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Selbstständig und neugierig

Das Programm "Lehre hoch Forschung" am KIT geht weiter – der Bund hat knapp zehn Millionen Euro für die zweite Förderphase bewilligt, die im Januar beginnt und bis 2020 unter dem Namen "Lehre hoch Forschung-Plus" läuft.
Prof. Alexander Wanner, Vizepräsident für Lehre und akademische Angelegenheiten (Foto: Lydia Albrecht, KIT)
Vizepräsident Alexander Wanner gab bekannt: Der Bund hat knapp zehn Millionen Euro für die zweite Förderphase bewilligt (Foto: Lydia Albrecht, KIT)
Poster vermittelten einen Eindruck von der Arbeit in den 14 Teilprojekten (Foto: Lydia Albrecht, KIT)
Poster vermittelten einen Eindruck von der Arbeit in den 14 Teilprojekten (Foto: Lydia Albrecht, KIT)
Campustag "Lehre hoch Forschung" (Foto: Lydia Albrecht, KIT)
Zertifizierte Lehre: Vizepräsident Wanner überreicht Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Angebot des Hochschuldidaktik-Zentrums ihre Zertifikate (Foto: Lydia Albrecht, KIT)

Das gab Professor Dr. Alexander Wanner, Vizepräsident für Lehre und akademische Angelegenheiten, beim ersten Campustag LehreForschung am Freitag bekannt. Bei der Veranstaltung stellte das KIT Ergebnisse und Teilprojekte aus dem Programm vor. Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sahen und hörten, wie Studierende am KIT frühzeitig Erfahrungen mit aktueller Forschung sammeln können.

„Die Teilprojekte, in denen neue Lehrformen entwickelt und umgesetzt wurden, haben zum größten Teil hervorragend funktioniert“, so Vizepräsident Wanner (siehe auch clicKIT-Interview: „Wir scheuen das Risiko nicht“). Vier der Teilprojekte aus der ersten Phase, die 2011 gestartet war, präsentierten sich im Tulla-Hörsaal. Jedes der 14 Teilprojekte vermittelte zudem auf einem Poster im Tulla-Foyer einen Eindruck von seiner Arbeit. Professorin Dr. Gabi Reinmann von der Universität Hamburg, Professor Dr. Manfred J. Hampe von der TU Darmstadt und Professor Dr. Thomas Hoffmeister von der Universität Bremen gaben ihnen Feedback.

Wie nehmen Studierende und Lehrende forschungsorientierte Lehre wahr, welche Lehr- und Lernstile zeichnen sich ab und aus welchen Gründen werden sie bevorzugt? Dr. Ines Langemeyer, Professorin für Lehr-Lernforschung, erläuterte erste Ergebnisse aus einer aktuellen Befragung, die sie und ihr Team am KIT vornahmen.

Lehrende am KIT nutzen Angebote des Hochschuldidaktik-Zentrums

Lehrenden sei es unter anderem wichtig, dass Studierende Grundlagenwissen erhalten, um Forschung zu verstehen. Aber auch die Erfahrung mit eigenen Denkwegen oder sogar eigenen Projekten zeige sich als ein bedeutsames Ziel des Studiums. Ein wichtiges Merkmal forschungsorientierter Lehre sei der Anspruch, eine forschende Haltung und selbstständiges Denken zu entwickeln. Dies nähmen viele Studierende positiv wahr, vor allem aber jene, die ihr Studium aus Interesse am Fach aufgenommen hätten.

„Wer mit dem Studium vor allem eine berufliche Karriere anstrebt und wer das Studienangebot an Erwartungen zukünftiger Arbeitgeber ausrichtet, erkennt in forschungsorientierter Lehre eher keinen Mehrwert“, berichtete Langemeyer. Unterschiede zwischen KIT-Fakultäten gäbe es, ließen sich auf der Datenbasis aber nicht interpretieren: „Es ist sinnvoll, in einem zweiten Schritt die Fachkulturen genauer zu untersuchen“, so Langemeyer.

Um die Inhalte ihres Fachs besser vermitteln zu können, nutzen viele Lehrende am KIT das Angebot des Hochschuldidaktik-Zentrums (HDZ), einer Kooperation der neun Universitäten des Landes Baden-Württemberg. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern überreichte Vizepräsident Wanner das Zertifikat. Sie haben die Weiterbildung in drei Modulen in den Jahren 2015 und 2016 absolviert.

Auszeichnungen für studentischen Forschergeist 

Weitere Auszeichnungen gab es für Arbeiten, in denen Studierende Forschergeist bewiesen und komplexe wissenschaftliche Fragen eigenständig behandelten. So hat Bettina Fleck in ihrer Masterarbeit am Institut für Toxikologie und Genetik Peptoide entwickelt, die bereits zu einem Patent geführt haben. Anke Greif-Winzrieth hat in ihrer Bachelorarbeit am Institut für Informationswirtschaft und Marketing einen virtuellen Supermarkt einer Datenanalyse unterzogen, aus der eine wissenschaftliche Veröffentlichung hervorgegangen ist. Roya Hauck hat in einer Arbeit im Oberseminar „Medienreflexion im Film“ am Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien die Rolle der Tätowierung im Film beleuchtet. Tina Schulz hat in ihrer Abschlussarbeit am Laboratorium für Elektronenmikroskopie Faserplatten entwickelt, die sich für Gewebeuntersuchungen eignen. Michael Hoff, Stefan Orf und Benedikt Rhiem haben das Masterpraktikum Bioinformatik absolviert, Julien Hoffmann hat sich in einem Teilprojekt des Programms LehreForschung mit der Praxis der Forschung auseinandergesetzt. Und Marc Goutier hat am Karlsruhe Service Research Institute die „Quantification of Costumer Needs in Microblog Data“ untersucht.

In Abwesenheit geehrt wurden Aso Rahimzadegan (Institut für Theoretische Festkörperphysik), Matthias Plappert (Teilprojekt Praxis der Forschung) und Mark Schutera (KIT-Fakultät für Maschinenbau/Institut für Angewandte Informatik/Institut für Toxikologie und Genetik).

Felix Albrecht, Stefanie Enderle und Nicolai Lenz hatten die Veranstaltung organisiert. Ihre Stellen waren an der Professur Lehr-Lernforschung (Professorin Langemeyer) angesiedelt. Tanja Hermann von der Dienstleistungseinheit Präsidialstab hatte sie unterstützt. Zum Campustag ist auch ein Manual erschienen, das die Teilprojekte näher vorstellt.


ele, 18.10.16