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Presseinformation 142/2011

Algen als nachhaltige Energiequelle

KIT ist Partner in dem neuen europäischen Projekt „Energetic Algae“
Algen – im Bild die Grünalge Tetraselmis suecica – können einen relativ hohen Anteil des Sonnenlichts in chemische Energie umwandeln. (Foto: Dr. Emily Roberts)
Algen – im Bild die Grünalge Tetraselmis suecica – können einen relativ hohen Anteil des Sonnenlichts in chemische Energie umwandeln. (Foto: Dr. Emily Roberts)

Biomasse aus Algen hat das Potenzial, nachhaltige Energie zu liefern und erheblich dazu beizutragen, das Klimagas CO2 zu reduzieren. In dem neuen EU-Projekt „EnAlgae“ („Energetic Algae“) bündeln 19 Partner ihre Kompetenzen, um die Entwicklung einer algenbasierten Biomasseproduktion in Nordwesteuropa voranzutreiben. Als einer der deutschen Partner wirkt das KIT federführend bei einer Nachhaltigkeitsanalyse für verschiedene Produktionsverfahren. Das Projekt ist auf vier Jahre ausgelegt und wird mit insgesamt 14 Millionen Euro gefördert.
 

Algen können bis zu fünf Prozent des Sonnenlichts in chemische Energie umwandeln – Raps und Mais demgegenüber nur etwa ein Prozent – und dabei große Mengen CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen. Da Algen sich in technischen Systemen kultivieren lassen, beanspruchen sie keine landwirtschaftlich nutzbaren Flächen und treten nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Sie gedeihen in Salz- und Brackwasser oder auch in nährstoffreichen Abwässern, was den Konkurrenzdruck um Wasser und Düngemittel verringert. „Aus Nachhaltigkeitssicht besitzen Algen enormes Potenzial“, erklärt Projektleiterin Dr. Christine Rösch vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT. „Ihre energetische Nutzung steht allerdings noch am Anfang, und der Bedarf an wissensbasierter Entscheidungsunterstützung für Politik und Wirtschaft ist groß.“
 
EnAlgae ist eine strategische Initiative im INTERREG IVB Nordwesteuropa Programm, gefördert aus Mitteln aus dem European Regional Development Fund und von weiteren Geldgebern. Beteiligt sind 19 Partner und 13 sogenannte Observer, die in die Arbeiten eingebunden sind und laufend Feedback geben, aus acht europäischen Ländern – Großbritannien, Irland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Schweiz und Deutschland. Die Projektleitung hat die Universität Swansea in Wales inne. Zu den deutschen Partnern gehören neben dem KIT die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) und die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes.
 
Unter Federführung des ITAS am KIT nehmen Experten eine Nachhaltigkeitsanalyse für verschiedene Produktionsverfahren auf der Basis von Mikro- und Makroalgen vor. Ziel ist, die effizientesten und aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht vorteilhaftesten algenbasierten Prozessketten sowie geeignete Standorte für die Algenkultivierung zu ermitteln. Darüber hinaus soll ein Konzept für eine nachhaltige Algenproduktionsanlage entstehen.
 
Nordwesteuropa emittierte aufgrund der hohen Einwohnerdichte, des starken Industrialisierungsgrads und der intensiven Landwirtschaft 2009 mehr als 40 Prozent der Treibhausgase in Europa, wie aus dem „EC Greenhousegas Inventory 2009“ hervorgeht. Ziel von EnAlgae ist, die CO2-Emissionen zu reduzieren und die Abhängigkeit von nicht nachhaltigen Energien mithilfe von algenbasierter Biotechnologie zu verringern. Die EnAlgae Initiative ermöglicht den nordwesteuropäischen Expertenzentren, dazu ein Pilot-Netzwerk aufzubauen.
 
Das Projekt bietet einzigartige Voraussetzungen für die nachhaltige Entwicklung dieses Sektors und wird damit die europäische Politik in Bezug auf die Produktion von Algenbiomasse und ihre energetische sowie stoffliche Nutzung beeinflussen. Eine aktualisierte Datenbasis zu den Entwicklungen in diesem Bereich in Nordwesteuropa wird zudem die Kalkulierbarkeit der entsprechenden Nutzungspotenziale erhöhen und damit das Entwicklungsrisiko für die Kommerzialisierung dieses Sektors reduzieren.
 
„Bioenergie aus Algen hat mit dem INTERREG IVB NWE Programm eine strategische Priorität in Europa erhalten. Die EnAlgae Partnerschaft erlaubt, Techniken, die auf Sozioökonomie und Umweltbedingungen in Nordwesteuropa zugeschnitten sind, zu entwickeln und umzusetzen“, sagt Projekt-Manager Dr. Robin Shields, Direktor des Centre for Sustainable Aquatic Research (CSAR) in Großbritannien.
 
Weitere Informationen unter www.enalgae.eu

 

In der Energieforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine der europaweit führenden Einrichtungen: Das KIT-Zentrum Energie vereint grundlegende und angewandte Forschung zu allen relevanten Energieformen für Industrie, Haushalt, Dienstleistungen und Mobilität. In die ganzheitliche Betrachtung des Energiekreislaufs sind Umwandlungsprozesse und Energieeffizienz mit einbezogen. Das KIT-Zentrum Energie verbindet exzellente technik- und naturwissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichem sowie rechtswissenschaftlichem Fachwissen. Die Arbeit des KIT-Zentrums Energie gliedert sich in sieben Topics: Energieumwandlung, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Energieverteilung, effiziente Energienutzung, Fusionstechnologie, Kernenergie und Sicherheit sowie Energiesystemanalyse.

 

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 24 400 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversitäten.

or, 23.09.2011
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