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Presseinformation 108/2016

Smileys zum Anfassen: Deutscher Studienpreis 2016 für grafisches Brailledisplay

Elisabeth Wilhelm entwickelte ein Computer-Display, das grafische Elemente für Sehgeschädigte fühlbar macht, und erhält hierfür den Deutschen Studienpreis 2016
Für ihre Dissertation „Entwicklung eines mikrofluidischen Brailledisplays“ erhielt Dr. Elisabeth Wilhelm den Deutschen Studienpreis 2016 in der Sektion „Natur- und Technikwissenschaften“ (Bild: Körber-Stiftung/David Ausserhofer)
Für ihre Dissertation „Entwicklung eines mikrofluidischen Brailledisplays“ erhielt Dr. Elisabeth Wilhelm den Deutschen Studienpreis 2016 in der Sektion „Natur- und Technikwissenschaften“ (Bild: Körber-Stiftung/David Ausserhofer)

Viele Anwendungen auf digitalen Geräten arbeiten mit Grafiken: Widgets, Icons, Fenster, Menüs. Oft vereinfachen diese die Anwendung. Menschen mit Seheinschränkungen stellen sie jedoch vor eine Herausforderung, denn sogenannte Brailledisplays wandeln bisher nur Buchstaben in die Blindenschrift um. Elisabeth Wilhelm hat am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein Display entwickelt, das neben Buchstaben auch Bilder und Grafiken tastbar machen kann. Für ihre Dissertation erhält sie den Deutschen Studienpreis 2016 in der Sektion „Natur- und Technikwissenschaften“, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die Verleihung findet am 8. November in Berlin statt, gemeinsam mit Bundestagspräsident Norbert Lammert, der Schirmherr des Preises ist.

 

„Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat am KIT einen hohen Stellenwert“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. „Dabei steht gerade auch die Promotion als erster Karriereschritt im Fokus. Die Auszeichnung mit einem der begehrten Deutschen Studienpreise an die Maschinenbauingenieurin Elisabeth Wilhelm ist ein toller Erfolg – herzlichen Glückwunsch!“

 

Elisabeth Wilhelm hat am Institut für Mikrostrukturtechnik ein großflächiges, kostengünstiges Brailledisplay entwickelt, das grafische Inhalte fühlbar anzeigt. So will sie Sehgeschädigten trotz der wachsenden Bildlastigkeit des digitalen Informationsangebots den Zugang zu wichtigen grafischen Inhalten und Bedienungselementen ermöglichen. Bisherige Brailledisplays können diese nicht in Blindenschrift anzeigen. Wilhelms Display basiert auf einem mikrofluidischen Chip mit adressierbaren Phasenübergangsventilen: Sind einzelne Ventile geöffnet, kann eine speziell entwickelte Pumpe das Display an diesen Stellen leicht nach oben wölben. So entsteht ein Abdruck der digitalen Information, der nicht nur Buchstaben, sondern auch Formen als tastbare Bildpunkte abbilden kann. Diese Technik hat die Ingenieurin in einen exemplarischen Prototyp umgesetzt.

 

Mit dem Deutschen Studienpreis zeichnet die Körber-Stiftung jährlich die besten deutschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in den drei Sektionen „Geisteswissenschaften“, „Sozialwissenschaften“ und „Natur- und Technikwissenschaften“ aus. Er zählt mit einem Gesamtpreisgeld von über 100.000 Euro zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in der Bundesrepublik.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verbindet seine drei Kernaufgaben Forschung, Lehre und Innovation zu einer Mission. Mit rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 25 000 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.

KIT – Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft

wer, 22.07.2016

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Sarah Werner
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