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Klimaforschung: War die Erde ein Schneeball?

Die Antwort kann Einblicke geben, inwiefern das Leben auf anderen Planeten möglich ist.

Der Winter steht vor der Tür. Das bedeutet an manchen Tagen Schnee, Schneemänner und Schneeballschlachten. Während Eiszeiten war das auch im Sommer möglich. Bei extremen Eiszeiten war sogar die ganze Erde mit Schnee bedeckt, so die Theorie der Wissenschaftler. Aiko Voigt vom KIT beschäftigt sich mit der Frage, ob eine sogenannte „Schneeballerde“ überhaupt möglich gewesen sein könnte. Den aktuellen Stand der Forschung haben Voigt und Kollegen in einem Paper in der Zeitschrift Science Advances zusammengefasst.

„Geologische Befunde aus dem Neoproterozoikum – der Zeitabschnitt vor 1000 bis 541 Millionen Jahren – zeigen, dass mindestens während zweier Perioden die tropische Landmassen großflächig vereist waren“, sagt Aiko Voigt vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT. Gletscher sollen sich dann sogar in den Tropen bis ins Meer ausgebreitet haben, das weitestgehend zugefroren war. Vom Weltall sah die Erde dann vielleicht wie ein gigantischer Schnellball aus. „Wenn diese Theorie stimmt, stellt sich die Frage, wie die damals schon vorhandenen Lebensformen solch extrem kalte Klimazustände überleben konnten“, so der Klimaforscher. Daher gäbe es auch alternative Erklärungsversuche, die behaupten, dass ein schmaler Streifen tropischen Ozeans – Landtiere gab es damals noch nicht – eisfrei geblieben sein könnte. Aiko Voigt will dem Phänomen am KIT auf den Grund gehen. Die Ergebnisse könnten Einblicke geben, inwiefern Leben auf anderen Planeten möglich ist.

Das Paper finden Sie hier.

19.12.2017