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Presseinformation 120/2013

Herbert Fischer erhält Preis für Atmosphärenforschung

GeoUnion würdigt jahrzehntelange Verdienste des KIT-Klimawissenschaftlers mit dem Johannes-Georgi-Preis 2013
Professor Herbert Fischer, früherer Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des KIT. (Foto: KIT)
Professor Herbert Fischer, früherer Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des KIT. (Foto: KIT)

Für seine wegweisenden Arbeiten in der Atmosphärenforschung erhält Professor Herbert Fischer den Johannes-Georgi-Preis 2013. Der Preis gilt als höchste deutsche Auszeichnung in den Geowissenschaften. Verliehen wird er alle drei Jahre von der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung, dem Dachverband aller geowissenschaftlichen Verbände in Deutschland. Herbert Fischer, früherer Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des KIT, gilt als einer der Pioniere der Fernerkundung von atmosphärischen Spurenstoffen, die den Strahlungshaushalt der Erde und damit das Klima sowie die Ozonschicht beeinflussen.

 

Professor Herbert Fischer bekam den mit 7 000 Euro dotierten Preis im Rahmen der meteorologischen Fachtagung „DACH 2013“ Anfang September in Innsbruck überreicht. „Seine enorme Beharrlichkeit und sein großes Engagement seit mehr als vier Jahrzehnten haben wesentlich dazu beigetragen, dass unser gesamtes Fachgebiet heute so hoch entwickelt und weltweit sichtbar ist,“ sagte Professor Johannes Orphal, Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Spurengase und Fernerkundung (IMK-ASF) des KIT und wissenschaftlicher Sprecher des KIT-Zentrums Klima und Umwelt, in seiner Laudatio.

 

In seinen wissenschaftlichen Arbeiten befasst sich Herbert Fischer mit dynamischen und chemischen Prozessen sowie der Ausbreitung elektromagnetischer Strahlung in der Atmosphäre. Ein Schwerpunkt liegt auf der Fernerkundung von Spurenstoffen – Spurengasen und Aerosolen – in der Atmosphäre, die zum Treibhauseffekt auf der Erde beitragen und die Ozonschicht beeinflussen. Herbert Fischer gilt weltweit als einer der Pioniere der Fourier-Transformations-Infrarot-Spektrometrie zur Atmosphären-Fernerkundung. Mithilfe dieser Technologie lässt sich die globale Konzentration von Spurengasen in der Atmosphäre kontinuierlich bestimmen. Fischer entwickelte unter anderem das Instrument MIPAS (Michelson Interferometer for Passive Atmospheric Sounding) für den Einsatz am Boden, in Ballongondeln, Flugzeugen und Satelliten.

 

„Ich freue mich sehr, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft meine Arbeiten würdigt“, sagte Professor Fischer anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Georgi-Preis. Das Preisgeld soll in eine Stiftung einfließen, die Herbert Fischer bei der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) zur Förderung von Nachwuchsforschern auf dem Gebiet der Fernerkundung einrichten will.

 

Herbert Fischer, geboren 1942 in Zweibrücken, studierte Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, wo er auch promovierte und im Fach Meteorologie habilitierte. 1986 wurde er Leiter des gemeinsamen Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des damaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe und der damaligen Universität Karlsruhe. Am IMK baute er die Bereiche „Spurenstoffe in der Stratosphäre” und „Fernerkundung atmosphärischer Parameter” auf. Herbert Fischer bekleidete zahlreiche nationale und internationale Positionen und Ehrenämter. Derzeit ist er Stellvertretender Vorsitzender der DMG, Vorstandsvorsitzender der Reinhard-Süring-Stiftung sowie Stellvertretender Obmann der Teilsektion Geophysik/Meteorologie der Nationalen Akademie Leopoldina.

 

Das KIT-Zentrum Klima und Umwelt entwickelt Strategien und Technologien zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen: Dafür erarbeiten 660 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 32 Instituten Grundlagen- und Anwendungswissen zum Klima- und Umweltwandel. Dabei geht es nicht nur um die Beseitigung der Ursachen von Umweltproblemen, sondern zunehmend um die Anpassung an veränderte Verhältnisse.

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

or, 27.09.2013
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Die Presseinformation steht auch als PDF-Datei zur Verfügung.