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Presseinformation 148/2011

Startschuss für Kompetenzzentrum IT-Sicherheit

Eröffnung von KASTEL – Keynote Speaker ist Dr. Gerhard Schabhüser, Leiter der Abteilung Krypto-Technologie im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Das Castel del Monte in Apulien dient als Inspiration für KASTEL: seine Architektur  wehrt Angriffe von außen und von innen ab. Der innere Aufbau war so gewählt, dass  der Zugang zum Kaiser nur über den bewachten Innenhof möglich war. (Bild: KIT)
Das Castel del Monte in Apulien dient als Inspiration für KASTEL: seine Architektur wehrt Angriffe von außen und von innen ab. Der innere Aufbau war so gewählt, dass der Zugang zum Kaiser nur über den bewachten Innenhof möglich war. (Bild: wikipedia)

Der Staatstrojaner zeigte gerade wieder eindrucksvoll, wie unsicher unsere IT-Systeme sind. Die zunehmende Vernetzung, die Entwicklung intelligenter Infrastrukturen und die Auslagerung von Anwendungen ins Internet führen zu einer erhöhten Bedrohung durch Cyberkriminalität. Das Kompetenzzentrum für Angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) am KIT befasst sich jetzt mit den Zukunftsfragen der IT-Sicherheit. Am 17. Oktober wird es ab 17:30 Uhr am KIT-Campus Süd im Informatik-Gebäude 50.34, Hörsaal -101 feierlich eröffnet. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zur Veranstaltung eingeladen.

Das Kompetenzzentrum für Angewandte IT-Sicherheitstechnologie am KIT ist eines von deutschlandweit drei Forschungszentren für Cybersicherheit, die im Frühjahr 2011 vom BMBF initiiert wurden.  KASTEL bündelt die Forschungskompetenz in Sachen IT-Sicherheit in der Technologieregion Karlsruhe. Ziel ist die Abkehr von isolierten Teillösungen und die Entwicklung eines ganzheitlichen Ansatzes, der auf die Gesamtsicherheit von Anwendungen zielt. Bei der Eröffnungsfeier werden das Konzept und die Ziele von KASTEL vorgestellt. Im Rahmen des Projekts werden drei Prototypen für Anwendungen mit großen Sicherheitsanforderungen entwickelt: für sichere Smart-Home-Infrastrukturen, sichere cloudbasierte Kollaborationsplattformen sowie für die datenschutzkonforme Überwachung öffentlicher Räume. Dabei wird nicht nur Grundlagenforschung betrieben, sondern auch die Umsetzung praktikabler Lösungen forciert; beispielsweise in Form eines „Helpdesks“ für die Industrie.

Neben der Forschung sieht KASTEL ein Qualifikationskonzept vor, das die Vermittlung erarbeiteter Forschungsergebnisse und den Technologietransfer sichert. Dirk Fox, Geschäftsführer der Secorvo Security Consulting GmbH, stellt das Konzept vor und beleuchtet in seinem Vortrag die langjährige, intensive Zusammenarbeit der IT-Sicherheitsexperten aus Industrie und Forschung in der Technologieregion Karlsruhe.

Im Kern geht es bei KASTEL um die Fragen: Was bedeutet Sicherheit und wie entwickelt man sie? Welche Anforderungen an die Sicherheit und den Datenschutz stellen Anwendungsfelder wie beispielsweise die Auslagerung von Diensten ins Internet?
„Es genügt heute nicht mehr, nur die Sicherheit von Teilsystemen zu betrachten, d. h. ein Absichern an der Peripherie durch Firewalls und verschlüsselte Verbindungen reicht nicht mehr aus, um sich vor Angriffen zu schützen,“ erklärt Professor Müller-Quade, Leiter des Instituts für Kryptographie und Sicherheit am KIT und einer der Initiatoren von KASTEL. So müssten zusätzlich zum klassischen Schutz auch Bedrohungen von innen abgewehrt werden. Eine ganzheitliche Sicherheitsbetrachtung erfordert dabei disziplinenübergreifende Methoden. „In KASTEL werden daher neben den technischen Fragestellungen auch rechtliche und gesellschaftliche Fragen betrachtet“, so Müller-Quade.
 
Neben KASTEL werden zwei weitere Kompetenzzentren in Darmstadt und Saarbrücken angesiedelt. Alle drei Zentren sind strategisch und langfristig ausgerichtet und werden vom BMBF mit insgesamt etwa 17 Millionen Euro für zunächst vier Jahre gefördert. Ziel ist es, die Expertise deutscher Forschung und Industrie in Fragen der Cybersicherheit zu stärken.

Die Veranstaltung wird live im Internet übertragen:
www.informatik.kit.edu/webcast



Programm

Grußworte
Keynote-Vortrag
Dr. Gerhard Schabhüser, Leiter der Abteilung Krypto-Technologie,
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
KASTEL – Konzept und Ziele
Prof. Dr. Jörn Müller-Quade, KIT
Qualifikationskonzept in KASTEL
Dirk Fox, Secorvo Security Consulting GmbH, Karlsruhe
Dazu eine musikalische Überraschung mit Bezug zur Kryptographie
Ausstellung themenbezogener Objekte und Bilder (Raum 131)
Buffet (Foyer 1. OG)

 

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter mehr als 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

bd, 12.10.2011

Weiterer Kontakt:

Barbara Dörrscheidt Fakultät für Informatik Am Fasanengarten 5 76131 Karlsruhe Tel.: +49 721 608 48660 Fax: +49 721 697 760 E-Mail: doerrscheidtFbo0∂kit edu
Das Foto kann in druckfähiger Qualität angefordert werden unter: presseBzo4∂kit edu oder +49 721 608-47414. Die Presseinformation steht auch als PDF-Datei zur Verfügung.