Umweltmodellierung: Zukunft der Artenvielfalt in Großbritannien bedroht
Innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte entscheiden Klima- und Landnutzungspolitik darüber, ob zahlreiche heimische Vogel‑, Schmetterlings‑ und Pflanzenarten in Großbritannien überleben. Wie sich unterschiedliche Klima‑ und Landnutzungsszenarien auf die biologische Vielfalt auswirken, zeigt erstmals detailliert eine Studie des UK Centre for Ecology and Hydrology, an der auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist. Die Forschenden modellierten, wie sich Umweltveränderungen auf das Überleben von Arten in Regionen von einem Quadratkilometer auswirken.
Alle Szenarien prognostizieren das Verfehlen der Biodiversitätsziele
Im ungünstigsten Szenario, geprägt von starkem fossilem Energieeinsatz, intensiver Landwirtschaft und Urbanisierung, könnten mehr als 200 Arten aussterben. Auch bei moderater Erwärmung rechnen die Forschenden mit deutlichen Veränderungen. Keines der untersuchten Szenarien ermöglicht das Erreichen der britischen Biodiversitätsziele.
„Wir haben die Analyse mit Landnutzungs- und Bewirtschaftungsdaten unterstützt, die wir mithilfe des Landnutzungsmodells CRAFTY‑GB erzeugt haben“, sagt Dr. Calum Brown vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung, dem Campus Alpin des KIT. Das Modell liefert realistische Projektionen künftiger Landnutzungsentscheidungen und berücksichtigt sowohl klimatische als auch sozioökonomische Faktoren. Diese umfassende Betrachtung sei in der Biodiversitätsmodellierung selten und zentral für die Studie, so Brown.
Trotz alarmierender Ergebnisse zeigen die Forschenden, dass ambitionierter Klimaschutz, nachhaltiges Landmanagement und gesellschaftliche Wertschätzung für Natur erhebliche Artenverluste verhindern können.
swi, 07.04.2026
