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Eine Hochschule für alle? – Ist das Fernstudienzentrum in Karlsruhe barrierefrei?

Im Rahmen der bundesweiten Tagung der Behinderten und chronisch Kranken an der Fernuniversität wurde jüngst auch der barrierefreie Zugang des Fernstudienzentrums am KIT überprüft.
Eingang zum Fernstudienzentrum
Barrierefrei? (Foto: FSZ)

Das Fernstudienzentrum (FSZ) ist im Auftrag des Landes Baden-Württemberg Ansprechpartner für Fernstudieninteressierte und für über 4.300 Studierende aus der Region, die an der FernUniversität in Hagen eingeschrieben sind. In rund 800 Einzelveranstaltungen pro Jahr erhalten Fernstudierende fachliche Unterstützung vor Ort. Aber kann dieses Angebot auch von allen Interessierten genutzt werden? Dieser Frage sollte unlängst während eines Besuchs in Karlsruhe nachgegangen werden.

Nach der Vorstellung des Fernstudienzentrums und dessen Angebote beantworteten FSZ-Geschäftsführerin Michaela Koehl und Studienberaterin Sabine Paul-Heilmann die zahlreichen Fragen aus dem Plenum. Welche Unterstützungsmöglichkeiten Studierende mit Behinderung am KIT nutzen können, wurde ebenfalls mit Interesse verfolgt. So sollen manche Dienstleistungen als Anregung an die Heimathochschule weitergegeben werden.

Anschließend wurden bei einer Begehung des Gebäudes die zahlreichen Hinweise der betroffenen Teilnehmenden aufgenommen. So sollte für Sehbehinderte die Raumausschilderung in größerer Schrift, schwarz auf weiß angebracht sein und Markierungsstreifen auf den Stufen und an den Türschwellen die Orientierung erleichtern. Ein Handlauf auf beiden Seiten der Treppe kann für mobilitätseingeschränkte Menschen die Unfallgefahr deutlich mindern.

Eine Erleichterung wäre auch, wenn Tafelaufschriebe elektronisch zur Verfügung gestellt würden oder abfotografiert werden könnten. Leider ist derzeit für Rollstuhlfahrer kein Zugang ohne fremde Hilfe möglich, da sich die Tür nach außen öffnet und die Rampe eine zu starke Neigung aufweist. Es wurde vorgeschlagen, die Türöffnung mit einem Bewegungsmelder zu koppeln. Außerdem kann der Aufzug nur nach Anmeldung und in Begleitung genutzt werden.

Lobend wurde erwähnt, dass alle Seminare in einem Gebäude im Zentrum von Karlsruhe stattfinden und Studierende mit Beeinträchtigung hier Klausuren schreiben können. Einige der Vorschläge können schnell und kostengünstig umgesetzt werden, andere werden an die Behindertenbeauftragte des KIT, Angelika Scherwitz-Gallegos, weitergegeben. Sie hatte im Vorfeld über die Situation am KIT berichtet und Informationen zur Verfügung gestellt.

Die Hinweise, die das Fernstudienzentrum erhalten hat, kommen auch den Studierenden des KIT zugute, da in den Seminarräumen tagsüber Veranstaltungen des Sprachenzentrums und des Studienkollegs stattfinden. "Die Tagung hat auf jeden Fall zur Sensibilisierung in Bezug auf Chancengleichheit beigetragen und wir hoffen, dass dadurch ein kleiner Beitrag zur Umsetzung der 'Hochschule für alle' geleistet werden kann", so das Fazit von Michaela Koehl.


16.11.2010