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Begabtenförderung zahlt sich aus

200 Besucher erfuhren beim Hector-Kongress am KIT, dass geförderte Begabte sich schneller weiterentwickeln.
Hector-Schüler beim Kongress am KIT
Hector-Schüler beim Kongress am KIT
Hector-Schüler beim Kongress am KIT
Hector-Schüler beim Kongress am KIT
Hans-Werner Hector, Stifter und Namensgeber des Hector-Seminars
Dr. Hans-Werner Hector, Stifter des Hector-Seminars

Anfang März hat im Kollegiengebäude am Ehrfenhof des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ein Kongress des Hector-Seminars stattgefunden, einer Initiative zur Förderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Der Anlass war der Abschluss der achtjährigen, wissenschaftliche begleiteten Pilotphase "Das Hector-Seminar".

 

Professor Kurt A. Heller von der Ludwig-Maximilian-Universität München stellte Befunde seiner achtjährigen Längsschnittstudie zur Hochbegabtenförderung im MINT-Bereich vor. Seine Analysen ergaben deutliche Leistungsunterschiede zwischen den Hector-Schülern und einer Kontrollgruppe in den MINT-Bereichen. Außerdem zeigte sich, dass Mädchen die Angebote im Hector-Seminar engagierter und intensiver nutzen. Kursleiter Dr. Rolf Piffer sprach in seinem Vortrag über die methodischen, personalen/sozialen und fachlichen Förderinhalte des Hector-Seminars und nannte konkrete Beispiele: Ob als "Kommissar X auf Mördersuche" oder beim Schichten von Flüssigkeiten - stets gehe es in den Projekten um die Vermittlung von Kompetenzen. Der Begriff der Kompetenz werde dabei als „handelnder Umgang mit Wissen“ verstanden.

 

Einblicke praktischer Art in die Arbeit des Hector-Seminars bekamen die rund 200 Besucherinnen und Besucher der Postersession, die nach den unterschiedlichen Stufen der „Seminar-Laufbahn“ aufgeteilt war: MINT in den ersten beiden Jahren, Forschungswoche in Adelsheim, Robotik, Projektphase und Kooperationsphase. Hector-Schülerinnen und -Schüler standen den Besuchern Frage und Antwort. Jörg Richter, einer der Kursleiter, bezeichnete diesen Teil der Veranstaltung als „sehr gelungen“. Die Postersession und deren Vorstellung durch die Schülerinnen und Schüler habe einen positiven Eindruck hinterlassen.

 

Einen Höhepunkt des Tages stellte die Podiumsdiskussion dar. Unter Moderation von Dr. Heike Schmoll (FAZ) erörterten Vertreter aus Wissenschaft, Bildungspolitik und Schuladministration sowie Kursleiter und Hector-Schüler unter anderem die Integration und Förderung junger Frauen in den MINT-Bereichen. Die Physikstudentin und ehemalige Hector-Schülerin Celia Viermann bestätigte die Wirkung des Hector-Seminars in diesem Zusammenhang: „Physik macht Spaß.“ Sie wünschte sich allerdings „mehr Austausch der unterschiedlichen Förderprogramme für optimale Nutzung vorhandener Mittel; sowohl Gelder, als auch Lehrkräfte.“ Es müsse nicht immer viel Geld kosten, in Bildung zu investieren, fand wiederum Professor Albert Ziegler von der Universität Ulm. „Man muss für Deutschland eine bessere Konzeption entwickeln, die den Austausch verschiedener Förderprogramme begünstigt.“

 

Dr. Hans-Werner Hector, Stifter und Namensgeber des Hector-Seminars, betonte in seiner abschließenden Rede, wie wichtig die Arbeit der Kursleiterinnen und Kursleiter für das Hector-Seminar sei. „Dies nach außen zu tragen, ist heute gelungen“, so Hector. Referenten wie auch Besuchern gab er eines mit auf den Weg: „Wissensvermehrung unbedingt Ja, aber die Alltagsbildung, die Herzensbildung niemals vergessen, denn sie lehrt uns, was richtig und falsch ist.“


Ann-Christin Kulick, Matthias Neu, Maria Pokrandt (Schülerinnen und Schüler des Hector-Seminars im Projekt „Wissenschaftsjournalismus“ am KIT)