"Junge Innovatoren": Land fördert Wissenschaftler beim Start in die Selbständigkeit

Das Land Baden-Württemberg fördert mit dem Programm "Junge Innovatoren" acht neue Existenzgründungsvorhaben an Hochschulen, darunter zwei am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Ziel des Programms "Junge Innovatoren" ist es, vor allem wissenschaftliche Mitarbeiter von Hochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg bei ihren Gründungsvorhaben zu unterstützen. Das Programm hat seit 1995 rund 200 Unternehmensgründungen aus Baden-Württemberg zu einem gelungen Start verholfen.

Voraussetzung für die Unterstützung der Vorhaben ist, dass sie die Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren in Baden-Württemberg beinhalten. Gefördert wird nicht die Existenzgründung als solche, sondern die gezielte Vorbereitung darauf. Die Gründerinnen und Gründer erhalten eine finanzielle Unterstützung zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes und ein begleitendes Coaching durch praxiserfahrene Personen. Darüber hinaus können sie die Infrastruktur der Hochschule nutzen.

OPASCA Systems vom KIT möchte innovative und neuartige Produkte und Dienstleistungen auf dem Gebiet der multimodalen Umwelterfassung, verbunden mit einer intelligenten, maschinellen Analyse der sensorisch erfassten Szene, entwickeln und vertreiben.

Die Besonderheit des dabei verfolgten Konzepts besteht in einer zielgerichteten Kombination von visuellen Sensoren (Kameras) mit ihren Pendants auf der akustischen Seite (Mikrofone). Hierdurch wird die Funktionalität eines Systems zur Erfassung der Umwelt auch unter den für einen Erfassungskanal ungünstigen Rahmenbedingungen (Beispiel: Dunkelheit durch Rauchentwicklung in einem Verkehrstunnel) gewährleistet.

Ebenfalls vom KIT: evidensa, mit dem die Volkskrankheit Vorhofflimmern zuverlässig erkannt werden kann, um die Folgekrankheit Schlaganfall zu verhindern. Erschwert wird die Diagnose von Vorhofflimmern dadurch, dass diese Erkrankung oftmals keine Symptome verursacht und/oder anfallsartig auftritt.

Eine Diagnose ist aber momentan nur dann möglich, wenn Vorhofflimmern während der Untersuchung auftritt. Bei evidensa spielt es keine Rolle, ob zum Zeitpunkt der Untersuchung Vorhofflimmern auftritt oder nicht. Weil evidensa schnell und unkompliziert ist, eignet sich die Lösung auch hervorragend zum regelmäßigen Screening von Risiko-Patienten, so dass Schlaganfälle vermieden werden können.

audriga vom Forschungszentrum Informatik (FZI) in Karlsruhe hilft Nutzern beim Umzug ihrer Daten wie zum Beispiel E-Mails, Bildern oder Dateien zwischen Cloud-Anbietern. Dies geschieht mit Hilfe eines sicheren, schnellen und einfach zu bedienenden Umzugsdienstes, der sich mit verschiedenen Cloud-Anbietern verbindet und die Daten des Nutzers direkt umzieht.

audriga verfügt über eine flexibel skalierbare Plattform, die auch große Datenmengen effizient verarbeiten kann. Dabei legt audriga einen besonderen Fokus auf IT-Sicherheit, die durch die Einhaltung internationaler Sicherheitsnormen gewährleistet wird.

Weiterhin gefördert werden drei Projekte an der Universität Stuttgart sowie je eines an der Hochschule Pforzheim und am Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Messtechnik an der Universität Ulm (ILM).

"Wesentliche Impulse für Innovationen verdanken wir der Forschung an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land. Mit dem Programm 'Junge Innovatoren' wollen wir Mut machen, den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes heraus sollen neue Unternehmen entstehen, die den Markt mit zukunftsträchtigen, innovativen Produkten und Dienstleistungen bereichern", so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.


del, 10.01.2012