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Verkehrsminister Hermann besucht TAF BW

Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg seit 14 Monate in Karlsruhe in Betrieb.
Von links: Verkehrsminister Winfried Hermann und Bereichsleiter Michael Decker (Foto: Markus Breig, KIT)
Von links: Verkehrsminister Winfried Hermann und Bereichsleiter Michael Decker (Foto: Markus Breig, KIT)

Fahrzeuge, die mit Ampeln und anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren, und ein fahrerloses Taxi, das per App nach Bedarf gerufen wird: Der Besuch des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann am Mittwoch auf dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAF BW) war von Interaktivität geprägt. Per Smartphone-App rief der Verkehrsminister ein autonomes Taxi zu seinem Standort und ließ sich auf dem Campus Ost des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) automatisiert über einen Parcours chauffieren, auf dem das Fahrzeug selbstständig mit Ampeln, Fußgängern und Radfahrern kommunizierte. Beim automatisierten Einparken demonstrierte das Fahrzeug, mit welcher Präzision es ohne menschliche Hilfe vorgeht.

Verkehrsminister Hermann betonte: „Autonomes Fahren kann und sollte ein wesentlicher Baustein für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft werden. Für eine breite Akzeptanz ist es jedoch wichtig, diese Technologie mit den Menschen gemeinsam zu entwickeln. Dazu eignen sich Reallabore.“ Seit mehr als einem Jahr können Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittelständische Industrieunternehmen automatisiertes Fahren und Funktionen auf dem öffentlichen TAF BW erproben. „Insbesondere im Öffentlichen Personennahverkehr wollen wir seine Vorteile nutzen. Wir versprechen uns Pkw-Fahrten reduzieren zu können, wenn mehrfachbesetzte, autonom fahrende Busse zum Einsatz kommen. Auch könnte der ländliche Raum besser an die Zentren angeschlossen werden. Wichtige Impulse könnten auch auf die Verkehrssicherheit ausgehen, die vor allem im Individualverkehr und hier bereits durch eine Teilautomatisation verbessert werden kann. Ich freue mich daher sehr, die Fortschritte auf dem vom Land geförderten Testfeld zu erleben und stelle fest, dass die Technologie ihren Reiz hat. Ich bin zuversichtlich, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung zunehmen wird.“ Vertreter der Unternehmen Porsche und Visteon berichteten dem Verkehrsminister, dass Wissenschaft und Industrie in der Mobilitätsforschung Hand in Hand arbeiten. Beide Unternehmen entwickeln autonome Fahrfunktionen und setzen dabei auf die Erprobung im realen Straßenverkehr etwa bei TAF BW.

Michael Decker, Professor für Technikfolgenabschätzung und Leiter des Bereichs Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft des KIT sagte: „Das TAF BW bildet als transdisziplinäres Reallabor eine wichtige Brücke zwischen Forschung und Anwendung und triggert so den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Arbeit des KIT und seiner starken Partner reicht von ökonomisch-rechtlichen bis hin zu psychologisch-ethisch-sozialen Fragen und schließt auch die IT-Sicherheit der Systeme ein. Diese umfassende Analyse unter realen Bedingungen ist der Schlüssel zu erfolgreicher Innovation.“

Über das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg

Auf dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAF BW) können Firmen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Technologien und Dienstleistungen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben, etwa au-tomatisiertes Fahren von Autos, Bussen oder Nutzfahrzeugen wie Straßenreinigung oder Zustelldienste. Zudem lassen sich die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen fortschreiben. Dafür wurden in der Aufbauphase unter anderem Verkehrsflächen unter-schiedlichster Art vorbereitet, hochgenaue 3D-Karten erzeugt sowie Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren installiert.

Für Konzeption, Planung und Aufbau des Testfelds stellte das federführende Verkehrsministerium 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Aufbau des Testfelds ist 2016 begonnen worden, die Inbetriebnahme erfolgte im Mai 2018. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) und das Verkehrsministerium (VM) fördern die Forschung auf dem Testfeld mit dem Förderprogramm „Smart Mobility“ mit weiteren 2,5 Millionen Euro.
Weitere Informationen unter www.taf-bw.de

kes, 04.07.2019