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Mikrostrukturtechnik: Nanopelz trennt Öl von Wasser

Nach Ölunfällen auf Gewässern breiten sich schwimmende Ölteppiche großflächig aus, vergiften Tiere, Strände und Ufer. Um das Öl zu bergen und den Schaden zu begrenzen, muss es vom Wasser getrennt werden.

Forscher des KIT haben nun eine neue Kunststofffolie mit feinen Mikrohärchen entwickelt, die das Öl effizient aufsaugen könnte. Die neue Folie zieht nicht nur Öle an, sondern wirkt auch abstoßend auf Wasser. Dadurch kann sie mehr der schmierigen Flüssigkeit aufnehmen als beispielsweise Sägespäne, die sich zur Hälfte mit Wasser vollsaugen.

Feine, winzig kleine Härchen vergrößern die Folien-Oberfläche, so dass hier dreimal so viel Öl haften bleibt wie an einer unstrukturierten Folie. „Unser Vorbild für diesen ‚Nanopelz‘ waren die Blätter des Wasserfarns Salvinia: Sie sind ähnlich strukturiert, stark wasserabweisend und bleiben so auch unter Wasser trocken“, sagt Hendrik Hölscher vom Institut für Mikrostrukturtechnik des KIT.

Die Kunststoffhärchen entstehen, wenn die Folie von einer heißen Stahlplatte abgezogen wird und wie Fonduekäse Fäden zieht. Derzeit sind die Forscher auf der Suche nach einem Industriepartner, um das Verfahren auf Stahlwalzen zu übertragen und die Folie großflächig herzustellen. Damit wäre eine umweltverträgliche Alternative zur Ölbekämpfung gefunden, bei der das Öl weder verbrannt noch mit Chemikalien zersetzt werden muss.

Weitere Informationen: Technologiebörse

 

21.07.2014