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Biochemie: Die Dosis macht’s – auch bei Brokkoli

Schützt Brokkoli vor Krebs der Bauchspeicheldrüse? Richtig ist, dass der Inhaltsstoff Sulforaphan Entgiftungsmechanismen in der Zelle fördert. Allerdings beeinträchtigt er auch wichtige Reparaturmechanismen, die Schäden des Erbguts (DNA) entfernen. Dies haben KIT-Forscher nun herausgefunden und im Fachmagazin "Archives of Toxicology" veröffentlicht.

Andrea Hartwig, Professorin für Lebensmittelchemie und Toxikologie am KIT, rät daher davon ab, Brokkoli-basierte Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Auf dem Markt gebe es Präparate, die mitunter so große Mengen an Sulforaphan und weiteren bioaktiven Inhaltsstoffen enthielten, wie ein Kilogramm Brokkoli. In Zellen setzt Sulforaphan auf molekularer Ebene Zink frei und löst dadurch eine Entgiftungsreaktion aus.

Zink ist aber auch wesentlicher Bestandteil der DNA-Reparaturproteine. Die KIT-Forscher zeigten in mehreren Versuchsreihen, dass der pflanzliche Wirkstoff hier gleichfalls Zink herauslösen und so die Proteine schädigen kann. Im nächsten Schritt verursachten sie gezielt DNA-Schäden und tatsächlich hemmte das Sulforaphan den einsetzenden Reparaturprozess. "Wir können zwar nicht von Zellkulturuntersuchungen direkt auf den Menschen rückschließen, aber es ist sicher sinnvoll, sich an die alte Weisheit Paracelsus‘ zu erinnern: ‚Die Dosis macht´s‘", so Hartwig.

Siehe auch: Die Studie im Portal des NCBI.

20.03.2014