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Hitzewelle 2015 - Schwitzen auf der Wärmeinsel

Messungen des KIT zeigen: Während der Hitzewelle Anfang August war es in warmen Tropennächten in der Karlsruher Innenstadt bis zu 7 Grad wärmer als im Umland.

Städte sind Wärmeinseln, die in heißen, sonnigen Sommern tagsüber viel Wärme speichern und in der Nacht wieder abgeben. Wissenschaftler vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT haben während der Rekordhitze Anfang August an drei verschiedenen Punkten im Karlsruher Stadtgebiet Temperaturmessungen vorgenommen. Ihr spannendes Ergebnis: In einer besonders warmen Nacht war es in der Innenstadt bis zu 7 °C wärmer als an der Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Rheinstetten im Karlsruher Umland.

Rekordhitze und warme Tropennächte bestimmten in den vergangenen Wochen den Alltag der Deutschen. Besonders in den Großstädten der Oberrheinischen Tiefebene, im Mittel einer der wärmsten Regionen Deutschlands, kamen die Bewohner ins Schwitzen – so auch in Karlsruhe. „Städte sind Wärmeinseln. Hier ist es oft ein paar Grad wärmer als im Umland“, sagt Julia Hackenbruch vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) am KIT. „Dieser Temperaturunterschied ist nachts nach Tagen mit hoher Sonneneinstrahlung besonders ausgeprägt, da sich die Städte langsamer abkühlen als das Umland. Baumaterialien speichern tagsüber sehr viel Wärme und geben diese in der Nacht wieder ab.“

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit wollte Julia Hackenbruch unter anderem auch herausfinden, wie ausgeprägt dieser Unterschied während der vorhergesagten Hitzewelle Anfang August sein kann. Dazu stellten Wissenschaftler des IMK vor Beginn der Hitzeperiode an drei verschiedenen Stellen im Karlsruher Stadtgebiet Wettermessmasten auf – am Hauptfriedhof, in einem begrünten Innenhof in der Oststadt (Vincenz-Prießnitz-Straße) und in einem versiegelten Innenhof in der Weststadt (Sophienstraße).

Nach Auswertung der Ergebnisse zeigen sich tatsächlich zum Teil große Diskrepanzen zwischen Stadt und Umland sowie innerhalb des Stadtgebietes. „Die größte Differenz konnten wir in der Nacht vom 7. auf den 8. August feststellen. Zum Messtermin 00 Uhr war es in der Weststadt noch über 28 °C warm, während es sich in Rheinstetten bereits auf unter 22 °C abgekühlt hatte – ein Unterschied von fast 7 Grad“, sagt Julia Hackenbruch.

Weitere Informationen zu Hackenbruchs Arbeit in der Presseinformation des KIT.


28.08.2015