Verschlüsselungstechniken haben Kriege mitentschieden und Liebesaffären begleitet – heute machen sie Geschäfte in der digitalen Welt möglich. Die Prinzipien der Kryptographie (gr. ‚Geheimschrift‘) greifbarer zu machen, ist Ziel des „Kryptologikums“, welches das Kompetenzzentrum für Angewandte Sicherheitstechnologie KASTEL des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) initiiert hat: Die Ausstellung findet vom 01. bis zum 03. Februar 2013 im ZKM I Zentrum für Kunst und Medientechnologie statt. Zur Eröffnung am Donnerstag, 31. Januar, 18 Uhr, sind Journalistinnen und Journalisten herzlich eingeladen. (Anmeldungen mit beiliegendem Formular.)
Kryptographie ist das Absichern informationstechnischer Systeme gegen Manipulation, ganz gleich, ob es sich dabei um moderne ITSysteme oder geheime Briefe handelt. So sind historische kryptographische Prinzipien naturgemäß genauso wenig auf den ersten Blick zu durchschauen wie moderne. Das Kryptologikum zielt darauf, diese Prinzipien einem breiten Publikum spielerisch zu vermitteln und die Ideen und Konzepte der Kryptographie sichtbar, erfahrbar und greifbar zu machen. „So zeigt beispielsweise die Station ‚Münzwurf am Telefon‘, wie die bekannte Kopf-oder-Zahl-Frage mit einfachsten kryptographischen Methoden auch dann sicher und zuverlässig eine Entscheidung zulässt, wenn die Beteiligten an unterschiedlichen Orten sind“, sagt Professor Jörn Müller-Quade, der Initiator des Kryptologikums.
Daneben zeigt die Ausstellung auch historische Verschlüsselungsmaschinen, unter anderem eine „Enigma“ (gr. ‚Rätsel‘) aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Für das Kryptologikum haben die Veranstalter eine Sammlung zusammengetragen, die in dieser Form zum ersten Mal präsentiert wird. Mit historischen Verfahren und den Möglichkeiten moderner Verschlüsselung zeigt sie nicht nur die Kryptographie im Wandel der Zeit, sondern regt auch zum Dialog über die IT-Sicherheit an. Im Informationszeitalter gewinnt das Verschlüsseln von Daten weiter an Bedeutung: Die zunehmende Vernetzung, die Entwicklung intelligenter Infrastrukturen und die Auslagerung von Anwendungen ins Internet erhöhen die Anforderungen an moderne IT-Sicherheit.
Am KIT beschäftigt sich das Kompetenzzentrum für Angewandte Sicherheitstechnologie KASTEL mit Fragen der Cybersicherheit. „Zusätzlich zum klassischen Schutz der Peripherie müssen auch Bedrohungen von innen, zum Beispiel durch Trojaner, abgewehrt werden, und es genügt heute nicht mehr, die Sicherheit von Teilsystemen zu betrachten“, so Müller-Quade, der das Institut für Kryptographie und Sicherheit am KIT leitet und einer der Initiatoren von KASTEL ist. Die Gesamtsicherheit erfordert neue Bedrohungsmodelle, Sicherheitsziele und Methoden. Dazu kooperieren elf Lehrstühle des KIT aus den Fachbereichen Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften. KASTEL ist eines von deutschlandweit drei Forschungszentren für Cybersicherheit, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2011 eingerichtet hat.
Das Kryptologikum ist eine Veranstaltung des Kompetenzzentrums für Angewandte Sicherheitstechnologie KASTEL am KIT in Kooperation mit dem ZKM I Zentrum für Kunst und Medientechnologie und der Karlsruher IT-Sicherheitsiniative KA-IT-Si.
Weitere Informationen zu Ausstellung, Öffnungszeiten, Führungen sowie Begleitprogramm: www.kryptologikum.de
Programm der Eröffnungsfeier am 31.01.2013
Eröffnungsfeier in Zusammenarbeit mit der Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative KA-IT-Si
18:00 Uhr
Begrüßung im ZKM_Kubus
Dirk Fox, Secorvo Security Consulting GmbH
18:05 Uhr Grußworte des ZKM
18:10 Uhr
Grußwort der Stadt Karlsruhe
Erste Bürgermeisterin
Margret Mergen
18:15 Uhr
Vortrag zu Exponaten des Kryptologikums
Professor Jörn
Müller-Quade, KIT
Aufführung
des 4-teiligen Musikstücks „KAS
TEL-
Symphonie“,
Komposition und Arrangement
Johannes Helsberg, im
ZKM_Kubus
ca. 19:15 Uhr Sektempfang vor dem ZKM_Kubus
anschl. Besuch der Ausstellung auf dem Musikbalkon des ZKM, Buffet
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.




