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Presseinformation 066/2016

Karlsruhe will Pionierregion für autonomes Fahren werden

Konsortium aus Städten und Forschungsinstituten bewirbt sich um „Testfeld zum vernetzten und automatisierten Fahren“ / Gemeinderat beschließt Eigenmittel für geplantes 4,6-Mio.-Euro-Projekt
In Stadtvierteln und Strecken in Karlsruhe und Umland sollen automatisiertes und vernetztes Fahren in realen Umgebungen erprobt werden. (Karte: FZI)
In Stadtvierteln und Strecken in Karlsruhe und Umland sollen automatisiertes und vernetztes Fahren in realen Umgebungen erprobt werden. (Karte: FZI)

Bei der Verknüpfung von Mobilität und Digitalisierung möchte Karlsruhe eine führende Rolle einnehmen. Ein Konsortium aus KIT und regionalen Partnern bewirbt sich beim Land darum, Teststrecken in der Region einzurichten. Auf diesem Testfeld können Firmen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Technologien und Dienstleistungen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben. Mit dem Beschluss des Gemeinderats Karlsruhe und der Partner wurden nun die notwendigen Eigenmittel für das 4,6- Millionen-Euro-Projekt freigegeben. 

 


(v.l.) Stefan Huber, Geschäftsführer Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH; Dr. Dieter Willersinn, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB; Prof. Dr. Dieter Höpfel, Prorektor der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft; Prof. Eric Sax, Leiter des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung am KIT und Direktor am FZI; Prof. Dr.-Ing. J. Marius Zöllner, Vorstand des FZI Forschungszentrum Informatik und Professor am KIT; Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe

 

In dem Konsortium engagieren sich das Karlsruher Institut für Technologie, die Stadt Karlsruhe, die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und die Stadt Bruchsal unter Leitung des FZI Forschungszentrum Informatik am KIT.

 

„Die Symbiose von Mobilität und Informationstechnik verspricht Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen und wird zu völlig neuen Mobilitätskonzepten führen“, erklärt Professor Holger Hanselka, Präsident das KIT. „Im Testfeld leistet das KIT einen wichtigen Beitrag zur Verzahnung von Forschung und Anwendung ebenso wie von Autobranche und IKT-Industrie.“

 

(v.l.) Stefan Huber, Geschäftsführer Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH; Thomas Schamm, FZI Forschungszentrum Informatik; Dr. Dieter Willersinn, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB; Prof. Dr. Dieter Höpfel, Prorektor der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft; Prof. Eric Sax, Leiter des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung am KIT und Direktor am FZI; Prof. Dr.-Ing. J. Marius Zöllner, Vorstand des FZI Forschungszentrum Informatik und Professor am KIT; Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe

 

„Die Digitalisierung eröffnet viele Chancen, um Mobilität umweltfreundlicher, schneller und sicherer zu machen. Das ist entscheidend für die Zukunft unserer Städte. Und wir wollen mithelfen, clevere Lösungen zu finden“, sagt Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe. „Der Antrag ist schon jetzt ein Erfolg für die Region Karlsruhe, denn sechs Partner haben in kürzester Zeit ein anspruchsvolles Projekt auf die Beine gestellt."

 

„Karlsruhe hat als TechnologieRegion beste Voraussetzungen für ein Testfeld zum vernetzten und automatisierten Fahren: Hier ist nicht nur große Kompetenz in der IKT vorhanden – sowohl in der Forschung als auch in der Wirtschaft –, sondern es gibt auch starke Mobilitätsanbieter, -dienstleister und Technologieanbieter, die alle Berührungspunkte zur Mobilität haben und in die Entwicklung einbezogen werden wollen“, stellt Professor J. Marius Zöllner fest, Vorstand des FZI Forschungszentrum Informatik und Professor am KIT. „Wir wollen unsere Erfahrung aus über 30 Jahren interdisziplinärer Forschung an autonomen Systemen einbringen und das Karlsruher Testfeld zusammen mit den Partnern vorantreiben.“

 

„Die gesellschaftlichen Herausforderungen in der Mobilität brauchen einen starken Wissenstransfer von der Grundlagenforschung zur Anwendung“, unterstreicht Professor Eric Sax, Leiter des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung am KIT und Direktor am FZI. „In Karlsruhe haben wir genug kritische Masse aus Firmen und Forschungsinstituten sowohl in der Informationstechnik als auch in der Mobilität, um – verknüpft durch ein Testfeld – innovative Technologien, Dienste und Anwendungen zu entwickeln.“

 

„Autonomes Fahren wird unsere Gesellschaft räumlich, technisch und sozial bewegen. Im gemeinsamen Testfeld profitieren wir gemeinsam vom Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Karlsruhe und werden diesen durch die Erarbeitung von Konzepten für die Mobilität der Zukunft weiter profilieren“, sagt Professor Jürgen Beyerer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und Inhaber des Lehrstuhls für Interaktive Echtzeitsysteme am KIT. „Insbesondere mit unserer Expertise im Bereich produktiver Bildauswertesysteme möchten wir zum Erfolg des Projekts beitragen.“

 

„Die Entwicklung hochautomatisierter und autonomer Fahrzeuge wird in Zukunft auch neue Chancen eröffnen, die Verkehrssicherheit und -qualität deutlich zu steigern. Sie können dazu beitragen, die Umweltbeeinträchtigungen durch den Verkehr weiter zu reduzieren“, so Professor Christian Holldorb vom Institut für Verkehrsplanung und Infrastrukturmanagement an der Hochschule Karlsruhe. „Hierzu ist es erforderlich, die Wechselwirkungen mit der Straßeninfrastruktur und dem Straßenumfeld systematisch zu analysieren, wofür das vorgesehene Testfeld ideale Rahmenbedingungen schafft.“

 

Lösungen effektiv erproben

Über das Testfeld sollen Fahrzeugsysteme für automatisiertes und vernetztes Fahren im realen Straßenverkehr getestet und entwickelt werden. Hier können Anwendungen für die zukünftige Mobilität erprobt werden, etwa automatisiertes Fahren von Autos, Bussen oder Nutzfahrzeugen wie Straßenreinigung oder Zustelldienste. Zudem ließen sich die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen fortschreiben. Die Schaffung eines Testfelds wird dazu beitragen, dass technologische Lösungen im Umfeld der Digitalisierung der Mobilität effektiv erprobt werden können, etwa smarte Zusatzdienste oder Datenschutz. Durch ein frei zugängliches Testfeld werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren und die Niederlassung von Firmen aus dem Mobilitäts- und IKT-Sektor wird begünstigt.

 

Mit den beantragten Mitteln ist geplant, Verkehrsflächen unterschiedlichster Art für das automatisierte und vernetzte Fahren vorzubereiten. Dazu werden hochgenaue 3D-Karten erzeugt sowie Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren installiert. Die Daten werden aufgearbeitet und dann den Nutzern des Testfelds zur Verfügung gestellt. Weiterhin erhalten die Nutzer Informationen über die Schaltungen der Ampeln und die Bewegungen im Bus-, Stadt- und Straßenbahnverkehr. Es sollen Funkstrecken und langfristig neueste Telekommunikationstechniken eingerichtet werden, um eine robuste Datenübertragung von und zu den Fahrzeugen sicherzustellen.

 

Die Strecken des Testfelds werden von urbanen Bereichen mit gemischtem Fahrzeug-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr, über innerstädtische Tempo-30- und Tempo-50-Zonen, städtische Parkhäuser, Wohngebiete, Landes- und Bundesstraßen bis hin zu Autobahnabschnitten alle relevanten Straßentypen umfassen. Zu den geplanten Testzonen und -strecken zählen die drei Campus des KIT, die Oststadt, der Hauptbahnhof und südliche Stadtteile, verbindende Straßen sowie Autobahnstrecken bis Stuttgart und Heilbronn. Angebunden werden auch der Forschungscampus Bruchsal sowie die Testfelder für automatisierte Logistik und Nutzfahrzeuge in Bruchsal und Heilbronn.

 

Im Testfeld soll die vorhandene Straßeninfrastruktur genutzt werden. Für nicht am Testbetrieb beteiligte Verkehrsteilnehmer und Anwohner ergeben sich keine Änderungen oder Einschränkungen bei der Nutzung der Straßen. Erkennbar sein werden eventuell zusätzlich im Verkehrsraum zu installierende Sendeantennen für WLAN und Mobilfunk sowie Sensoren, die ausschließlich nicht personenbezogene Daten erheben. Der Testbetrieb wird über eine Leitstelle koordiniert und von dort überwacht. Die Testfahrzeuge sind mit aufwändiger Sicherheitstechnik ausgestattet und es ist bei der Erprobung gemäß geltender Vorgaben immer ein Sicherheitsfahrer im Fahrzeug. Darüber hinaus soll ein Internetportal eingerichtet werden, über das sich Bürgerinnen und Bürger über die Beschaffenheit und Ausstattung der Testfelder und -strecken informieren können und über das sie einen einfachen Zugriff haben auf beispielhaft ausgewählte Daten aus der Messtechnik.

 

Nachhaltige Mobilität verwirklichen

Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe ist bereit, für das Projekt insgesamt 190.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Einem entsprechenden Antrag hat das Gremium am 26. April 2016 zugestimmt. Diese Mittel sollen unter anderem in die für den Betrieb des Testfelds notwendige Aufrüstung von Ampelsystemen und in den Ausbau von KA-WLAN fließen. Außerdem erteilt die Stadt Karlsruhe die für das Testfeld notwendigen straßenrechtlichen Genehmigungen. Die Aufgaben der Testfeld-Betreibergesellschaft soll der Karlsruher Verkehrsverbund übernehmen. Und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe wollen ein mögliches Testfeld für Forschungszwecke nutzen. Geplant ist, autonom fahrende Elektro-Mini-Omnibusse zu erproben. Die Stadt Karlsruhe möchte dazu beitragen, nachhaltige Mobilität Wirklichkeit werden zu lassen – nicht zuletzt mit Blick auf die Umwelt und zum Vorteil mobilitätseingeschränkter Bevölkerungsgruppen.

 

 

Auch die Stadt Bruchsal beabsichtigt, das Testfeld als Partner des Konsortiums zu unterstützen. Sie leistet Vermessungs- und Ausbauarbeiten an den Teststrecken. In Bruchsal hat auch das Institut für Energieeffiziente Mobilität der Hochschule Karlsruhe (IEEM) seinen Sitz. Es verfügt über einen leistungsfähigen Prüfstand, an dem Fahrzeuge gewartet werden können. Das Areal der ehemaligen Dragonerkaserne soll ebenfalls in das Testfeld eingebunden werden.

 

Regionale Entwicklung stärken

Die Region Karlsruhe zeichnet aus, dass die Akteure aus Informationstechnik und Mobilität bereits in verschiedenen Netzwerken zusammen arbeiten, etwa mit dem CyberForum, der TechnologieRegion Karlsruhe, dem Technologiepark, der Profilregion Mobilitätssysteme, dem Tech Center a-drive, dem Projekthaus e-drive, RegioMove und dem Spitzencluster Elektromobilität Süd-West. Mit diesem einzigartigen Testfeld könnte die gemeinsame technologische Entwicklung von regionalen und überregionalen Partnern aus Informationstechnik und Mobilität verstetigt und nachhaltig verstärkt werden.

 

Mit dem Antrag bewirbt sich das Konsortium aus Karlsruher Institut für Technologie, die Stadt Karlsruhe, die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und die Stadt Bruchsal unter Leitung des FZI Forschungszentrum Informatik am KIT sowie weitere assoziierte Partner auf die Fördergelder des Landes Baden-Württemberg für den „Aufbau eines Testfelds zum vernetzten und automatisierten Fahren“. Das Konsortium plant Eigenmittel von rund 1,1 Millionen Euro in das Projekt einzubringen. Hinzu kommen noch über eine Million Euro von assoziierten Partnern und Industriepartnern. Für Konzeption, Planung und Ausbau des Testfelds stellt das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft dem Konsortium, das den Zuschlag erhält, 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Aufbau des Testfelds soll noch dieses Jahr begonnen werden; der Betrieb soll 2017 starten. Über die Ausschreibung soll ein technologieoffenes und einzelunternehmensunabhängiges Testfeld für das vernetzte und automatisierte Fahren in Baden-Württemberg entstehen.

 

Details zum KIT-Zentrum Mobilitätssysteme:

bei der Verknüpfung von Mobilität und Digitalisierung möchte Karlsruhe eine führende Rolle einnehmen. Ein Konsortium aus KIT und regionalen Partnern bewirbt sich beim Land darum, Teststrecken in der Region einzurichten. Auf diesem Testfeld können Firmen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Technologien und Dienstleistungen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben. Mit dem Beschluss des Gemeinderats Karlsruhe und der Partner wurden nun die notwendigen Eigenmittel für das 4,6- Millionen-Euro-Projekt freigegeben. 

 

In dem Konsortium engagieren sich das Karlsruher Institut für Technologie, die Stadt Karlsruhe, die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und die Stadt Bruchsal unter Leitung des FZI Forschungszentrum Informatik am KIT.

 

„Die Symbiose von Mobilität und Informationstechnik verspricht Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen und wird zu völlig neuen Mobilitätskonzepten führen“, erklärt Professor Holger Hanselka, Präsident das KIT. „Im Testfeld leistet das KIT einen wichtigen Beitrag zur Verzahnung von Forschung und Anwendung ebenso wie von Autobranche und IKT-Industrie.“

 

„Die Digitalisierung eröffnet viele Chancen, um Mobilität umweltfreundlicher, schneller und sicherer zu machen. Das ist entscheidend für die Zukunft unserer Städte. Und wir wollen mithelfen, clevere Lösungen zu finden“, sagt Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe. „Der Antrag ist schon jetzt ein Erfolg für die Region Karlsruhe, denn sechs Partner haben in kürzester Zeit ein anspruchsvolles Projekt auf die Beine gestellt."

 

„Karlsruhe hat als TechnologieRegion beste Voraussetzungen für ein Testfeld zum vernetzten und automatisierten Fahren: Hier ist nicht nur große Kompetenz in der IKT vorhanden – sowohl in der Forschung als auch in der Wirtschaft –, sondern es gibt auch starke Mobilitätsanbieter, -dienstleister und Technologieanbieter, die alle Berührungspunkte zur Mobilität haben und in die Entwicklung einbezogen werden wollen“, stellt Professor J. Marius Zöllner fest, Vorstand des FZI Forschungszentrum Informatik und Professor am KIT. „Wir wollen unsere Erfahrung aus über 30 Jahren interdisziplinärer Forschung an autonomen Systemen einbringen und das Karlsruher Testfeld zusammen mit den Partnern vorantreiben.“

 

„Die gesellschaftlichen Herausforderungen in der Mobilität brauchen einen starken Wissenstransfer von der Grundlagenforschung zur Anwendung“, unterstreicht Professor Eric Sax, Leiter des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung am KIT und Direktor am FZI. „In Karlsruhe haben wir genug kritische Masse aus Firmen und Forschungsinstituten sowohl in der Informationstechnik als auch in der Mobilität, um – verknüpft durch ein Testfeld – innovative Technologien, Dienste und Anwendungen zu entwickeln.“

 

„Autonomes Fahren wird unsere Gesellschaft räumlich, technisch und sozial bewegen. Im gemeinsamen Testfeld profitieren wir gemeinsam vom Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Karlsruhe und werden diesen durch die Erarbeitung von Konzepten für die Mobilität der Zukunft weiter profilieren“, sagt Professor Jürgen Beyerer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und Inhaber des Lehrstuhls für Interaktive Echtzeitsysteme am KIT. „Insbesondere mit unserer Expertise im Bereich produktiver Bildauswertesysteme möchten wir zum Erfolg des Projekts beitragen.“

 

„Die Entwicklung hochautomatisierter und autonomer Fahrzeuge wird in Zukunft auch neue Chancen eröffnen, die Verkehrssicherheit und -qualität deutlich zu steigern. Sie können dazu beitragen, die Umweltbeeinträchtigungen durch den Verkehr weiter zu reduzieren“, so Professor Christian Holldorb vom Institut für Verkehrsplanung und Infrastrukturmanagement an der Hochschule Karlsruhe. „Hierzu ist es erforderlich, die Wechselwirkungen mit der Straßeninfrastruktur und dem Straßenumfeld systematisch zu analysieren, wofür das vorgesehene Testfeld ideale Rahmenbedingungen schafft.“

 

Lösungen effektiv erproben

Über das Testfeld sollen Fahrzeugsysteme für automatisiertes und vernetztes Fahren im realen Straßenverkehr getestet und entwickelt werden. Hier können Anwendungen für die zukünftige Mobilität erprobt werden, etwa automatisiertes Fahren von Autos, Bussen oder Nutzfahrzeugen wie Straßenreinigung oder Zustelldienste. Zudem ließen sich die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen fortschreiben. Die Schaffung eines Testfelds wird dazu beitragen, dass technologische Lösungen im Umfeld der Digitalisierung der Mobilität effektiv erprobt werden können, etwa smarte Zusatzdienste oder Datenschutz. Durch ein frei zugängliches Testfeld werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren und die Niederlassung von Firmen aus dem Mobilitäts- und IKT-Sektor wird begünstigt.

 

Mit den beantragten Mitteln ist geplant, Verkehrsflächen unterschiedlichster Art für das automatisierte und vernetzte Fahren vorzubereiten. Dazu werden hochgenaue 3D-Karten erzeugt sowie Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren installiert. Die Daten werden aufgearbeitet und dann den Nutzern des Testfelds zur Verfügung gestellt. Weiterhin erhalten die Nutzer Informationen über die Schaltungen der Ampeln und die Bewegungen im Bus-, Stadt- und Straßenbahnverkehr. Es sollen Funkstrecken und langfristig neueste Telekommunikationstechniken eingerichtet werden, um eine robuste Datenübertragung von und zu den Fahrzeugen sicherzustellen.

 

 

Die Strecken des Testfelds werden von urbanen Bereichen mit gemischtem Fahrzeug-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr, über innerstädtische Tempo-30- und Tempo-50-Zonen, städtische Parkhäuser, Wohngebiete, Landes- und Bundesstraßen bis hin zu Autobahnabschnitten alle relevanten Straßentypen umfassen. Zu den geplanten Testzonen und -strecken zählen die drei Campus des KIT, die Oststadt, der Hauptbahnhof und südliche Stadtteile, verbindende Straßen sowie Autobahnstrecken bis Stuttgart und Heilbronn. Angebunden werden auch der Forschungscampus Bruchsal sowie die Testfelder für automatisierte Logistik und Nutzfahrzeuge in Bruchsal und Heilbronn.

 

 

Im Testfeld soll die vorhandene Straßeninfrastruktur genutzt werden. Für nicht am Testbetrieb beteiligte Verkehrsteilnehmer und Anwohner ergeben sich keine Änderungen oder Einschränkungen bei der Nutzung der Straßen. Erkennbar sein werden eventuell zusätzlich im Verkehrsraum zu installierende Sendeantennen für WLAN und Mobilfunk sowie Sensoren, die ausschließlich nicht personenbezogene Daten erheben. Der Testbetrieb wird über eine Leitstelle koordiniert und von dort überwacht. Die Testfahrzeuge sind mit aufwändiger Sicherheitstechnik ausgestattet und es ist bei der Erprobung gemäß geltender Vorgaben immer ein Sicherheitsfahrer im Fahrzeug. Darüber hinaus soll ein Internetportal eingerichtet werden, über das sich Bürgerinnen und Bürger über die Beschaffenheit und Ausstattung der Testfelder und -strecken informieren können und über das sie einen einfachen Zugriff haben auf beispielhaft ausgewählte Daten aus der Messtechnik.

 

Nachhaltige Mobilität verwirklichen

 

Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe ist bereit, für das Projekt insgesamt 190.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Einem entsprechenden Antrag hat das Gremium am 26. April 2016 zugestimmt. Diese Mittel sollen unter anderem in die für den Betrieb des Testfelds notwendige Aufrüstung von Ampelsystemen und in den Ausbau von KA-WLAN fließen. Außerdem erteilt die Stadt Karlsruhe die für das Testfeld notwendigen straßenrechtlichen Genehmigungen. Die Aufgaben der Testfeld-Betreibergesellschaft soll der Karlsruher Verkehrsverbund übernehmen. Und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe wollen ein mögliches Testfeld für Forschungszwecke nutzen. Geplant ist, autonom fahrende Elektro-Mini-Omnibusse zu erproben. Die Stadt Karlsruhe möchte dazu beitragen, nachhaltige Mobilität Wirklichkeit werden zu lassen – nicht zuletzt mit Blick auf die Umwelt und zum Vorteil mobilitätseingeschränkter Bevölkerungsgruppen.

 

Auch die Stadt Bruchsal beabsichtigt, das Testfeld als Partner des Konsortiums zu unterstützen. Sie leistet Vermessungs- und Ausbauarbeiten an den Teststrecken. In Bruchsal hat auch das Institut für Energieeffiziente Mobilität der Hochschule Karlsruhe (IEEM) seinen Sitz. Es verfügt über einen leistungsfähigen Prüfstand, an dem Fahrzeuge gewartet werden können. Das Areal der ehemaligen Dragonerkaserne soll ebenfalls in das Testfeld eingebunden werden.

 

Regionale Entwicklung stärken

Die Region Karlsruhe zeichnet aus, dass die Akteure aus Informationstechnik und Mobilität bereits in verschiedenen Netzwerken zusammen arbeiten, etwa mit dem CyberForum, der TechnologieRegion Karlsruhe, dem Technologiepark, der Profilregion Mobilitätssysteme, dem Tech Center a-drive, dem Projekthaus e-drive, RegioMove und dem Spitzencluster Elektromobilität Süd-West. Mit diesem einzigartigen Testfeld könnte die gemeinsame technologische Entwicklung von regionalen und überregionalen Partnern aus Informationstechnik und Mobilität verstetigt und nachhaltig verstärkt werden.

 

Mit dem Antrag bewirbt sich das Konsortium aus Karlsruher Institut für Technologie, die Stadt Karlsruhe, die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und die Stadt Bruchsal unter Leitung des FZI Forschungszentrum Informatik am KIT sowie weitere assoziierte Partner auf die Fördergelder des Landes Baden-Württemberg für den „Aufbau eines Testfelds zum vernetzten und automatisierten Fahren“. Das Konsortium plant Eigenmittel von rund 1,1 Millionen Euro in das Projekt einzubringen. Hinzu kommen noch über eine Million Euro von assoziierten Partnern und Industriepartnern. Für Konzeption, Planung und Ausbau des Testfelds stellt das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft dem Konsortium, das den Zuschlag erhält, 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Aufbau des Testfelds soll noch dieses Jahr begonnen werden; der Betrieb soll 2017 starten. Über die Ausschreibung soll ein technologieoffenes und einzelunternehmensunabhängiges Testfeld für das vernetzte und automatisierte Fahren in Baden-Württemberg entstehen.

 

Details zum KIT-Zentrum Mobilitätssysteme: http://www.mobilitaetssysteme.kit.edu

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 500 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

kes, 28.04.2016

Weiterer Pressekontakt:

Kosta Schinarakis
Themenscout
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Die Presseinformation steht auch als PDF-Datei zur Verfügung.