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Presseinformation 107/2017

VolkswagenStiftung fördert Projekt zur Modelltheorie

Modellforschung führt Geistes- und Technikwissenschaft zusammen – Gesellschaftliche Dimensionen der Energiewende im Fokus
Prägungen und Erwartungen fließen oft in wissenschaftliche Modelle ein. Am Beispiel von Energy Lab 2.0 sollen diese Mechanismen besser verstanden werden. (Bild: KIT)
Prägungen und Erwartungen fließen oft in wissenschaftliche Modelle ein. Am Beispiel von Energy Lab 2.0 sollen diese Mechanismen besser verstanden werden. (Bild: KIT)

Modelle sind die Grundlage für politische und gesellschaftliche Entscheidungen. Was Viele nicht wissen: Außer Zahlen und Fakten fließen hier oft auch unbewusst Ideologien und Haltungen ein. Das interdisziplinäre Projekt „Literaturforschung und Energiewende – Entwicklung und Applikation einer literarischen Modelltheorie“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und des KIT untersucht auf Basis einer literaturwissenschaftlichen Modelltheorie Modellierungen aus der Energietechnik. Die VolkswagenStiftung fördert das nun startende Projekt mit 940.000 Euro.

 

Modellierungen gibt es in jeder wissenschaftlichen Disziplin. Sie helfen aktuelle Entwicklungen zu verstehen, Zukunftsszenarien zu gestalten und die Folgen unseres Handelns abzuschätzen. Eine übergreifende Theorie, welche die Stärken von Modellen aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenführt, gibt es bislang nicht. Ziel des Verbundprojektes ist es deswegen, eine literaturwissenschaftliche Modelltheorie zu entwickeln, die nicht nur Ausgangspunkt für die Überprüfung von Narrativen – sinnstiftenden Erzählrahmen – in technischen und naturwissenschaftlichen Modellen ist, sondern auch als neues Instrument in die Technikfolgenabschätzung einfließt.

 

„Uns interessiert, was die Menschen jenseits ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Modellentwicklung antreibt“, erklärt Professor Veit Hagenmeyer, Leiter des Instituts für angewandte Informatik (IAI) am KIT. Die Wissenschaftler aus den Bereichen Germanistik, Anglistik, Philosophie, Pädagogik, Informatik und Technikfolgenabschätzung wollen ihre Fachkulturen zusammenführen und analysieren, welche gesellschaftlichen Narrative, also persönliche Einschätzungen, Prägungen und Erwartungen oder auch Ideologien, in Modelle einfließen und welche Aspekte ein Modell mit beeinflussen, die über die eigentliche wissenschaftliche Fragestellung hinaus gehen.

 

„Modelle haben oft ein Eigenleben“, beschreibt der Informatiker das Phänomen, der die Karlsruher Anteile am Projekt koordiniert. In Kooperation mit dem Energy Lab 2.0 des KIT sollen bei einem Praxistest Modelle aus dem Bereich der Energieforschung mithilfe der neuen Modelltheorie hinterfragt und verbessert werden. Darüber hinaus wollen die Experten vom KIT auf der Basis der Projektergebnisse eine „hermeneutische Wende“ in der Technikfolgenabschätzung vorantreiben, die ein vertieftes Verständnis menschlichen Handelns ermöglichen soll. Hermeneutik ist die Lehre vom Verstehen – im engeren Sinne von Texten. Im weiteren Sinne, wie es innerhalb des Projektes angestrebt wird, die Lehre vom Verstehen von Inhalten und Quellen im Umfeld, in dem sie stehen.

 

Das Projekt „Literaturforschung und Energiewende – Entwicklung und Applikation einer literarischen Modelltheorie“ startet im August 2017. Die VolkswagenStiftung fördert es im Rahmen ihres Programmes „Offen für Außergewöhnliches“ für vier Jahre mit 940.000 Euro. Projektpartner sind das Englische Seminar und Germanistische Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) sowie das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), das Institut für Angewandte Informatik (IAI) und das Institut für Pädagogik und Allgemeine Pädagogik (IBAP) des KIT.

 

Mehr Information:

http://portal.volkswagenstiftung.de/search/projectDetails.do?ref=93293

 

https://www.uni-muenster.de/Philologie/aktuelles/pm/2017_volkswagenstiftung_foerdert_projekt_zu_literaturforschung_und_energiewende.html

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 26 000 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

sur, 31.07.2017

Weiterer Pressekontakt:

Kosta Schinarakis
Themenscout
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