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Pfadfinder und Marathonläufer der Wissenschaft

Mutig und offen, kantig und hartnäckig – so charakterisierten die Redner im Audimax Horst Hippler, der im Frühjahr 2012 das KIT verlassen hatte und zur Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gewechselt war. 350 Gäste waren zur Abschiedsfeier gekommen.
Geschenk von Löhe und Umbach an Hippler
Dank: Präsident Umbach und Vizepräsident Löhe beschenken Horst Hippler zum Abschied.
Rückblick von Troe
Festredner: Jürgen Troe blickte auf Hipplers wissenschaftliche Laufbahn zurück.
Junger Hippler im Labor
Hartnäckiger Forscher: der junge Horst Hippler im Labor.
Rede von Vizepräsident Löhe
Mitstreiter: Vizepräsident Detlef Löhe erinnerte an Hipplers Wirken am KIT.
Präsident Umbach im Gespräch
Im Gespräch: Präsident Umbach.

Hippler im Gespräch im FoyerAuch als Präsident der HRK lege Horst Hippler keinen Wert darauf, "everybody's darling" zu sein, sagte KIT-Präsident Eberhard Umbach bei der Feier, die die Big Band des KIT eröffnet hatte. Seit Hipplers Weggang führt Umbach das KIT alleine. Als "kantiger Kommunikator" habe Hippler im neuen Amt rasch großes Medieninteresse gefunden, aber auch Kritik auf sich gezogen. Im schwierigen Fusionsprozess des KIT, so Umbach, habe er Horst Hippler als Partner an der Doppelspitze höchst engagiert und visionär erlebt: "Ohne Sie würde es das KIT in der heutigen Form nicht geben."

Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, pflichtete Umbach bei: Hippler habe "Pfadfinderqualitäten" bewiesen und maßgeblich dazu beigetragen, dass mit dem KIT eine Einrichtung an den Start ging, die eine "Blaupause für die Wissenschaft in Deutschland" sein kann. Seine Leistung mache ihn auch international zu einem gefragten Experten, nicht zuletzt in Frankreich. Mit dem KIT gehe Hippler in die Wissenschaftsgeschichte ein, meinte Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Für die Erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe, Margret Mergen, hat Horst Hippler mit seinem Plan und seinem Einsatz für das KIT "ein Segel zum Schwingen gebracht".

Jürgen Troe: Horst Hippler hat als Forscher Neuland betreten

Vor Hipplers Wirken in der Wissenschaftspolitik lag eine erfolgreiche Karriere in der Forschung: Als einen "Marathonläufer der Wissenschaft" beschrieb ihn Jürgen Troe. Der Professor an der Universität Göttingen kennt Hippler schon 45 Jahre - sein Blick auf die wissenschaftlichen Leistungen Hipplers, unter anderem gewürdigt mit der Verleihung der Polanyi-Medaille, geriet denn auch sehr persönlich. "Wer etwas neues finden will, sollte dort suchen, wo noch niemand gewesen ist" - das sei wie ein Motto für Horst Hipplers Forschung, von seiner Diplomarbeit an der Universität Göttingen über die Promotion an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne und das Wirken als Postdoktorand am IBM Research Laboratory in San Jose in den USA bis zur Habilitation in Göttingen. Intensiv habe er sich mit der Photolyse von Molekülen unter hohen Drucken beschäftigt und sei mit harter Arbeit im Labor zu wegweisenden Erkenntnissen gekommen - etwa zu der, dass sich die Energie der Moleküle durch Aufheizen messen lässt. Über die Elementarreaktionen der Atmosphären- und Verbrennungschemie wisse die Fachwelt dank Hipplers Forschung heute mehr als früher. Auf vielen Gebieten, so Troe, "hat Horst Hippler Neuland betreten".

Engagement an der Spitze der Universität und des KIT

1993 trat Horst Hippler die Professur für Physikalische Chemie an der damaligen Universität Karlsruhe an. Schnell zeigte er ein vielfältiges, über die Forschung hinausgehendes Engagement, das KIT-Vizepräsident Detlef Löhe dem Publikum vor Augen führte. Vier Jahre wirkte Hippler als Studiendekan an der Fakultät für Chemie und Biowissenschaften, danach zwei Jahre als Prorektor für Forschung. 2002 wählte ihn der Senat zum Rektor - dass die Wahl wiederholt werden musste, weil die Landesregierung einen Formfehler erkannte, war nicht mehr als eine ärgerliche Randbemerkung. 2006 gehörte er zu den maßgeblichen Wegbereitern des KIT, das er als einer von zwei Präsidenten von 2009 bis 2012 leitete. Das Konzept der Fusion des Forschungszentrums Karlsruhe mit der Universität Karlsruhe zum KIT war einer der Trümpfe im erfolgreichen Antrag der Universität in der Exzellenzinitiative I.

ele, 23.1.2013

Fotos: Irina Westermann