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Presseinformation 156/2018

Reallabor gewinnt Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“

Auszeichnung für das Nachhaltigkeitsprojekt „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ des KIT
Impuls-Brennpunkt: Der „Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft“ ist das Projektbüro des Reallabors „Quartier Zukunft“ in der Karlsruher Oststadt (Foto: Tanja Meißner, KIT)
Impuls-Brennpunkt: Der „Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft“ ist das Projektbüro des Reallabors „Quartier Zukunft“ in der Karlsruher Oststadt (Foto: Tanja Meißner, KIT)

Wie funktioniert nachhaltiges Leben im Quartier? Wie sollten unsere Städte von morgen aussehen? Um das herauszufinden, testet ein Forscherteam des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) neue Ideen in der Karlsruher Oststadt. Das Reallabor „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ soll helfen, städtisches Leben partizipativer und nachhaltiger zu machen. Nun hat das Projekt den mit 25.000 Euro dotierten Forschungspreis „Transformative  Wissenschaft“ gewonnen. Der Preis – vergeben vom Wuppertal Institut und der Zempelin-Stiftung im Stifterverband – wird am 16. Januar 2019 während der „Darmstädter Tage der Transformation“ im Schader-Forum offiziell übergeben.

 

Klimawandel, Ressourcenknappheit, demografischer Wandel, verschuldete öffentliche Haushalte und soziale Ungleichheit erfordern eine umfassende, nachhaltige Entwicklung – lokal und global. Auf dem Weg zu einem gesamtgesellschaftlichen Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Lebensweise spielen Städte in vielerlei Hinsicht eine zentrale Rolle. Aber wie lassen sie sich in nachhaltige Lebensräume verwandeln? „Unsere Gesellschaft wird sich nur dann nachhaltig entwickeln, wenn Akteure aus allen gesellschaftlichen Bereichen die Entwicklung mitgestalten“, ist Dr. Oliver Parodi, Projektleiter des Reallabors „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ überzeugt.

 

Im „Zukunftsraum“ des Reallabors bestücken Anwohner ein interaktives, mit einem Stadtplan der Karlsruher Oststadt versehenes „Partizipa-tionswerkzeug“ mit Kärtchen. So lassen sich Nachhaltigkeitsideen oder -probleme erfragen, verorten, live sichtbar machen und zur Diskus-sion stellen. (Foto: Quartier Zukunft, KIT)
Im „Zukunftsraum“ des Reallabors bestücken Anwohner ein interaktives, mit einem Stadtplan der Karlsruher Oststadt versehenes „Partizipa-tionswerkzeug“ mit Kärtchen. So lassen sich Nachhaltigkeitsideen oder -probleme erfragen, verorten, live sichtbar machen und zur Diskus-sion stellen. (Foto: Quartier Zukunft, KIT)

 

Das Reallabor „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ probt eine Kultur der Nachhaltigkeit – unter anderem mit dem durch das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geförderten Projekt „Reallabor 131: KIT findet Stadt“. Die transdisziplinären, am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT angesiedelten Forschungs- und Entwicklungsprojekte möchten ein Stadtquartier mit seinen Bewohnerinnen und Bewohnern als enkeltaugliche Zukunft verwirklichen. Dafür gehen Projektleiter Dr. Oliver Parodi und sein multidisziplinär besetztes Team am ITAS den Fragen nach, wie nachhaltiges Stadtleben gelingen kann und wie europäische Städte in nachhaltige Lebensräume transformiert werden können.

 

Das Reallabor überzeugte die Jury besonders mit seiner innovativen konzeptionellen Herangehensweise sowie der lokalen Verankerung und erhält in diesem Jahr den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“. „Das Reallabor in der Oststadt ist eines der am weitesten entwickelten Quartier-Reallabore in Deutschland. In Karlsruhe wird mit vielen innovativen Formaten vorgelebt, wie fruchtbar gemeinsame Wissensentwicklung von Wissenschaft und Akteuren vor Ort für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung sein kann“, sagt Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts.

 

Der Preis wird während der dreitägigen Veranstaltung „Darmstädter Tage der Transformation“ am 16. Januar 2019 in Darmstadt offiziell verliehen (Schader-Forum, Goethestraße 2, ab 14.30 Uhr).

 

Von dem Preisgeld will das Projektteam 10.000 Euro als Startkapital für den Förderverein des Karlsruher Transformationszentrums einsetzen und damit Nachhaltigkeitsinitiativen aus der Zivilgesellschaft stärken. Rund 7.500 Euro sollen Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern aus dem Ausland zugutekommen, die das Quartier Zukunft besuchen wollen, aber auch Geflüchteten, die einen Bezug zur Transformationsforschung haben und sich eine Zukunftsperspektive in diesem Bereich aufbauen wollen. Mit dem restlichen Preisgeld ist die Mikrofinanzierung von Praxispartnern, wie der „Plattform für lokal nachhaltigen Konsum“ oder der Initiative „Wildbienen in der Stadt“, geplant.

 

Weitere Informationen: http://www.quartierzukunft.de/

 

Über den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“

Der Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ zielt auf alle Formen der Forschung ab, die gesellschaftliche Impulse auslöst, gesellschaftlichen Wandel fördert und dabei die Zivilgesellschaft mit einbezieht. Eine bedeutende Rolle spielen dabei transdisziplinäre Forschungsdesigns. Dotiert ist der Preis mit 25.000 Euro. Dieses Geld kommt Preisträgerinnen und Preisträgern für Projektideen im Bereich ihrer transformativen Wissenschaft zugute. Neben dem Preisgeld von 25.000 Euro erhält das Gewinnerteam eine Skulptur, die aus den Stahlschienen der im Jahr 1898 erbauten Wuppertaler Schwebebahn geschmiedet wurde. Das Wuppertal Institut vergibt in diesem Jahr zum zweiten Mal den Forschungspreis, der von der Zempelin Stiftung im Stifterverband gefördert wird.

 

Weitere Informationen: https://wupperinst.org/forschung/forschungspreis/

 

Über das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Das Wuppertal Institut erforscht und entwickelt Leitbilder, Strategien und Instrumente für Übergänge zu einer nachhaltigen Entwicklung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Zentrum stehen Ressourcen-, Klima- und Energieherausforderungen in ihren Wechselwirkungen mit Wirtschaft und Gesellschaft. Die Analyse und Induzierung von Innovationen zur Entkopplung von Naturverbrauch und Wohlstandsentwicklung bilden einen Schwerpunkt seiner Forschung. Im Fokus der Forschung des Wuppertal Instituts stehen Transformationsprozesse zu einer Nachhaltigen Entwicklung. Die Forschungsarbeiten hierzu bauen auf disziplinären wissenschaftlichen Erkenntnissen auf und verbinden diese bei der transdisziplinären Bearbeitung komplexer Nachhaltigkeitsprobleme zu praxisrelevanten und akteursbezogenen Lösungsbeiträgen. Problem, Lösungsansatz und Netzwerke sind dabei gleichermaßen global, national sowie regional/lokal ausgerichtet.

 

Weitere Informationen: www.wupperinst.org 

 

Über die Zempelin-Stiftung im Stifterverband

Die Zempelin-Stiftung im Stifterverband wurde 1993 von Liselotte und Hans-Günther Zempelin gegründet. Hans-Günther Zempelin war von 1975 bis 1985 Vorstandsvorsitzender des Wuppertaler Glanzstoffunternehmens ENKA AG. Übergeordneter Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Bildung. Mit dem Förderpreis möchte die Zempelin-Stiftung eine sich an gesellschaftlichen Herausforderungen orientierende Wissenschaft unterstützen und vorantreiben. Das Deutsche Stiftungszentrum (DSZ) ist das Dienstleistungszentrum des Stifterverbandes für Stifter und Stiftungen. Das DSZ betreut derzeit über 670 rechtsfähige und nichtrechtsfähige Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von fast 3,1 Milliarden Euro. Für die Stiftungszwecke stehen den gemeinnützigen Stiftungen pro Jahr rund 120 Millionen Euro zur Verfügung. Seit über 60 Jahren betreut das DSZ Stifter in allen Fragen rund um die Stiftungserrichtung sowie gemeinnützige Stiftungen bei der Verwirklichung ihrer satzungsmäßigen Zwecke.

 

Weitere Informationen:
www.deutsches-stiftungszentrum.de 
www.stifterverband.de 

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 500 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

jha, 30.11.2018

Weiterer Pressekontakt:

Justus Hartlieb
Redakteur/Pressereferent
Tel.: +49 721 608-21155
justus hartliebSga7∂kit edu