Home | english  | Leichte Sprache | Impressum | Datenschutz | Sitemap | Intranet | KIT

Luftreiniger und Schmutzpumpe: der indische Monsun

Forschungsflugzeug HALO mit Messinstrumenten des KIT durchquerte den Monsun – Ergebnisse in Science veröffentlicht
Schmutzwolke über Südasien: Die „Atmospheric Brown Cloud“ entsteht während der Wintermonate durch das Verbrennen von Biomasse und fossilen Brennstoffen. (Foto: NASA/Earth Observatory)
Schmutzwolke über Südasien: Die „Atmospheric Brown Cloud“ entsteht während der Wintermonate durch das Verbrennen von Biomasse und fossilen Brennstoffen. (Foto: NASA/Earth Observatory)

Um die Wechselwirkung zwischen Luftverschmutzung und dem südasiatischen Monsun zu untersuchen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer Flugzeugmission 100.000 Kilometer zurückgelegt. Mit an Bord waren auch Messgeräte des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Die Messkampagne koordinierte das Max-Planck Institut für Chemie. Die Mission zeigte unter anderem: Der Monsun reinigt die Luft von einem Großteil der Schadstoffe, verteilt den Rest aber über den gesamten Globus. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher nun im Fachjournal Science vor.

Die atmosphärischen Auswirkungen der vom Menschen verursachten Luftverschmutzung aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Biomasse in Südasien wird während der Trockenzeit Jahr für Jahr auf Satellitenbildern offensichtlich: Zwischen Dezember und März zieht sichtbar verschmutzte Luft, in der wissenschaftlichen Literatur auch einfach als „atmospheric brown cloud“ bekannt, von Indien aus über den Indischen Ozean. Eine Verbesserung dieser Situation ist nicht in Sicht. Im letzten Jahrzehnt sind die Stickoxid- und Schwefeldioxidemissionen Südasiens vielmehr um fünfzig Prozent angestiegen. Umso dringender die Frage, was eigentlich mit den Schadstoffen während des südasiatischen Monsuns, also im Sommer, geschieht. Der Monsun entsteht, sobald sich Luftmassen über dem indischen Subkontinent in den Sommermonaten aufheizen und die warme Luft aufsteigt. Gleichzeitig wird feuchte Ozeanluft angesaugt, was zu starken Regenfällen und Gewittern führt. Wenn sich das riesige Wetterphänomen von Juni bis Oktober mit einem Wirkungsbereich vom Mittelmeerraum bis in den Pazifik ausbreitet, verschwindet die braune Wolke in dessen Aufwinden und Gewittersystemen.

Vollständiger Text: Presseinformation 072/2018

 

mhe, 15.06.2018