6 Fragen an Carina

Carina Becker

1. Warum schlägt dein Herz für die Naturwissenschaften?

Schon in der Schule haben mich die naturwissenschaftlichen Fächer wie Physik und Erdkunde begeistert, da sie in vielen Bereichen fächerübergreifend sind. In den Naturwissenschaften geht es nicht nur um die Beobachtung und Beschreibung von Naturerscheinungen, sondern auch darum, neue Methoden und Modelle zu erstellen. Sie bieten die Möglichkeit, sein bisheriges Wissen auch auf andere Gebiete anzuwenden und neue Lösungen zu finden und zu entwickeln.

2. Welche wichtigen Fähigkeiten sollten angehende NaturwissenschaftlerInnen mitbringen?

Als StudentIn einer Naturwissenschaft kommt man an einem auf jeden Fall nicht vorbei: an Mathematik. Aber man muss kein Ass in Mathe sein, um durch das Studium zu kommen. Durch Lerngruppen und Tutorien sind auch kompliziertere Themen zu schaffen. Allerdings ist es hilfreich, wenn man nicht komplett auf dem Kriegsfuß mit Mathematik steht. Außerdem sollte ein/e NaturwissenschaftlerIn Spaß an der Beobachtung, Analysierung und Erklärung der Natur haben und Durchhaltevermögen und Teamgeist zeigen.

3. Warum hast du dich für Geophysik am KIT entschieden?

Nach langer Suche nach einem passenden Studiengang bin ich bei der Kölner Uni auf den Kombistudiengang Geophysik und Meteorologie gestoßen. Bis dahin hatte ich noch nie von Geophysik gehört, aber die Beschreibungen haben mich sofort begeistert. Die Meteorologie interessierte mich dabei eher weniger, weshalb ich nach reiner Geophysik suchte. Da dieser Studiengang in Deutschland nicht allzu verbreitet und das KIT einige der wenigen Unis ist, die es als eigenen Bachelor und nicht als Physik Bachelor mit Schwerpunkt Geophysik anbietet, war dann schnell klar, dass ich in Karlsruhe studieren werde.
 

4. Mit welchem Vorurteil gegenüber Naturwissenschaften wolltest du schon immer mal aufräumen?

Wenn ich erzähle, dass ich Geophysik studiere, erhalte ich oft die gleichen Reaktionen: „Oh je, Physik hatte ich schon in der Schule abgewählt“, „da sind bestimmt ganz viele Nerds dabei“ und „Physik als Mädchen – ist das nicht zu schwer?“.

Ja, es stimmt, nicht jedem liegt Physik und gerade die ersten drei Semester waren nicht leicht. Manchmal musste man sich einfach durchbeißen und Durchhaltevermögen zeigen, aber mit Lerngruppen und Freunden schafft man auch stressige Phasen im Studium. Und ja es stimmt auch, dass der Frauenanteil in den meisten Naturwissenschaften deutlich geringer ist als der Männeranteil. Aber das liegt auf keinen Fall daran, dass es „zu schwer“ für sie wäre, sondern viel mehr noch an den Überbleibseln der alten Denkweise, dass Bildung, Wissenschaft und Forschung den Männern vorbehalten seien. Das Geschlecht sollte bei der Wahl eines Studiengangs keine Rolle spielen - also traut euch Mädels ;)

5. Was ist für dich ganz besonders an Karlsruhe und was sollte man hier unbedingt einmal gemacht haben?

Karlsruhe ist zwar eine Großstadt, aber für mich wirkt es manchmal auch wie ein sehr großes Dorf. Die Stadt bietet ein großes kulturelles Angebot mit Museen, Theater, Kino und vielen Veranstaltungen wie die Schlosslichtspiele im Sommer oder dem Weihnachtsmarkt mit Eislaufbahn vor dem Schloss. Gleichzeitig kommt man aber auch mit dem Fahrrad überall gut hin und trifft Freunde und Bekannte in der Stadt. Ob shoppen, feiern oder im Schlosspark entspannen – Karlsruhe ist eine tolle Stadt für Studenten, vor allem auch wegen der zentralen Lage der Uni und der anderen Hochschulen mitten in der Stadt. Ein Highlight für mich ist auf jeden Fall die Aussicht vom Turmberg auf die Stadt.

6. Was wünschst du dir für deine berufliche Zukunft?

Da mich bisher in der Geophysik vor allem die Naturgefahren wie Vulkane, Erdbeben, Tsunamis etc. interessieren und diese in Deutschland nicht so verbreitet sind, habe ich vor, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und vielleicht dort einige Zeit zu arbeiten. Durch eine Summer School in Indonesien konnte ich schon ein bisschen erleben, wie Geophysiker in anderen Ländern arbeiten und durch ein Praktikum in Japan während der kommenden Sommersemesterferien werde ich dazu noch mehr Gelegenheiten haben. Aber genaue Pläne für die Zukunft habe ich noch nicht. Erst mal werde ich den Bachelor fertig machen und dann mal schauen, in welche Richtung es mich trägt.

Hast du Fragen? Schreib mir unter carina.becker@student.kit.edu