hinblick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz bringt die Anlage, die bereits in den kommenden Monaten ihre Marktreife erlangen soll, enorme Vorteile: Die besonders gesundheitsschädlichen Feinstäube werden von einer integrierten Absauganlage unschädlich gemacht, so dass der Betrieb gänzlich ohne Staubemission erfolgt. Das Pressprodukt wird dabei für den weiteren Umschlag und Transport staubdicht verpackt.

Öffentliche Vorführung der Anlage am 6. Mai

Die Wissenschaftler demonstrieren ihre Anlage der interessierten Öffentlichkeit anlässlich der Europawoche am Mittwoch, 6. Mai, von 10.00 bis 15.00 Uhr neben dem Gebäude 50.33 am Campus Süd des KIT (Einfahrt Fasanengarten). Zwischen 11.15 und 12.15 Uhr besuchen Michel-Eric Dufeil, Referatsleiter, und Eva Lieber, Programme Manager, im Referat für Deutschland und die Niederlande in der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission, die Veranstaltung.


Ausführliche Presseinformation


jm, 04.05.2015